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Uchatius, Franz Freiherr von#

* 20. 10. 1811, Theresienfeld (Niederösterreich)

† 4. 6. 1881, Wien (Selbstmord)

Erfinder, Waffentechniker, Feldmarschallleutnant


Franz Freiherr von Uchatius
Franz Freiherr von Uchatius. Aquatinta von J. Wischniewsky, 1881
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU
1871 Kommandant der Artilleriezeugsfabrik im Wiener Arsenal. Erregte 1874 internationales Aufsehen durch die Erfindung der für den Guss von Geschützen besonders geeigneten Stahlbronze ("Uchatius-Stahlbronze"); auf dem Gebiet der Kinematographie erfand er 1846 einen Bildwerfer zur Darstellung beweglicher Bilder (Laufbildprojektor).


Bombardierung Venedigs mit Ballonbomben 1849 - der erste Luftangriff der Weltgeschichte#

von Johann Werfring, mit freundlicher Genehmigung der "Wiener Zeitung".


Franz Uchatius hatte gemeinsam mit seinem Bruder Josef Uchatius in Wien mit Ballonbomben experimentiert. Von vier am 15. Mai 1849 auf der Kuppe des Laaerbergs gestarteten Ballons, welche anstelle von Bomben mit Sandsäcken belastet waren, wich nur einer von dem 9,5 Kilometer vom Aufstiegsort entfernt abgesteckten Zielpunkt zwischen Mannswörth und Fischamend um mehr als 85 Meter ab. Die Absprengung der Bombe von dem unbemannten Ballon wurde dadurch erreicht, dass die Aufhängeschnur an einer Stelle durch einen Block Raketentreibsatz lief, zu dem eine langsam abbrennende Zündschnur führte, die geschulte „Bombardierer" vor dem Hochlassen des Ballons entflammten. Schon bald nach den erfolgreichen Tests traf Radetzkys Anforderungsschreiben ein. Allerdings hatte der Erfinder Franz Uchatius ausgesprochenes Pech, denn als er mit seinen Ballonbomben bei Venedig eintraf, waren die herrschenden Luftströmungen für Ballonaufstiege überaus ungünstig.
Da wegen der bestehenden Windverhältnisse ein Start vom Festland aus nicht möglich war, wurden die Ballone auf den Raddampfer „Vulkan" verfrachtet, um sie von der Seeseite aus starten zu lassen. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch am 29. Juni 1849 explodierte die erste von einem Ballon getragene Bombe am 2. Juli in Murano. Obwohl auch weitere erfolgreiche Bombenabsetzungen gelangen, war der Aktion wegen Schlechtwetter und ungünstigen Winden letztlich kein allzu großer Erfolg beschieden. Angeblich hatten die Bomben zwar eine gewisse psychologische Wirkung auf die Venezianer ausgeübt, jedoch erfolgte am 2. August 1849 die Kapitulation Venedigs aus anderen Gründen.

Quelle#

  • Johann Werfring, "Wiener Zeitung" vom 18.3.2010