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Briefmarke, 20 Jahre Alpen-Adria-Philatelie
© Österreichische Post

20 Jahre Alpen-Adria-Philatelie#

Sondermarke#

Grenzüberschreitend in freundschaftlicher Verbundenheit zusammenzuarbeiten, das war von Anfang an das Ziel der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria. Am 20. November 1978 wurde sie in Venedig von den Regionen Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Venetien, Friaul-Julisch Venetien und den damaligen jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien gegründet. Später kamen unter anderem weitere Teile Italiens, Ungarns und das Burgenland hinzu.

Einen solchen Zusammenschluss, in dem sich sowohl Regionen von Mitgliedern der NATO als auch des Warschauer Pakts und von neutralen und blockfreien Staaten verbanden, hatte es nie zuvor gegeben. Es wurde über den zur Zeit der Gründung noch bestehenden Eisernen Vorhang hinweg agiert, die sogenannten „Leitenden Beamten“ der Mitgliedsregionen trafen einander halbjährlich, die Regierungschefs jährlich. Als Sitz der ARGE Alpen-Adria hatte man Klagenfurt gewählt. Der Fall des Eisernen Vorhangs und die Unabhängigkeit Sloweniens und Kroatiens brachten zwar Veränderungen, die überregionale Zusammenarbeit ist jedoch in Zeiten der stetigen EU-Erweiterung nach wie vor ein aktuelles Thema.

Doch nicht nur politisch, wirtschaftlich und kulturell wurde in der ARGE Alpen-Adria zusammengearbeitet – auch die Philatelisten der Regionen schlossen sich 1995 zusammen: Die ARGE Alpen-Adria-Philatelie feiert 2015 ihren 20. Geburtstag. In ihr haben sich Briefmarkensammler aus Regionen in Österreich, Italien, Bayern, Ungarn, Slowenien, Kroatien und der Schweiz in einer unpolitischen Kooperation zusammengefunden. Die Mitglieder organisieren unter anderem gemeinsame Ausstellungen, die durch das Arbeitsübereinkommen vor allem auch ein einheitliches Reglement für Wettbewerbsexpositionen erhalten sollen. Eine solche „Internationale Briefmarkenausstellung im Wettbewerb“ findet von 18. bis 20. September 2015 in Pöllau in der Steiermark statt. Briefmarkenliebhaber aus sieben Ländern zeigen ihre hochqualitativen Objekte und rittern um den Alpen-Adria-Grand-Prix. Sammlerstücke werden zum Kauf angeboten, ein Sonderpostamt wird eingerichtet, und auch zum Tausch lädt die Schau ein.

Die ARGE Alpen-Adria-Philatelie machte es sich vor 20 Jahren zur Aufgabe, die Philatelie an sich zu fördern und soll „in friedlicher Weise auf freundschaftlicher Basis den philatelistischen Wettbewerb intensivieren, wobei den individuellen Gegebenheiten der Mitgliedsländer entsprochen werden soll“, wie es in der Präambel des Arbeitsübereinkommens heißt. Die Kontakte der Philatelisten der einzelnen Länder sollen vertieft und Informationen über Ereignisse von Interesse ausgetauscht sowie bei philatelistischen Vorhaben gegenseitig Hilfe geleistet werden. Zusätzlich will man gemeinsam Anstrengungen unternehmen, die Jugend für die Philatelie zu begeistern. Aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums widmet die Österreichische Post der Alpen- Adria-Philatelie diese Sondermarke.