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Fleischarm das Klima schützen#

Der westliche Nahrungsstil bedroht das Treibhausgasziel für 2050.#


Von der Wiener Zeitung (Dienstag, 2. September 2014) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Von

Alexandra Grass


Fleisch ja, aber mit Maß und Ziel
Fleisch ja, aber mit Maß und Ziel.
© Carlos Hernandez/Westend61/Corbis

Cambridge/Wien. Die Geschmacksvorlieben des Westens - geprägt von intensivem Fleischkonsum - dehnen sich stetig auf die Weltbevölkerung aus. Dieser Trend stelle allerdings eine Bedrohung für das Klima dar, wie eine neue Studie britischer Forscher zeigt. Denn verändern sich die Essgewohnheiten weltweit nicht hin zu einer gesünderen Ernährung, würden die Treibhausgasemissionen der Nahrungsproduktion um immerhin 80 Prozent ansteigen, schreibt das Forscherteam aus Cambridge und Aberdeen im Fachblatt "Nature Climate Change". Die globalen Klimaziele für 2050 seien bedroht.

Verantwortlich für den Anstieg der Treibhausgase sind sowohl eine erhöhte Abholzung und Düngung, aber auch die Methan-Emissionen der Tiere selbst. Für ihre Studie analysierte das Team die Landnutzung, Landeignung sowie die landwirtschaftlichen Biomassedaten, um unterschiedliche Szenarien erstellen und vergleichen zu können.

Die westliche Ernährung ist auch durch einen übermäßigen Verzehr von Lebensmitteln gekennzeichnet, einschließlich jenes von emissionsintensiven Fleisch- und Milchprodukten. Die Forscher erstellten ein Szenario, in dem alle Länder zu einer durchschnittlichen ausgewogenen Ernährung gelangen. Ohne übermäßigen Konsum von Zucker, Fett und Fleischprodukten. Dies reduziere den Druck auf die Umwelt deutlich, stellt Bojana Bajzelj von der University of Cambridge fest. Als "durchschnittliche" ausgewogene Ernährung wurde ein für alle relativ leicht erreichbares Ziel genannt: So etwa ein wöchentlicher Verzehr von zwei Portionen rotem Fleisch, fünf Eiern sowie sieben Portionen Geflügel.

"Wir sollten uns alle sorgfältig sowohl über die Auswahl der Lebensmittel als auch deren Auswirkungen auf die Umwelt Gedanken machen", raten die Forscher. Co-Autor Keith Richards von der Uni Cambridge sieht dies aber nicht als Argument, um Vegetarier oder gar Veganer zu werden. Vielmehr gehe es "um den Verzehr von Fleisch in vernünftigen Mengen als Teil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung".

Wiener Zeitung, Dienstag, 2. September 2014