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Eine Reise durchs alte Graz #

„Damals in Graz“ gibt es als Buch mit 45 Geschichten.#


Von Robert Engele mit freundlicher Genehmigung der Kleinen Zeitung


Zwei Musterseiten des Buches „Damals in Graz“
Zwei Musterseiten des Buches „Damals in Graz“ und Faksimile der ersten Folge der Zeitungsserie am 28. September 2008
© Robert Engele

Wissen Sie eigentlich, wer die „gemainen Weiber“ waren, wo die Vogeljäger ihre Fallen aufstellten und wie die jüdischen Geschäfte im 38er- Jahr „arisiert“ wurden?

Oder stellen Sie sich einmal vor, wie die Altstadt vor 100 Jahren ausgesehen hat, als noch die Pferdetramway fuhr. Oder gar vor 200 Jahren, sagen wir so um 1809, als die Franzosen unter Napoleon Stadt und Land besetzten und eine Woche lang den Schloßberg gestürmt und beschossen haben.

Oder was alles los war damals in Graz, als hier noch Kaiser und Herzöge Hof hielten? Oder wie 1904 das Radio in Graz erfunden wurde? Es wäre ja eine Weltsensation gewesen - wenn’s nur jemand bemerkt hätte. Am 15. Juni 1904 konnte Otto Nußbaumer, Konstrukteur für Physik an der Technischen Hochschule, mit selbst gebauten Geräten weltweit erstmals die menschliche Stimme drahtlos übertragen. Gleichzeitig war dies auch die erste drahtlose Musikübertragung, da Nußbaumer höchstpersönlich das Dachsteinlied sang. Doch als erste Reaktion beanstandete Ordinarius Albert von Ettingshausen bloß die Gesangskünste seines Mitarbeiters, erzählt die Anekdote. Mit einem Wort: Man erkannte die technische Meisterleistung nicht, meldete sie daher auch nicht zum Patent an – und so verlief die Sensation einfach im Sand, der Nobelpreis wurde an andere ver- geben. Oder wie der einst sehr beliebte (und beleibte) Schauspieler Oskar Sima im (nicht mehr vorhandenen) Hotel Steirerhof übernachtete?

Von ihm erzählte Thilde Lieb, die legendäre ,Frau Sacher’ von Graz: „Eine richtige Hetz war es mit ihm. Die Angestellten sind aus dem Lachen nicht herausgekommen. Außerdem hatte er einen gesegneten Appetit – drei Backhendln hat er wie nichts vertilgt. Er müsse das, erklärte er feixend, das erhalte ihm „seine Figur“.

Das alles und noch viel mehr habe ich nun in einem Buch mit 45 Geschichten und zahlreichen schönen Illustrationen (Verlag Styria, Euro 24,95) verpackt – voll an Historischem und Unbekanntem, Originellem und Kauzigem.

Buchpräsentation#

Seit Beginn der Serie „Damals in Graz“ in der Kleinen Zeitung im Herbst 2008 ist das Echo überwältigend. Immer wieder sprechen mich Menschen auf der Straße und am Bauernmarkt an, schicken E-Mails oder rufen an und ergänzen so die Artikel durch wertvolle Hinweise und ihre persönlichen Erinnerungen.

Dazu habe ich aus den Archiven stets viel mehr Material und Bilder ausgegraben, als in der Zeitung Platz hatten.

Und weil es jammerschade gewesen wäre um die vielen unbekannten Informationen, Details und Anekdoten, liegt „Damals in Graz“ nun auch in Buchform vor – und wurde am 23. März 2010 in der Buchhandlung Moser präsentiert.



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© "Damals in Graz", Dr. Robert Engele