unbekannter Gast

Weihnachten 2015 – Tannenbaum#

Sondermarke#

Briefmarke, Tannenbaum
© Österreichische Post

Eine unkonventionelle und außergewöhnliche Weihnachtsmarke zu schaffen, die Modernität ausstrahlen und auch ein junges Publikum ansprechen sollte – das war das Anliegen der Österreichischen Post, das in dieser Marke Umsetzung fand. Gestaltet wurde sie von Anita Kern. Diese wählte für ihren Tannenbaum „die größtmögliche grafische Reduktion, die zwar das Wesentliche sichtbar macht, aber eben stark reduziert“, wie sie selbst beschreibt. Der Baum ist aus vielen Dreiecken geformt. Die hellgrünen und dunkelgrünen stehen für die Zweige in unterschiedlichem Lichteinfall, die gelben für die Kerzenlichter, die weißen für den Schnee. Die beiden violetten Dreiecke außerhalb des Baumes symbolisieren das Dunkel der Nacht. So hat die Künstlerin für die Briefmarke einen funkelnden, schneebestäubten Weihnachtsbaum mit grafischen Mitteln geschaffen und damit auf eine lange Tradition Bezug genommen.

Bäume zum keltischen Julfest aufzustellen, war bereits in vorchristlicher Zeit üblich. Den immergrünen Bäumen wurde die Kraft zugeschrieben, die „dunkle“ Jahreszeit zu überstehen, wodurch sie Hoffnung symbolisierten. Es hieß, bösen Geistern könne durch die grünen Zweige, wie sie auch an die Häuser gehängt wurden, das Eindringen erschwert werden. Wann genau es den ersten Weihnachtsbaum gab, dazu gibt es verschiedenste Überlieferungen. War es die Freiburger Bäckerschaft, die 1419 den ersten Baum aufstellte, waren es Handwerker aus der Stadt Bremen, die die Idee hatten, unter einer Tanne Weihnachten zu feiern? Oder folgt man dem ersten urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster 1539 ein Weihnachtsbaum stand? Sicher ist, dass sich der Brauch von Deutschland aus nach und nach in der ganzen Welt ausbreitete.

Zuerst wurde der Baum noch mit Papierrosen, Äpfeln, Nüssen, Dörrobst und kleinen Geschenken geschmückt, der erste Tannenbaum mit Kerzen soll 1611 in Schlesien gestanden sein. Auch in Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ wird von einem aufgeputzten Baum berichtet, ebenso in E. T. A. Hoffmanns „Nussknacker und Mausekönig“. Aus deutschen Landen soll der Brauch des kerzengeschmückten Weihnachtsbaums Anfang des 19. Jahrhunderts schließlich auch nach Österreich gekommen sein – und zwar angeblich durch Henriette von Weilburg-Nassau, der Gattin Erzherzog Carls.

Der später auch Christbaum genannte Baum ist nach wie vor eines der wichtigsten Symbole für das Weihnachtsfest, auch wenn es heute meist elektrische Lämpchen sind, die den mit viel goldenem oder buntem, glänzendem Schmuck und Süßigkeiten oder mit traditionellen Strohsternen dekorierten Baum erhellen. Der Anblick des leuchtenden Weihnachtsbaums sorgt immer noch für strahlende Kinderaugen.