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Briefmarke, !Velázquez – Infantin Margarita Teresa in weißem Kleid
© Österreichische Post

Velázquez – Infantin Margarita Teresa in weißem Kleid#

Sondermarke#

Es lag eine große Last lag auf diesem fünfjährigen, blondgelockten Mädchen – gleich ihrem schweren Kleid. Man kann es ihr förmlich an den großen, ernsten Augen ansehen, dass die Infantin Margarita Teresa von Spanien zum politischen Instrument wurde. Diego Rodriguez de Silva y Velázquez, der berühmte Barock-Porträtmaler, der von 1599 bis 1660 lebte und am Hof Philipps IV. von Spanien beschäftigt war, schuf drei Gemälde der Prinzessin, die durch Heirat mit ihrem Onkel, der gleichzeitig ihr Cousin war, die Verbindungen zwischen der österreichischen und der spanischen Linie der Habsburger festigen und etwaige Erbansprüche außerhabsburgischer Familien hintanhalten sollte.

Das Haus Habsburg war immer schon für sein Talent bekannt, durch Hochzeiten Macht zu sichern oder auszudehnen. „Kriege führen mögen andere, du, glückliches Österreich, heirate“, war der Leitsatz. Schon früh wurde Margarita Teresa somit dem späteren Kaiser Leopold I. versprochen. An ihn wurden die Gemälde von Velázquez geschickt, damit dieser sich ein Bild von der Entwicklung seiner Braut machen konnte. Porträts für anzubahnende Hochzeiten zu versenden, war zu dieser Zeit sehr üblich. Daher gibt es viele Kinderporträts berühmter Künstler, wollten die Herrscher ihre Nachkommen doch möglichst kunstvoll und in den prächtigsten Gewändern porträtiert wissen. Margarita Teresa wurde 1651 geboren und war der Augapfel ihres Vaters Philipp IV. von Spanien. Sie wurde von ihrem Vater „meine Freude“ genannt. Dessen erste Ehe hatte keinen Thronfolger hervorgebracht, weshalb er seine Nichte Maria Anna, eine 30 Jahre jüngere österreichische Erzherzogin, heiratete. Von der engen Verwandtschaft erhoffte man sich Kindersegen – die Folge solcher Inzucht waren in Wahrheit aber kränkliche Nachkommen. Margarita Teresas Geschwister starben alle im Kindesalter, bis auf Karl, an dem die Hoffnung für das Weltreich hing. 1666 heiratete Margarita Teresa ihren Onkel, den sie auch weiterhin so nannte und der seit 1658 Kaiser von Österreich war.

Das Motiv dieser Briefmarke, das Gemälde „Infantin Margarita Teresa in weißem Kleid“, entstand um 1656, als Margarita Teresa fünf Jahre alt war. Es gehört zur Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums. Zudem schuf Velázquez unter anderem Porträts von ihr im rosa und im blauen Kleid sowie das berühmte Familienabbild „Las Meninas“, das zu den Highlights des Museo del Prado in Madrid gehört. Das weiße Kleid auf dem Porträt der Infantin ist horizontal ausladend und mit roten Rosetten und schwarzer Spitze dekoriert, ihre Haare sind mit einer Schleife zusammengebunden, die Hände liegen grazil auf dem Kleid. Margarita Teresa war ein zartes Wesen. Nach der Hochzeit im Alter von 15 Jahren gebar sie sechs Kinder, von denen lediglich die Tochter Maria Antonie das Erwachsenenalter erreichen sollte. Die vielen Schwangerschaften dürften Margarita Teresa so sehr geschwächt haben, dass sie im Alter von nur 21 Jahren starb. Die Infantin wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt.