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Otto Wagner#

Denkmal für Otto Wagner
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Otto Wagner wurde am 13. Juli 1841 als Sohn eines Notars in Wien-Penzing in eine großbürgerliche Familie geboren.

Nach dem Besuch von Gymnasium und Konvikt studierte er von 1857 und 1862 an der Königlichen Bauakademie in Berlin und in Wien zuerst am Polytechnischen Institut, dann an der Akademie der bildenden Künste und trat dann ins Atelier Heinrich von Försters ein und somit in den Kreis von L. Förster und T. Hansen (für den er das Palais Epstein an der Wiener Ringstraße ausführte) ein.

Otto Wagner war bereits ab 1864 selbstständig tätig (Häuser in der Harmoniegasse, Wien 9.), stand aber seinen Frühwerken später teilweise kritisch gegenüber.

Wagner war die überragende Architektenpersönlichkeit Wiens im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und verkörperte die fruchtbare Verbindung von Historismus und Moderne. In fast allen Bereichen der Baukunst wirkte er durch wichtige Leistungen richtungsweisend. Bestimmend blieb stets eine am Gesamtkunstwerk orientierte Grundeinstellung. Ausgehend von teils spätromantischen, teils strengen Ansätzen (Villa Epstein in Baden, 1867; Synagoge in Budapest, 1873), entwickelte er monumentale Projekte bis hin zum Städtebau ("Artibus"). Bis in die 1890er Jahre bevorzugte er einen pathetischen bis üppig renaissancehaften Ringstraßen-Stil (Haus Schottenring 23, 1878; Mitarbeit am Makart-Festzug, 1879; Villa Hahn in Baden, 1885; "große" Villa Wagner in Wien-Hütteldorf, 1888) und beteiligte sich mehrfach an internationalen Wettbewerben.

Dann wandte er sich von historistischen Idealen ab und der Erneuerung der Kunst zu, wobei er nicht die Struktur änderte, sondern die formale Gestaltung.

Obwohl er den Übergang zur modernen Sachlichkeit und Funktionalität wesentlich förderte, blieb Wagner selbst der Überzeugung treu, der Architekt als Künstler müsse das Ingenieurschaffen zwar anerkennen und verwerten, aber unbedingt über die bloße Nutzgestaltung hinaus erheben.

Näheres siehe die Biographie Otto Wagners


Standort und Künstler: Parkanlage bei der Akademie der Bildenden Künste am Schillerplatz. Das von Josef Hoffmann gestaltete Monument, ein 11 m hohes Prisma aus Granit, war 1930 auf dem Ballhausplatz errichtet worden. Während der Nazizeit wurde es abgetragen, um einem nationalsozialistischen Denkmal Platz zu machen. Dazu kam es nicht. Das Denkmal wurde am 20. 11. 1959 am heutigen Standort wieder aufgestellt.