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Herzstark, Samuel Jakob#

* 10. 10. 1867, Wien

† 24. 10. 1937, Wien


Rechenmaschinen-Hersteller


Samuel Curt Herzstark besuchte die Volkssschule und das Gymnaisum in Wien. Wegen Geldmangels konnte ihm seine verwitwete Mutter kein Studium ermöglichen und er begann eine kaufmännische Lehre. Danach arbeitete er, nur durch einen kurzen Militärdienst unterbrochen, bis 1895 im kaufmännischen und technischen Bereich verschiedener Maschinen- und Textilfabriken (u. a. Getzner, Bludenz) und Warenhäusern (Kastner & Öhler, Graz, Gerngroß, Wien).


Bei einem Aufenthalt in den USA lernte er die Remington- und Burroughs-Erzeugnisse kennen. Nach Europa zurückgekehrt, wirkte Samuel Herzstark bei der Firma Glogowksi in Berlin und Wien als Manager für Burroughs-Addiermaschinen. Er war wesentlich an der Einführung dieser Maschinen bei der österrreichischen Postsparkasse beteiligt. 1905 gründete er die erste Rechenmaschinenfabrik der österreichisch-ungarischen Monarchie, die prot. Firma "Rechenmaschinenwerk Austria, Herzstark & Co", deren Alleininhaber er ab 1908 war. Mit der Vierspezies-Maschine (1914) leistete er Pionierarbeit für Entwicklung der Datenverarbeitung. Bis 1914 zählte die Firma 100 Mitarbeiter, davon die Hälfte Feinmechaniker, und lieferte 7.500 Rechenmaschinen nach Österreich-Ungarn und Deutschland.


Der Erste Weltkrieg beendete die Produktion, die Firma Schrapnellzünder her. Samuel Herzstark war eingerückt, seine Frau führte den betrieb und sein Sohn arbeitete als Lehrling mit. Nach Kriegsende wurden noch einige hundert Rechenmaschinen verschiedener Modelle aus Lagerbeständen zusammengbaut, ab 1922 arbeitete die Firma mit Rohwerken aus Deutschland.
Samuel Herzstark erwarb 34 österreichische und zahlreiche ausländische Patente.

Quelle#


© TMW
  • Technisches Museum Wien, Archiv (Personenmappe)


Redaktion: hmw