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Burg St. Petersberg#

Bezirkshauptmannschaft: Imst Tirol, Imst

Gemeinde: Silz Tirol, Silz

Katastralgemeinde: Silz



Einheitlicher Baukomplex mit Mittelhof und umgebenden Wohn- und Wehrbauten. Ein zweigeschoßiger Palas, fünfgeschoßiger quadratischer Bergfried mit urspr. Zinnenabschluß, Zwinger, Ringmauer, Spuren des ehemaligen Wehrganges, Kapelle im Kern aus dem 12. Jahrh.

Eine Restaurierung wurde 1973 durchgeführt. Romanische Rundbogenfenster, Kassettendecke (Ende des 19. Jh.s), Freskenreste (die jedoch abgenommen wurden und in der Burg verwahrt werden) aus dem späten 13. Jh., spätgotische Erker und gefaßte Fenster in tiefen Nischen mit Seitensitzen und Netzgewölbe. Unterhalb des Chors wurde 1972 der Grundriß einer kleineren Kapelle (11. Jh.) mit gemauertem Blockaltar freigelegt. Östlich außerhalb der Kernburg der freistehende, fünfgeschoßige quadratische Turm, der urspr. Sitz der Burggrafen gewesen ist.

In der Umgebung der Burg wurden Urnenfel der sowie Funde aus der Hallstatt-, der La-Tene- sowie der Römerzeit sichergestellt. Urk. 1090/97 erwähnt, war St. Petersburg weifisches Hausgut oder Reichslehen und Mittelpunkt der Grafschaft im Oberinntal. Im 12. und 13. Jh. wurde die Burg auch „Neuhaus" genannt. Besitzer: Grafen von Ronsberg, Grafen von Eppan-Ulten (1212), Kaiser Friedrich II. (1245), Herzöge von Bayern (1263), Tiroler Landesfürsten (1266); anschließend als Pflege oder Pfand vergeben. 1407-1587 im Besitz der Freundsberg, 1777 der Wolkenstein; 1857 durch Brand zerstört; 1919-1965 im Besitz der (füheren Grafen) Stolberg; St. Petersberg war mit dem ehemaligen Jagdschloss Kühtai besitzmäßig verbunden.

Seit 1969 Ausbau zu einem Ordenshaus (Schutzengel-Bruderschaft Opus Angelorum), wodurch die ursprüngliche Bausubstanz jedoch teilweise entstellt wurde.


Eigentümer: Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz


Burg St. Petersberg - Foto: Burgen-Austria

Burg St. Petersberg - Foto: Burgen-Austria





Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen.

Literatur#

  • Dehio Tirol, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Tirol, bearb. von Gert Amman, Erich Egg, Johanna Felmayer, Josef Franckenstein, Wolfram Heike, Horst R. Huber, Herta Öttl, Meinrad Pizzinini, Wien 1980, Seite 738.
  • Weingartner, Josef Hörmann-Weingartner, Magdalena Die Burgen Tirols. Ein Burgenführer durch Nord-, Ost- und Südtirol, 3. Aufl., Innsbruck-Bozen 1981, Seite 123ff.