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Ferdinand Georg Waldmüller – Wiedererstehen zu neuem Leben#

Sondermarke#

Briefmarke, Ferdinand Georg Waldmüller
© Österreichische Post

Der österreichische Maler Ferdinand Georg Waldmüller gilt geradezu als Inbegriff des Künstlers der Biedermeierzeit. Die Österreichische Post ehrt den großen Maler mit einer Sonderbriefmarke aus der Serie „Alte Meister“.

Waldmüller wurde 1793 in Wien geboren. Bereits mit 14 Jahren besuchte er die Akademie der bildenden Künste in Wien und verdiente seinen Lebensunterhalt als Porträtmaler, Zeichenlehrer und Dekorationsmaler für Theaterkulissen. Im Laufe der Zeit begann er, auch Landschaften und jene Genrebilder mit Alltagsszenen zu malen, für die er später berühmt wurde. Er unternahm immer wieder Reisen nach Italien und ins Salzkammergut, wo viele seiner bekanntesten Werke entstanden. 1829 wurde er an der Akademie als Kustos für die Gemäldesammlung und als Lehrer angestellt, sein Verhältnis zu seinem Arbeitgeber trübte sich aber bald: Waldmüllers Reformideen zur Lehre und zur akademischen Sammlung wurden stets abgelehnt. Er durfte keinen Privatunterricht mehr in den Räumlichkeiten der Akademie geben und verlor sein dort gelegenes Atelier. Nach einer weiteren Streitschrift wurde er 1857 schließlich zwangspensioniert und geriet zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. 1865 verstarb Waldmüller in Hinterbrühl bei Mödling.

Seine sachlichen, naturnahen Darstellungen stießen bei seinen Zeitgenossen nicht immer auf Verständnis. Stillleben, Porträts, Landschaften und vor allem ländliche Szenen voll Realismus und Detailtreue machten den Hauptteil seiner Arbeiten aus – hinter den scheinbar so idyllischen Ansichten verbergen sich jedoch oft sozialkritische Themen wie Armut oder Heimatlosigkeit. Das Licht und seine Wirkung spielen eine zentrale Rolle in seinen Bildern und verleihen ihnen eine lebendige Ausstrahlung. Künstlerische Anerkennung fand Waldmüller eher im Ausland, als er bei der Weltausstellung in Paris und bei einem Besuch im Buckingham Palace einige Bilder verkaufen konnte. Erst lange nach seinem Tod wurden seine Werke wiederentdeckt und ihre künstlerische Bedeutung anerkannt.

„Wiedererstehen zu neuem Leben“ entstand 1852. Auch hier sind es Licht und Schatten, die der Szene Leben einhauchen: Der gleißende Sonnenschein bringt das Bild zum Leuchten, der Frühling ist da und alles erwacht zu neuem Leben. Das spiegelt sich nicht nur in den lächelnden Gesichtern der Menschen wider, sondern auch in der rundum wieder aufblühenden Natur: in den grünenden Zweigen des Baumes oder im kleinen Blumensträußchen in der Hand des Mädchens. Trotz ihrer offensichtlichen Armut erfreuen sich die Menschen an der Genesung des alten Bauern und an diesem strahlenden Frühlingstag. Mit ungeheurer Detailtreue charakterisiert Waldmüller die einzelnen Personen auf dem Bild; die Kleidung, der Baum, das Gebäude – alles wird mit großer Akribie abgebildet. Das Ölgemälde befindet sich im Bestand der Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein (LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz – Vienna).