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Seeschloss Ort(h)#

Bezirkshauptmannschaft: Gmunden Oberoesterreich, Gmunden

Gemeinde: Gmunden

Katastralgemeinde: Gmunden


Das Seeschloss liegt auf einer kleinen Insel im Traunsee und ist mit dem Landschloss durch eine 125 m lange hölzerne Brücke verbunden. Das Seeschloss ist das Schmuckstück des Traunsees und Wahrzeichen des Salzkammerguts. Weltweit bekannt wurde es durch die Fernsehserie „Schlosshotel Orth“.

Im Jahr 1138 wurde es urkundlich erstmals erwähnt. Hartnid von Ort, die Wallseer (1350), die Starhemberg, die Herberstorff, die Salburg, Kaiser Leopold I. (1689), Erzherzog Johann Salvator (bis 1879; er nannte sich nach seinem Ausscheiden aus dem Kaiserhaus nach diesem Schloss Johann Orth) waren die Besitzer. Seit 1914 ist der österreichische Staat Eigentümer.

Unregelmäßige dreieckige Anlage (im Kern gotisch) um einen Hof. Der gotische Bau hat durch die Verwüstungen von 1626 und durch einen Brand 1634 viel von seiner Substanz verloren und ist durch die danach einsetzenden Renovierungen geprägt.

Der dreieckige Innenhof ist an zwei Seiten von zweigeschossigen Arkaden umgeben. Die Bogengänge wurden den beiden Trakten in der ersten und zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch die spätgotische Außentreppe. An den Wänden des Hofes erkennt man Reste von Sgraffito-Malereien aus dem Jahr 1578. Außerdem findet man an der von Arkaden freien Nordwand alte Überschwemmungsmarkierungen, die u. a. anzeigen, dass der Innenhof 1594 fast drei Meter hoch unter Wasser stand.

Der schmiedeeiserne Brunnen ist mit 1777 datiert. Sehenswert sind auch die ebenerdig gelegenen Gefängnisse des Landgerichtes. Der massige Torturm stammt aus der Zeit der Gotik. Er weist mehrere spätgotische Fensterstöcke und Torgewände auf. Sein Zwiebelhelm wurde ihm erst in der Barockzeit aufgesetzt. Die hübsche, ursprünglich spätgotische Kapelle liegt im Nordtrakt. Sie wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts barockisiert. Der dem Hl. Jakob geweihte Sakralraum diente von 1784 bis 1988 als Pfarrkirche.

Anlässlich einer Restaurierung wurden 1952 frühbarocke Fresken und Sgraffiti (1634) freigelegt. Der Altar ist frühklassizistisch (1770/80). Bemerkenswert ist eine gotische, überlebensgroße, hölzerne Madonna mit dem Kinde aus der Zeit um 1450/60. Sie stand ursprünglich in der Kirche Maria Anger bei Enns.
Rund um das Seeschloss erkennt man heute noch unter dem Wasserspiegel die Reste der einstigen Palisaden.

Heute steht das Schloss offen für kulturelle Festlichkeiten und bietet kulinarische Köslichkeiten. Ein Restaurant ist untergebracht.


Eigentümer: Republik Österreich


Seeschloss Ort - Foto: Burgen-Austria

Seeschloss Ort - Foto: Burgen-Austria

Weiterführendes#




Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen.

Literatur#

  • Dehio Oberösterreich, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Oberösterreich, ErwinHainisch (bearb. von Kurt Woisetschläger), hg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, 6. Aufl., Wien 1977, Seite 222.
  • Grüll, Georg (II), Burgen und Schlösser im Salzkammergut und Alpenland, Wien 1963, Seite 77ff.
  • Sekker, Franz, Burgen und Schlösser, Städte und Klöster Oberösterreichs, in Georg Matthäus Vischers „Topographia Austriae superioris modernae, 1674", Linz 1925, Seite 185ff.