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Briefmarke, Tag der Briefmarke 2015
© Österreichische Post

Tag der Briefmarke 2015#

Sondermarke#

Blumen- oder Rosenstadt wird die Stadt genannt, die heuer das Postwertzeichen zum Tag der Briefmarke in Österreich schmückt: Tulln an der Donau ist für seine vielen Gärtnereien, die Gartenbaumesse und eine großflächige Aulandschaft bekannt. Als eine der ältesten Städte Österreichs war sie schon in der vorrömischen Zeit besiedelt. Heute leben etwa 15.600 Menschen in der Bezirkshauptstadt, die rund 72 Quadratkilometer groß ist.

Tulln bietet eine hohe Lebensqualität – im Aubad, einem Natursee am Ufer der Donau, kann man schwimmen, an der Donaulände und im Augebiet spazieren oder Rad fahren. An eben dieser Donaulände stößt man auf den eindrucksvollen Nibelungenbrunnen, der errichtet wurde, da laut der bekannten Sage Hunnenkönig Etzel in Tulln auf Siegfrieds Witwe Kriemhild getroffen war. Viele kommen wegen der Publikumsmessen in die niederösterreichische Stadt, heuer wurde hier die größte Messehalle des Bundeslandes eröffnet.

Briefmarke, Tag der Briefmarke 2015
© Österreichische Post

Die Pfarrkirche St. Stephan, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückgehen, ist mit ihren zwei Türmen eines der markantesten Gebäude der Stadt Tulln. Sie wurde immer wieder umgebaut und im 18. Jahrhundert teils barockisiert, die helmartigen Turmdächer stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts. Die Briefmarke zeigt auch die „MS Stadt Wien“, eines der letzten mit Schaufelrädern angetriebenen Schiffe auf der Donau. Das Erlebnisschiff, das als Restaurant, aber natürlich auch für Ausflugsfahrten verwendet wird, wurde 1938 erbaut, es ist 78 Meter lang, 16 Meter breit und bietet Platz für rund 500 Personen. Die Rosenbrücke ist eine der beiden Donaubrücken in Tulln. Sie entstand 1992 bis 1995 und hat eine Gesamtlänge von 440 Metern. Ihr markantes Aussehen verdankt die Schrägseilbrücke den dünnen Kabeln und ihrem charakteristischen hohen Pylon, also jenem Teil, über das diese verlaufen. Auch die Bevölkerung hatte für den Entwurf des Ingenieursbüros Alfred Pauser gestimmt. Die Brücke sollte das Verkehrsaufkommen in Tulln entlasten.

Tulln präsentiert sich auch als Museumsstadt, einem großen Sohn sind gleich zwei Häuser gewidmet. Das Egon-Schiele-Museum legt seinen Schwerpunkt auf die erste Schaffensphase des hier geborenen Künstlers. Sein Geburtshaus kann ebenfalls besucht werden – da Schiele der Sohn des Bahnhofsvorstands war, befindet sich dieses am Bahnhof. Tulln dürfte für Schiele sehr prägend gewesen sein. Ein weiterer Künstler hinterließ ebenfalls seine Spuren in Tulln: Friedensreich Hundertwassers Schiff „Regentag“ liegt hier vor Anker. Der Künstler lebte zehn Jahre lang auf diesem ehemaligen sizilianischen Transportschiff und segelte damit sogar bis Neuseeland. Das Zuckermuseum und das Römermuseum sind weitere interessante Ausflugsziele in Tulln.

Die farbenfrohe Sondermarke zum Tag der Briefmarke 2015 zeigt die Nibelungenstadt Tulln mit den Kirchtürmen, der markanten Rosenbrücke und dem nostalgischen Schiff im Vordergrund. Sie hat einen Nennwert von 2,88 Euro, der Zuschlag von 1,44 Euro wird für die Förderung der Philatelie verwendet.