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Falsche Zeiger und echte Waffen #

Dritter und letzter Teil unserer Spurensuche nach der ursprünglichen Bedeutung von alten Grazer Bezeichnungen und Namen.#


Von Robert Engele mit freundlicher Genehmigung der Kleinen Zeitung


Zeughaus
32.000 Waffen stehen heute noch im Zeughaus bereit – es ist die größte originale Rüstkammer der Welt.
Foto: © STEIERMARK TOURISMUS

Uhrturm#

Auf der früher St. Paulsberg genannten Rückfallskuppe des Schloßbergs gelegen, war als höchstgelegener Turm der Stadtbefestigung konzipiert, bereits 1265 erwähnt. Seine heutige Form hat er seit 1561, seit damals dient er als Feuerwache. Die erste Uhr, die dem Turm seinen Namen gab, wurde 1569 von der Bürgerschaft in Auftrag gegeben. 1712 wurden vier Zifferblätter mit fünf Meter Durchmesser hinzugefügt. Doch die Uhrzeiger sind vertauscht, weil es anfänglich nur den Stundenzeiger gab, damit man auch von der Stadt aus die Stunde ablesen konnte. Der kleine Zeiger kam erst später hinzu – und zeigt seit damals die Minuten an.

Volksgarten (4. Bezirk)#

1875 eröffnet und 1882 und 1897 erweitert, um rechts der Mur fürs gemeine Volk ein Gegengewicht zum bürgerlichen Stadtpark zu schaffen – gerade rechtzeitig bevor die seit Jahrhunderten bestehenden Gärten zwischen Lendplatz und Annenstraße dem raschen Wachstum der Gründerzeit zum Opfer fielen. Aufgrund seiner Lage wurde der Volksgarten bald zum Erholungsraum der Arbeiterschaft, die hier auch ihre Feste veranstaltete. Heute umfaßt der Park eine Fläche von 46.100 Quadratmetern. Seit Anbeginn steht hier auch ein großer Kiosk, der ursprünglich zur Ausgabe von Erfrischungen diente, dann aber erweitert wurde, so dass sogar Kabaretts aufgeführt werden konnten. 1925 wurde der Kiosk zum Kino umgebaut, 1950 zum Beratungs- und Kommunikationszentrum der SPÖ ausgebaut. Seit 1998 befindet sich im Volksgarten auch ein buddhistischer Friedensstupa.

Waltendorf (9. Bezirk)#

Der Name verweist auf einen Siedlungsbeauftragten namens Walter oder Walto hin, der hier im Hochmittelalter zwischen 1040 und 1200 im Auftrag des Landesfürsten an der Straßengabelung nach St. Peter und Autal eine Ortschaft errichtete.

X#

Bücher und Unterlagen habe ich durchforscht, um eine alte Grazer Ortsbezeichnung zu finden, die mit einem X beginnt – fündig wurde ich nur bei der XCiting Funhall in der Ziehrerstraße, einer Trendsporthalle, und anderen modischen Bezeichnungen. Aber die passen nicht sehr für „Damals in Graz“. Auch für...

Y#

gilt leider dasselbe. Hier habe ich zwar die Yamamoto Sushibar entdeckt, in der man zum Servieren der Gerichte Keramik der japanischen Künstlerin Chihiro Sato verwendet. Aber Altgrazerisch hat’s nichts gegeben. Sollten die Leser und Leserinnen der Kleinen Zeitung bei X und Y weiterhelfen können, wäre ich sehr dankbar. Tipps bitte als E-Mail an robert.engele@kleinezeitung.at

Zeughaus#

In der Herrengasse direkt neben dem Landhaus. Da Graz zur Zeit der Türkenkriege eine große politstrategische Bedeutung für den Südosten des Reiches hatte, wurde hier von den steirischen Landständen 1642 bis 1645 nach den Plänen von Anton Solar eine neue, umfangreiche Waffenkammer (Zeughaus) erbaut, in der einst die Ausrüstung für 16.000 Mann lagerte. Heute stellt das Landeszeughaus mit seinen etwa 32.000 Waffen und Geräten die größte und besterhaltene originale Rüstkammer der Welt dar.


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© "Damals in Graz", Dr. Robert Engele