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Haidinger, Wilhelm von#

* 5. 2. 1795, Wien

† 19. 3. 1871, Dornbach bei Wien

Mineraloge und Geologe


© Technisches Museum Wien

1840 Leiter der Mineraliensammlung der k. k. Hofkammer für das Münz- und Bergwesen, Anreger und 1847 Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, Initiator und 1849-66 erster Direktor der Geologischen Reichsanstalt (Geologische Bundesanstalt) und 1855 erster Präsident der von ihm gegründeten Geographischen Gesellschaft in Wien. Unter seiner Leitung entstand die 1. geognostische Übersichtskarte der Monarchie (gedruckt 1847); Erfinder der nach ihm benannten haidingerschen Lupe. Ihm zu Ehren erhielt ein australischer Gebirgszug den Namen "Haidingerkette".

Dichroismus (Zweifarbigkeit)#

Dichroismus (vom lateinischen "di" = doppelt und vom griechischen "chrome" = Farbe, also Zweifarbigkeit) wird eine Eigenschaft von Mineralien bei Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln verschiedene Farben zu zeigen genannt. Ursache ist die ungleiche Absorption des Lichtes bedingt durch die Kristallstruktur.

Dichroismus stellt wie Trichroismus eine Sonderform des Pleochroismus dar. Im Gegensatz zum Farbwechsel durch unterschiedliche Lichtarten (Alexandrieren, Tageslicht-Fluoreszenz) tritt die Zweifarbigkeit bei gleichbleibender Lichtart auf.

Die Erscheinung des Dichroismus zeigen viele gefärbte doppelbrechende Kristalle, sie ist in der Regel aber nur mit Hilfe eines besonderen Instrumentes, der dichroskopischen Lupe wahrzunehmen, die aus einem in eine Röhre gefassten Spaltungsstück von Doppelspat besteht, mit einer Lupe an der einen und einer viereckigen Öffnung an dem anderen Ende. Wegen der Doppelbrechung des Kalkspats sieht man den Ausschnitt doppelt und hält man einen dichroitischen Kristall davor, so erscheinen beide Bilder in verschiedener Farbe.

Zur genauen Bestimmung wird ein Gerät, das Dichroskop (oder Haidinger-Lupe) verwendet. Das Dichroskop findet in der Gemmologie häufig Anwendung und zeigt schnell und sicher, ob ein z.B. ein Schmuckstein anisotrop oder isotrop ist.

Dichroismus zeigen Kristalle im kubischen, hexagonalen und trigonalen System. Reguläre Kristalle und amorphe Mineralien zeigen die Erscheinung nie, sie ist eine Begleiterscheinung der Doppelbrechung.

Weiterführendes#

Literatur#

  • M. Leutner, Wissenschaftstheoretische Fallstudien zur Entwicklung der erdwissenschaftlichen Forschung in Österreich. W. Haidinger - F. von Hauer - O. Ampferer, 1999