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Karl Lueger#

Denkmal am Luegerplatz, Photo: Peter Diem
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Karl Lueger wurde am 24. Oktober 1844 als Sohn eines Saaldieners am Wiener Polytechnikum in Wien geboren.

Er besuchte als Externist die Theresianische Ritterakademie in Wien und studierte anschließend Rechtswissenschaft (Dr. jur. utr. 1870).

Von 1874 bis 1896 war er Rechtsanwalt in Wien, ehe ihn die Politik in den Wiener Gemeinderat (1875-1876 und 1878-1910) führte. Ab 1885 war er Abgeordneter zum Reichsrat, ab 1890 Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag, 1895 und 1896/97 Vizebürgermeister und 1897-1910 Bürgermeister von Wien.

Zunächst Kandidat der liberalen Partei, schloss sich im Gemeinderat den Demokraten an, bis er, das Gedankengut Karl Freiherr von Vogelsangs aufgreifend, Gründer der Christlichsozialen Partei wurde.

Als glänzender Redner und "Volkstribun" gewann er Kleinbürgertum und Bauerntum für sein Programm eines christlichen Neubaus der Gesellschaft und formierte die erste Massenbewegung in der österreichischen Geschichte. In der Auseinandersetzung mit seinen politischen Gegnern bediente er sich häufig des Antisemitismus, den er als Mittel zum Zweck betrachtete.

Nach dem Sieg über die liberale Herrschaft im Wiener Rathaus verhinderte aber der Kaiser - über Interventionen der Staatsregierung - die Bestätigung der Wahl Luegers zum Bürgermeister; erst 1897 erfolgte nach der fünften Wahl Luegers die kaiserliche Bestätigung. Die nachfolgenden 14 Jahre seiner kommunalpolitischen Tätigkeit waren gekennzeichnet vom Ausbau der Stadt Wien zur Großstadt, wobei Lueger hier weittragende und richtungweisende Entscheidungen traf: die Kommunalisierung der Gas- und Stromversorgung, der Verkehrsmittel, der Ausbau einer zweiten Hochquell-Wasserleitung, die Anlage einer Grüngürtellandschaft, die Einrichtung der Sozialfürsorge.

Als Parteiführer der Christlichsozialen Partei stand er dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dem Gedanken der Gleichberechtigung aller Nationalitäten der Donaumonarchie nahe, er bekämpfte den magyarischen Chauvinismus ebenso wie großdeutsche Separationsbestrebungen, insbesondere das Anschlussprogramm der Alldeutschen des Georg Ritter von Schönerer.

Er machte seine Partei 1907 zur stärksten Fraktion des österreichischen Reichstages, doch seine Überlegungen zur Reichsreform im Sinne eines Umbaus der Doppelmonarchie zu einem zentraleuropäischen Commonwealth of Nations wurden nicht verwirklicht, im Völkermanifest Kaiser Karls 1918 sind zu spät einzelne Grundgedanken aufgegriffen worden.


Standort: Luegerplatz, Wien 1.,
Künstler: Das Standbild wurde bereits 1913-1916 von Josef Müllner geschaffen. Es sollte zunächst vor dem Rathaus aufgestellt werden. Doch infolge der darüber geführten Diskussionen und der Kriegswirren erfolgte die Aufstellung erst am 19.9.1926.
Beachte: 1. Im Hinblick auf die mögliche Gefährdung der großen Platane hinter dem Denkmal kam es zu öfters zu Diskussionen über Pläne, unter dem Denkmal eine Tiefgarage zu errichten 2. Eine Initiative von Kunststudenten regte einen Wettbewerb an, dessen Ziel es ist, mit künstlerischen Mitteln auf den politischen Antisemitismus Karl Luegers hinzuweisen. Näheres siehe die Homepage der Initiative.