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Karl Schmoll #

* 11. Februar 1852 Mannersdorf am Leithagebirge, Niederösterreich
† 7. Mai 1936 in Wien

Erfinder und Fabrikant

Bild 'Schmoll'

Karl Schmoll war eines von sieben Kindern des Mannersdorfer Gemeinderats und Bäckermeister in Mannersdorf, Josef Ludwig Schmoll von Eisenwerth. Nach dem Besuch einer Handelsschule in Wien als Bankangestellter, später als Werksleiter und Buchhalter tätig, versah den er Militärdienst im k.u.k. Feldartillerieregiment Nr. 7. Er heiratete 1882 und trat danach das chemisch-technische Unternehmen Ruß & Co. in Wien 6 ein, dessen Geschäftsleiter er wurde.

1884 begann Karl Schmoll mit der Produktion der von ihm entwickelten Lederpflege-, Waffen- und Hufkonservierungsmitteln. Aufgrund der niedrigschmelzenden Paraffine zeichneten sich die mit Schmoll-Pasten behandelten Gegenstände durch Wasserfestigkeit und Hochglanz aus. Die Erfindungen erhielten Goldmedaillen auf Industrieausstellungen (Linz 1885, 1887, Kroatien 1889). Später erwarb der Erfinder Patente u.a. für Dosenverschlüsse (Nr. 120060) und Alkalisilikat-(Wasserglas-) Lösung (Nr. 106248)

1890 übersiedelte die Firma Schmoll nach Wien-Währing. 1902 durfte sie sich als kaiserlich- königlicher Hoflieferant bezeichnen. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden in der Fabrik neben Schuhpasta der Kunststein "Ceolith" für Fußböden, verschiedenste Pflegemittel für Leder, Möbel, Böden sowie Backpulver erzeugt. Es bestanden Fabriken in den Kronländern und eine eigene Terpentin-Raffinerie in in Pernitz (Niederösterreich). Danach erfolgte die Umwandlung in eine OHG und die Erteilung weiterer Patente (z.B. Tiefdruck-Technik, neuer Dosenverschluss).

Die Fabrik bestand bis 1968, nach einem Ausgleich wurde sie an die deutsche Firma Werner & Mertz (Erdal) verkauft.

Schmoll und seine Patente PDF file

Quellen:
Almanach Geschichte der Chemischen Industrie Österreichs 1914 – 2004
Auer von Welsbach Forschungsinstitut