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Briefmarke, Steyr Puch IMP 700 GT Coupé
© Österreichische Post

Steyr Puch IMP 700 GT Coupé#

Sondermarke#

Aus der beliebten Serie „Autos“ präsentiert die Österreichische Post diesmal ein sportliches Coupé: den IMP 700 GT. Das spezielle Modell ist das Ergebnis aus dem Umbau eines Puch-Fahrzeuges durch einen italienischen Sportwagenhersteller.

Frank Reisner, ein aus Ungarn stammender Kanadier, und seine Frau Paula waren beide große Automobilfans. 1959 gründeten sie in Turin die Firma „Costruzione Automobili Intermeccanica“, die ursprünglich Tuningsätze für Autos produzierte. Kurze Zeit später begann man mit dem Bau von eigenen Fahrzeugen, in die umgebaute Motoren anderer Hersteller eingebaut wurden. Basierend auf dem Steyr Puch 500 wurde schließlich in Kooperation mit Johann Puch vom Grazer Puch-Werk (das eine Kooperation mit Fiat geschlossen hatte) ein kleines zweisitziges Coupé in der Art des Fiat 500 Abarth entworfen, das den Namen IMP für „Intermeccanica Puch“ erhielt. Einige Modelle wurden zu Rennfahrzeugen umgerüstet, und im Jahr 1961 konnte der Kärntner Johann Ortner damit sogar ein Rennen am Nürburgring gewinnen. Aufgrunddessen erwirkte allerdings Carlo Abarth, der Fiat-Rennwagen- Tuner, dass keine Puch-Fahrzeugteile mehr für die Produktion verwendet werden durften, und somit war das Projekt IMP im gleichen Jahr auch schon wieder beendet.

In den darauf folgenden Jahren stellte das italienische Unternehmen verschiedene große Straßensportwagen in Serie her, die mit amerikanischen Motoren – vor allem von Ford und General Motors – ausgestattet und zu einem großen Teil in die USA geliefert wurden. Der Intermeccanica Indra wurde zum Vorläufer des Opel-Umbaus Bitter CD. 1975 übersiedelte man nach Kalifornien, wenige Jahre später nach Vancouver in Kanada. Seit den 1970er-Jahren werden vor allem Repliken von erfolgreichen Automodellen in Serie gebaut. So gibt es etwa den Intermeccanica Speedster oder Roadster als Replik des Porsche 356, der Intermeccanica Squire ist ein Nachbau des legendären Jaguar S.S. 100 Roadster aus den 1930er-Jahren. Auch der VW-Kübelwagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs wird nachproduziert. Intermeccanica stellt immer wieder auch Einzelanfertigungen her, bei denen Fahrzeuge nach den Kundenspezifikationen umgebaut werden.

Nach dem Tod Frank Reisners im Jahr 2001 übernahm sein Sohn Henry die Unternehmensleitung und führt seither den Betrieb äußerst erfolgreich fort. Intermeccanica präsentiert regelmäßig auf internationalen Autoshows seine Designerfahrzeuge, die das ursprüngliche Flair der Oldtimer mit modernster Technik verbinden.

Insgesamt wurden nur sehr wenige Puch IMP 700 GT Coupés gebaut, von denen nur eine Handvoll heute noch erhalten ist. Jedes Stück ist ein Unikat, alle Karosserieteile wurden händisch angefertigt und montiert. Von Puch wurden dabei die Fahrgestelle und Motoren mit 500 oder 700 Kubikzentimetern Hubraum geliefert. Für die ersten Modelle wurde noch einfach bei gebrauchten Puch 500 die alte Karosserie abgeschnitten und eine neue modelliert.