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Schloss Wernberg#

Bezirkshauptmannschaft: Villach Kaernten, Villach

Gemeinde: Wernberg Kaernten, Wernberg

Katastralgemeinde: Wernberg



Südwestecke des Missionsklosters Wernberg., Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Südwestecke des Missionsklosters Wernberg.
Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC

Dreigeschoßiger Renaissancebau; drei Trakte umschließen einen schönen Hof mit zweistöckigen Laubengängen. Vier wuchtige Ecktürme, Schlosskirche anschließend an den Nordwestturm. Im Arkadenhof ein Brunnentrog um 1575.
Im Inneren „Engelsaal" (heute Speisesaal) mit schönen Stukkaturen um 1675; „Prälatensaal" im ersten Stock, mit Stukkaturen und Deckenmalereien aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; überlebensgroße barocke Holzfigur des hl. Georg in Ritterrüstung, um 1700. Schlosskirche zum kostbarsten Blut, um 1730 erbaut, 1962 - 64 wiederhergestellt; Fresken von Josef Ferdinand Fromiller um 1730/1740.

An der Stelle der heutigen Anlage stand ursprünglich das Gut Werdenbruch, das dem Benediktinerstift St. Paul gehörte. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts kam Wernberg in den Besitz der Herzöge von Tirol, die es 1312 an Heinrich von Hohenlohe verpfändeten. Nach 1335 wurde die Herrschaft des öfteren verpfändet oder als Lehen vergeben.
Herzog Friedrich von Tirol verlieh sie 1425 an Hans und Rupert Kreutzer. 1519 wird Wolfgang Khevenhüller, ein angesehener Villacher Stadtbürger, als Herr auf Wernberg genannt. Seine Vetter erbten den Besitz. Georg Freiherr von Khevenhüller, Landeshauptmann von Kärnten, zahlte die anderen aus und wurde Alleinbesitzer. (Er erbaute auch Hochosterwitz.) Die Anlage hatte nach 1560 ihre Bedeutung als wehrhaftes Zentrum verloren und so ließ er die Burg zwischen 1570 und 1575 in ein Renaissanceschloss umbauen.
Als der Höhepunkt der Gegenreformation erreicht war, war Paul Freiherr von Khevenhüller 1629 gezwungen, das Schloss an Sigismund von Wagensperg zu verkaufen und auszuwandern. Sigismund von Wagensperg kämpfte im Dreißigjährigen Krieg für den schwedischen König Gustav Adolf gegen Kaiser und Reich, was ihm seine Besitzungen kostete.
Im Erbweg kam Wernberg schließlich an die Freifrau Galler von Schwamberg. Sie verkaufte es 1672 dem Abt Christoph Kaponig von Ossiach, der die Gebäude aufstockte und innen neu ausstattete. Zu dieser Zeit galt es als eines der schönsten Schlösser Kärntens. Bis zur Aufhebung des Klosters Ossiach durch Kaiser Josef II. im Jahr 1783, blieb es bei den Benediktinern.
Nachdem der Staat Wernberg einzog, verkaufte er es bald. Bis ins 20. Jahrhundert hinein folgten an die zwanzig Besitzer. 1935 kaufte der Orden der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut das Schloss.

Noch heute dient es dem Orden als Kloster. Ein reiches Bildungsangebot und kulturelle Aktivitäten machen das Anwesen zu einem Mittelpunkt in Kärnten. Neben einer Fremdenpensionund einer großen Landwirtschaft sind eine Paramentenstickerei und eine Hostienbäckerei untergebracht.


Eigentümer: Kongregation der Missionsschwestern vom Kostabren Blut


--> Wernberg (AEIOU)


Schloss und Kloster Wernberg., Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Schloss und Kloster Wernberg.
Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Renaissance-Fassade des zum Schlosshof blickenden Gebäudes im Missionskloster Wernberg., Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Renaissance-Fassade des zum Schlosshof blickenden Gebäudes im Missionskloster Wernberg.
Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Innenraum der barocken Klosterkirche „Zum kostbaren Blut“ von Schloss Wernberg., Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Innenraum der barocken Klosterkirche „Zum kostbaren Blut“ von Schloss Wernberg.
Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Relief des Erbauers Georg Khevenhüller und seiner beiden Frauen (datiert 1575) als Supraporte über dem Nord-Eingang zum Schloss Wernberg., Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Relief des Erbauers Georg Khevenhüller und seiner beiden Frauen (datiert 1575) als Supraporte über dem Nord-Eingang zum Schloss Wernberg.
Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Kloster Wernberg., Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Kloster Wernberg.
Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Renaissance-Portal von Schloss Wernberg., Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC
Renaissance-Portal von Schloss Wernberg.
Foto: Johann Jaritz. Aus: Wikicommons unter CC




Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. Der Beitrag wurde jedoch im Oktober 2010 mit folgenden Quellen aktualisiert:

www.burgen-austria.com

Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann

und mit Webrecherchen.

Literatur#

  • Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten, Vorarbeiten von Karl Ginhart, neubearb. von Ernst Bacher, Ilse Friesen, Geza Hajos, Wolfram Heike, Elisabeth Herzig, Horst R. Huber, Margarete Migaes, Jörg Oberhaidacher, Elisabeth Reichmann-Endres, Margareta Vyoral-Tschapka, 2. verb. Auflage, Wien 1981, Seite 780ff;
  • Henckel, Hugo, Burgen und Schlösser in Kärnten I, Klagenfurt-Wien 1964, Seite I/100ff
  • Valvasor Topographia Archiducatus Carinthiae Nachdruck der Ausgabe von 1688, Klagenfurt 1975, Seite 257f