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Schloss Mirabell#

Gemeinde: Salzburg Salzburg, Salzburg


Schloss Mirabell, © Österreich Werbung
Schloss Mirabell
© Österreich Werbung

Klassizistische Fassade, Monumentaltreppe aus Marmor mit anmutigen Statuen von Raphael Donner, ein Marmorsaal, Lustgarten mit Pegasus, „Zwergerlgarten", Naturtheater mit Hecken, Gartenskulpturen nach Johann Bernhard Fischer von Erlach.

In der Zeit des beginnenden Barocks waren die Salzburger Domherren nicht gerade fromm. Meist waren sie zweitgeborene Mitglieder adeliger Familien und für den geistlichen Beruf bestimmt. So erging es auch Wolf Dietrich von Raitenau. 1587 wurde er im Alter von 28 Jahren zum Priester und auch zum Erzbischof von Salzburg geweiht.
Im Jahr 1606 ließ er für seine Mätresse Salome Alt Schloss Mirabell, das zu dieser Zeit noch Altenau hieß, erbauen. Nach Plänen des italienischen Architekten Vincenzo Scamozzi entstand, angeblich innerhalb von sechs Monaten, am rechten Ufer der Salzach, außerhalb der Stadtmauern, Schloss Altenau. Aber schon 1611 kam es zum Krieg gegen Bayern um die Salzhandelsrechte. Wolf Dietrich musste fliehen und wurde bis zu seinem Tod im Jahre 1617 auf Hohensalzburg festgehalten. Schon fünf Jahre zuvor hatte er zugunsten seines Neffen, Markus Sittikus, Graf von Hohenems, abgedankt, der von den Domherren zu seinem Nachfolger bestimmt wurde. Er änderte den Namen in Schloss Mirabell und nahm kleinere Veränderungen vor.
Sein Nachfolger Paris Graf Lodron ließ Salzburg mit neuen Bastionen befestigte und Schloss Mirabell wurde in das Stadtgebiet einbezogen. Nach seinem Tod 1653 beauftragte Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach Johann Lukas von Hildebrandt mit einem großzügigen Umbau. Die Arbeiten dauerten von 1721 bis 1726. Es entstand ein prächtiger spätbarocker Stadtpalast.
Während der Bayernherrschaft von 1810 bis 1816 lebte hier Ludwig I. als bayrischer Kronprinz. 1816 wurde Salzburg wieder österreichisch und Schloss Mirabell kam als Sommerresidenz in kaiserlichen Besitz. 1818 ereignete sich ein verheerender Brand, der den Bau weitgehend zerstörte und auch das wertvolle Inventar sowie die Deckenfresken von Johann Michael Rottmayr und Gaetano Fanti vernichtete. Nur der Westtrakt blieb erhalten.
Der klassizistische Wiederaufbau erfolgte unter Peter von Nobile in stark vereinfachten Formen. Anschließend wurde das Gebäude vermietet. Von 1854 bis zu seinem Ableben 1858 wohnte hier als Gast des Kaisers der Kapuzinerpater Joachim Haspinger.
1866 ging der Garten als kaiserliche Schenkung in den Besitz der Stadt Salzburg über. Vier Jahre später erwarb sie auch das Schloss.

Bis 1950 war Mirabell auch Wohnsitz des Präsidenten der Salzburger Festspiele Heinrich Pouthon. Seit 1950 ist es Sitz des Salzburger Bürgermeisters und der Stadtverwaltung.


Eigentümer: Stadt Salzburg


Schlossgarten Mirabell, © Österreich Werbung
Schlossgarten Mirabell
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Schlossgarten Mirabell, © Herbert Pirker
Schlossgarten Mirabell
© Herbert Pirker
Treppenhaus im Schloss Mirabell, © Herbert Pirker
Treppenhaus im Schloss Mirabell
© Herbert Pirker
Schloss Mirabell, Foto: Amiodarone. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Mirabell
Foto: Amiodarone. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Mirabell, Foto: Andrew Bossi. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Mirabell
Foto: Andrew Bossi. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Mirabell, Foto: Andrew Bossi. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Mirabell
Foto: Andrew Bossi. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Mirabell, Foto: Andrew Bossi. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Mirabell
Foto: Andrew Bossi. Aus: WikiCommons unter CC
Treppenhaus im Schloss Mirabell, Foto: Andrew Bossi. Aus: WikiCommons unter CC
Treppenhaus im Schloss Mirabell
Foto: Andrew Bossi. Aus: WikiCommons unter CC

--> Stiegenaufgang im Schloss Mirabell (Video Album)




Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. Der Beitrag wurde jedoch im Oktober 2010 mit folgenden Quellen aktualisiert:

www.burgen-austria.com

Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann

und mit Webrecherchen.

Literatur#

  • Dehio Salzburg, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Salzburg: Stadt und Land, bearb. von Bernd Euler, Ronald Gobiet, Horst R. Huber, Roswitha Juffinger, Wien 1986, Seite 632ff.