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Maria Locherboden#

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Briefmarke, Maria Locherboden
© Österreichische Post

Ein wortwörtlich „wundervoller“ Ort vor der herrlichen Bergkulisse der Mieminger Kette – das ist Maria Locherboden, eine neugotische Wallfahrtskirche und ein beliebtes Ausflugsziel in Tirol nahe der Orte Mötz und Stams, das die Österreichische Post in der Serie „Kirchen in Österreich“ präsentiert.

Über die Landesgrenzen hinaus berühmt wurde die Pilgerstätte durch zwei wundersame Vorkommnisse. Einerseits erzählt man sich die Geschichte eines Knappen namens Thaman Kluibenschädl, der 1740 möglicherweise im hiesigen Stollen eingeschlossen war und gerettet werden konnte. Eventuell brachte er aber auch nur als Dank dafür, dass beim Schürfen im Stollen nie etwas passiert war, ein Bild der Muttergottes über dem Eingang an. Jedenfalls erlangte Maria Locherboden bereits durch dieses Bild lokale Bedeutung als Wallfahrtsort. 1854 wurde ein neuer Steg zum erweiterten Stolleneingang angelegt, 1860 brachte man ein größeres Marienbild an. Zuerst hatte man vorgehabt, das ursprüngliche zu restaurieren, dann hängte man doch eine Kopie des Gnadenbildes Mariahilf von Lucas Cranach auf, das heute noch in der Kirche über dem Hochaltar zu sehen ist.

Wirklich berühmt wurde Maria Locherboden nach der Heilung der schwerkranken Maria Kalb aus der Nähe von Innsbruck. Die junge Frau war 1871 bereits mit dem Sterbesakrament versehen, als ihr die Muttergottes erschienen sein soll und ihr gesagt haben soll: „Du musst mich suchen im Oberland und den Rosenkranz zu meinen sieben Schmerzen beten!“ Sie wurde von ihrem Bruder nach Mötz gebracht und zur Grotte getragen, wo sie betete und die heilige Maria anrief. Danach fühlte sie sich plötzlich stark und geheilt und ging selbständig nach Mötz zurück. Maria Kalb soll noch bis 1925 gelebt haben.

Nun wuchs die Zahl der Pilger ständig, und die Gnadenkapelle beim Stolleneingang wurde errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts begann man auf dem Hügel oberhalb der Gnadenkapelle mit dem Bau einer neugotischen Wallfahrtskirche, um dem Ansturm der Wallfahrer gerecht zu werden. Baumeister war Heinrich Hörmann. 1901 wurde die Kirche feierlich eingeweiht, die Feier soll von seltsamen Lichterscheinungen begleitet worden sein. Seit den 1870er-Jahren gibt es auch Kreuzwegstationen entlang des Weges von Mötz nach Locherboden.

Die Kirche Maria Locherboden lockt heute mit einem Altaraufbau des Tiroler Bildschnitzers Josef Bachlechner, mit einer neuen Orgel und einer modernen Kapelle für Nachtwallfahrten. An den Wänden und im Gewölbe findet man ornamentale und figürliche Malerei zu den Themen Ostern, Weihnachten, Fronleichnam und Pfingsten, zahlreiche Mötzer Bürger wurden hier porträtiert. Beachtenswert sind auch die bunten Glasfenster. Bis heute gilt Maria Locherboden als Ort der Hoffnung auf Hilfe, denn viele Pilger nehmen ernst, was auf einem Spruchband in der Kirche steht: „Dies ist der Ort, wo du mich suchen musst“.

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