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Faktor Zukunft#

Sondermarke#

Briefmarke, Faktor Zukunft
© Österreichische Post

„Die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Sie ist, was wir daraus machen!“ Mit diesem Slogan hat das Gestalterduo Anna Liska und Andreas Wesle den heurigen Briefmarkenwettbewerb der Österreichischen Post AG und der Tageszeitung „Die Presse“ für sich entschieden. Thema desselben war diesmal „Faktor Zukunft“: Was macht einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort Österreich in Zukunft aus? Das war die Frage, zu der sich die kreativen Bewerber ein Briefmarkenmotiv ausdenken sollten, das in einer Größe von 35 mal 35 Millimetern grafisch, illustrativ oder typografisch gestaltet werden sollte. Dem Sieger winkten 5.000 Euro.

Briefmarke, Faktor Zukunft
© Österreichische Post

Eine Wasserwaage, die im Lot bleibt, war einer der Entwürfe, der Spruch „Schau’ ma mal“, vor Berggipfeln gruppiert, ein weiterer. Auch Adler, die einen Skispringer tragen, wurden eingereicht, ebenso Sprechblasen, die daran erinnern sollen, dass durch das Gespräch Konflikte und Probleme gelöst werden können. 96 Gestalter beteiligten sich an dem Wettbewerb, sie mussten mindestens 18 Jahre alt sein und durften nur je einen Entwurf vorlegen. Ansonsten stand der Wettbewerb allen Kreativen offen. Eine Vorjury aus Grafik- und Kommunikationsfachleuten sowie Vertretern der Tageszeitung „Die Presse“ und der Österreichischen Post wählte 15 Finalisten aus, diese wurden in der „Presse am Sonntag“ und auf der Webseite der Zeitung präsentiert.

Dabei wurden auch die kreativen Menschen hinter dem Entwurf vorgestellt und ein Text zu ihrer Gestaltungsidee veröffentlicht. Um den Einzug ins Finale zu schaffen, war weniger mehr: „Die Botschaft muss auch auf dem kritischen kleinen Format funktionieren“, so Jörg Pribil, Leiter der Philatelie der Österreichischen Post. Für Grafikdesigner Erwin K. Bauer (Buerobauer) zeigte sich daher die Qualität der Motive „in der grafischen Reduktion“. Auch Humor war gefragt: „In Zeiten der Krise lässt es sich mit Humor deutlich besser nach vorne blicken, gerade Designideen mit ironischem Augenzwinkern motivieren dazu. Oft war es auch der neue, überraschende Blick auf das Alltägliche, der überzeugt hat“, so Bauer weiter. Zudem sollte der Siegerentwurf eine Geschichte erzählen, um bei Philatelisten gut anzukommen und auch einer längeren Betrachtung standzuhalten.

„Philatelisten achten vor allem auf die Details in der Gestaltung“, so Jörg Pribil. Der Gewinnerentwurf von Liska und Wesle zeigt den eingangs zitierten Satz, der Weiß auf Weiß mit Lack auf die Briefmarke gedruckt wurde. Die Briefmarke wird somit sinnbildlich zum weißen Blatt und soll alle zum Mitgestalten der Zukunft aufrufen, wie die beiden Künstler kommentieren. Das Atelier Liska Wesle arbeitet in Wien und Berlin an grafischen und artdirektiven Lösungen im Kunst- und Kulturbereich, zu seinen Kunden zählen Tanzquartier Wien, Secession Wien, MUMOK Wien, Kunstraum Niederösterreich, 21er Haus, „Spex“ – Magazin für Popkultur und viele mehr.