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Schloss Oberstockstall (Winkelberg)#

Bezirkshauptmannschaft: Tulln Niederoesterreich, Tulln

Gemeinde: Kirchberg am Wagram Niederoesterreich, Kirchberg am Wagram

Katastralgemeinde: Oberstockstall Niederoesterreich, Oberstockstall



Zweigeschoßiger Bau um einen rechteckigen Hof, im Westflügel Kapelle und Wendeltreppe, im nördlichen Teil Wirtschaftsgebäude sowie kleine Wohnungen. Gotische Kapelle mit Kreuzrippengewölbe, Maßwerkfenstern, Freskenresten und reichem Hochaltar.

Kapelle vor 1326 erbaut; das Schloss wurde von einem Passauer Kanonikus errichtet. In der Kapelle Fresken aus dem 15. Jh. und Hochaltar von 1652.


Eigentümer: Fritz Salomon


Schloss Oberstockstall - Foto: Burgen-Austria

Schloss Oberstockstall - Foto: Burgen-Austria

Schloss Oberstockstall - Foto: Burgen-Austria




Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen.

Literatur#

  • Dehio Niederösterreich, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau, bearb. von Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Wien 1990. Seite, 836


Der Alchemist von Oberstockstall Im Jahr1980 kam es im Gut Oberstockstall zu einer kulturgeschichtlichen Sensation, die bis heute weltweit einzigartig geblieben ist. In einem Nebenraum der Kapelle des altehrwürdigen Schlosses wurde ein fast vollständiges Alchemistenlaboratorium aus der Renaissancezeit entdeckt, das offenbar zur Optimierung metallurgischer Verfahren gedacht war. Über tausend Objekte wurden dabei ausgegraben und sicher gestellt. Was aber zur Entsorgung dieses High Tech Labors geführt hat, bleibt unklar. Es gibt die Theorie, dass das sogenannte Neulengbacher Beben vom September 1590 (Erdbebenstärke 8 bis 9 Mercalli-Sieberg-Skala) den Betreiber des Labors dazu bewogen hat, dieses Inventar an sicherer Stelle zu deponieren. Der Betreiber war vermutlich Christoph von Trenbeck, ein Passauer Domherr, der um 1548 den mittelalterlichen Vorgängerbau des Gutes Oberstockstall im Renaissancestil zum Herrschaftssitz umbauen ließ. “Er war bis 1552 Pfarrherr von Kirchberg am Wagram und Oberstockstall, betätigte sich in dieser Zeit aber auch als eifriger Alchemist. Über seine Erfolge wird nichts berichtet, doch dürften sich diese in Grenzen gehalten haben, da er hochverschuldet starb.” (www.burgen-austria.com) Wer sich eingehender mit diesem sensationellen Fund beschäftigen möchte, dem sei der Besuch des Alchemisten - Museums empfohlen und zwar im ehemaligen Gemeindehaus von Kirchberg am Wagram, geöffnet jeden Samstag ab 14 Uhr. Dr. Sigrid Osten, die die Ausgrabung geleitet hat, bietet Interessierten auch Führungen an. Das Gut Oberstockstall (Besitzer Familie Salolmon) gilt seit geraumer Zeit als Institution in Sachen Gaumenfreude, sodass eine Besichtigung des Originalschauplatzes mit einem Restaurantbesuch verbunden werden kann.

--haderer robert, Sonntag, 2. Januar 2011, 17:54