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Schloss Fuschl#

Bezirkshauptmannschaft: Salzburg-Umgebung Salzburg, Salzburg-Umgebung

Gemeinde: Hof bei Salzburg Salzburg, Hof bei Salzburg

Katastralgemeinde: Hof bei Salzburg



Das Schloss Fuschl und der Fuschlsee. Salzburg Österreich. Photographie um 1985., © IMAGNO/Oskar Anrather
Das Schloss Fuschl und der Fuschlsee. Salzburg Österreich. Photographie um 1985.
© IMAGNO/Oskar Anrather

Quadratisches turmartiges Gebäude mit Erker. Ein kleines spätgotische Jagdschloss der Salzburger Bischöfe, das gegen 1450 erbaut wurde und keine militärische Funktion hatte. Zwischen 1553 und 1557 musste das Gebäude bereits umfassend saniert werden. Auch im 17. Jahrhundert kam es immer wieder zu Verbesserungen und Erneuerungen. Es diente jedoch nie zu Wohnzwecken.
1624 wird eine Prunkjagd unter Fürsterzbischof Paris Graf Lodron erwähnt. Zu seiner Zeit erlebte das Schloss seine Blüte. 1694 beschädigte ein Blitzschlag das Dach des Schlosses. Erst 1704 wurde es dem Hofjäger erlaubt, in das zweite Geschoß einzuziehen.
1816 wurde das geistliche Fürstentum Salzburg aufgelöst und das Schloss ging 1833 in den Besitz des Kaiserhauses über.
Der bereits stark vernachlässigte Bau wechselte im 19. und 20. Jh. mehrfach den Besitzer. 1864 kaufte ihn Michael Fink, dem 1894 Alfred von Erl folgte. In dieser Zeit wurde vor allem das Innere im historistischen Stil verändert. Alfred von Erl stattete das Schloss mit wertvollen Möbeln und Gemälden aus. 31 dieser Gemälde sind seit den Wirren des Zweiten Weltkrieges unauffindbar.
1929 erwarb Gustav Edler von Remiz das Schloss und stattete es weiter aus. Zehn Jahre später wurde es jedoch von der Gestapo beschlagnahmt, dem Reichsgau Salzburg übergeben und an den Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop verpachtet. Herr von Remiz wurde verhaftet und deportiert. Damals sprach man von einer 'Schenkung durch den Reichsgau Salzburg'.
1945 richtete die amerikanische Militärregierung im Schloss ein Soldatenerholungsheim ein.

1947 wurde es den Erben des rechtmäßigen Besitzers zurückgegeben.Um 1950/51 erfolgte die Umgestaltung in ein Hotel und seit 1954 wird Fuschl als Schlosshotel geführt.
Damals wurde das Schloss als Filmkulisse mehrerer Filme bekannt und berühmt vor allem durch die legendären Sissi-Filme mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm.
Als Pächterin scheint 1954 Hariet Walderdorff auf. 1958 erwarb Konsul C. Adolf Vogel aus München den Besitz und gestaltete ihn mit seiner Frau Winnie Markus zu einem Luxushotel um. Um 1967 baut er den Vorauhof zum Jagdhof um, der 1993 abgebrannt ist. 1977 kam es zur Versteigerung und die Max Grundig Stiftung in Nürnberg erwarb den Gesamtbesitz. 1981 wurde das Schloss unter Denkmalschutz gestellt.
2001 gingen die Hotel-Schloss-Fuschl-Betriebe vom Besitz der Max-Grundig-stiftung in das Eigentum der Hotel Schloss Fuschl GmbH über. Das Luxushotel wird von der Arabella-Sheraton Gruppe geführt. Während der Salzburger Festspiele ist es ein Anziehungspunkt für die High Society Europas. Es genießt weltweiten Ruf mit höchstem Servicestandard.


Eigentümer: Hotel Schloss Fuschl GmbH


Schloss Fuschl, © Österreich Werbung
Schloss Fuschl
© Österreich Werbung
Schloss Fuschl, © Österreich Werbung
Schloss Fuschl
© Österreich Werbung
Das Schloss Fuschl und der Fuschlsee. Salzburg Österreich. Photographie um 1985., © IMAGNO/ÖNB/Harry Weber
Das Schloss Fuschl und der Fuschlsee. Salzburg Österreich. Photographie um 1985.
© IMAGNO/ÖNB/Harry Weber
Schloss Fuschl, Aus: Wikicommons
Schloss Fuschl
Aus: Wikicommons
Schloss Fuschl, Aus: Wikicommons
Schloss Fuschl
Aus: Wikicommons
Schloss Fuschl, Aus: Wikicommons
Schloss Fuschl
Aus: Wikicommons




Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. Der Beitrag wurde jedoch im Oktober 2010 mit folgenden Quellen aktualisiert:

www.burgen-austria.com

Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann

und mit Webrecherchen.

Literatur#

  • Dehio Salzburg, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Salzburg: Stadt und Land, bearb. von Bernd Euler, Ronald Gobiet, Horst R. Huber, Roswitha Juffinger, Wien 1986, Seite 169f.