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Weihnachten 2016 – Geburt Christi, Meister von Raigern#

Sondermarke#

Briefmarke, Weihnachten 2016 – Geburt Christi, Meister von Raigern
© Österreichische Post

Liebevoll beugt sie sich über ihr Kind, Maria, die Mutter Gottes. Ihr Knabe liegt vor ihr, sie kniet und faltet die Hände. Auch die Engel mit riesigen Flügeln huldigen dem Jesuskind, während einer der ihren den Hirten die frohe Kunde mit Hilfe eines Schriftbands überbringt. Ochs und Esel fressen im Hintergrund im strohbedeckten Stall, der von einem hellen Stern erleuchtet wird. Es ist ein Gemälde aus dem Kunsthistorischen Museum Wien, das als Vorlage für diese Sonderbriefmarke dient. „Geburt Christi“ heißt es schlichtweg, es wird einem Künstler zugeschrieben, der Meister von Raigern genannt wird. Über diesen gibt es wenig zu erfahren, er war im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts in Südböhmen tätig.

Die Böhmische Malerschule nennt man in der Kunstgeschichte gemeinhin eine Gruppe von Malern, die in dieser Zeit in Böhmen arbeiteten. Sie begannen einen eigenen gotischen Malstil zu entwickeln und machten Prag und dessen Umgebung zum Zentrum der Kultur, nicht zuletzt durch die Förderung vom Hofe Karls IV. und Wenzels IV. Zahlreiche Tafelbilder und andere Arbeiten für Kirchen und Klöster in der Gegend wurden geschaffen. Von besagtem Meister von Raigern oder auch Meister des Altars von Raigern stammen Tafelbilder, die maßgeblich für diese Epoche wurden.

Das Gemälde „Geburt Christi“, das zu einem Altarretabel gehört, wurde um 1425 erschaffen. Das Wort Altarretabel bezeichnet einen Altaraufsatz oder eine Altarrückwand. Das Kunsthistorische Museum Wien besitzt auch ein zweites Bild aus demselben Altarretabel des Meisters von Raigern, dieses zeigt die Einschiffung der Gebeine des Heiligen Jakobus des Älteren nach Spanien und wurde im gleichen Jahr angefertigt. Das Bildnis „Geburt Christi“ ist 81 mal 75 Zentimeter groß und wurde 1910 von der Österreichischen Galerie, gemeinhin bekannt als Belvedere, erworben. 1922 kam es dann in den Besitz des Kunsthistorischen Museums Wien. Die Geburt Christi wird hier, so hat man als Betrachter den Eindruck, besonders leuchtend dargestellt. Einerseits scheint die Krippe, in der das Jesuskind liegt, goldähnlich zu sein, andererseits hat auch der Himmel dieselbe Farbe wie der weithin sichtbare Stern und der Heiligenschein von Maria und Jesus. Die jeweils zweifärbigen Flügel der Engel, die ihr Haupt vor dem Neugeborenen neigen, wirken besonders prachtvoll, ebenso Marias langes, dunkelgrünes Gewand. Das Jesuskind selbst ist nackt dargestellt. Sogar die Hirten sind in Stoffe gehüllt, die zu leuchten scheinen. Es war dem Meister von Raigern wohl ein Anliegen, diese heilige Nacht als eine besonders erleuchtete zu zeigen. Wenn schon die Umstände, unter denen das Jesuskind geboren wurde, ärmlich waren, so soll diese Umgebung umso strahlender wirken.