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Weihnachten 2015 – Salzburg-Liefering, Geburt Christi#

Sondermarke#

Briefmarke, Weihnachten 2015 – Salzburg-Liefering, Geburt Christi
© Österreichische Post

Die Geburt Christi steht im Mittelpunkt einer Bildtafel der alten Pfarrkirche Liefering – und dieses Gemälde ziert eine Sondermarke, die anlässlich der Weihnachtszeit herausgeben wird. Das Werk stammt von einem anonymen Künstler, der „Meister von Liefering“ genannt wird, was aber nicht zwingend heißt, dass er auch dort gelebt hat.

Liefering ist seit 1939 Teil der Stadt Salzburg. Es liegt im Nordwesten der Salzachmetropole. Einst war es ein kleines Fischerdorf, seit 1493 hatten die Lieferinger Schiffer das Recht, im Winter in der Salzach zu fischen. Zudem hatte der Ort einige Fischweiher. Schon vor der heutigen Kirche stand am selben Ort ab dem 8. Jahrhundert immer ein Gotteshaus, wie archäologische Grabungen Ende der 1970er- Jahre bewiesen. Die heutige Pfarrkirche in Liefering feiert 2016 den 500. Jahrestag ihrer Weihe, denn am 17. August 1516 wurde sie vom Bischof von Chiemsee, Berthold Pürstinger, eingeweiht, wann genau sie gebaut wurde, steht nicht fest. Als Patrone wurden Petrus und Paulus, die Schutzheiligen der Fischer, gewählt. Zwischen der ersten und der heutigen Kirche gab es zudem noch ein etwa in der Zeit von 1150 bis 1200 errichtetes Gotteshaus – und aus eben diesem stammen ursprünglich die gotischen Bildtafeln, zu denen das Gemälde von Christi Geburt zählt. Sie dürften um 1465 entstanden sein. 1978 wurden sie restauriert und an ihrem heutigen Platz an der linken Längswand aufgehängt. Die Weihnachtsszene, die 72 mal 57 Zentimeter groß und in Temperamalerei gefertigt ist, zeigt die Gottesmutter Maria in einem weiten Kleid, auf dem das Jesuskind liegt, sowie Josef an ihrer Seite. Ochs und Esel blicken durch das Fenster, im Hintergrund sind weitere Personen zu sehen. Das Gemälde ist auf Goldgrund gefertigt. Auf den weiteren Bildtafeln sind die Kreuzigung des heiligen Petrus, die Enthauptung des heiligen Paulus, die Verkündigungsszene sowie die heiligen Petrus und Paulus, Katharina, Maria mit Kind, Barbara, Margareta, Ulrich und Nikolaus abgebildet. Diese Tafelbilder stammen vom ursprünglichen spätgotischen Hochaltar.

Die Lieferinger Pfarrkirche, in der sich diese Gemälde befinden, hat einen barocken Westturm, der durch die erhöhte Lage der Kirche weithin zu sehen ist. Seine ungewöhnliche Kuppel sorgt für den besonderen Charakter der Kirche und für die leichte Wiedererkennbarkeit. Urkundlich erwähnt wurde sie bereits 790, die ältesten noch vorhandenen Bauteile reichen bis ins frühe 8. Jahrhundert zurück. Heute ist der Kern romanisch und das Gewölbe gotisch, die Portalvorhalle und die Altäre stammen aus der Barockzeit. Das Kirchenschiff wird von einem Netzrippengewölbe bekrönt. Bemerkenswert sind auch die Fresken aus dem 13. Jahrhundert. Seit 1940 ist das Gotteshaus eine eigenständige Pfarrkirche, vorher gehörte es zur Pfarre Siezenheim.