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Altbischof Kurt Krenn 77-jährig gestorben#


Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Wiener Zeitung (Samstag, 25. Jänner 2014)

Von

grh


Kurt Krenn
Kurt Krenn
© APA (Pfarrhofer)

Der emeritierte Bischof von St. Pölten, Kurt Krenn, ist am Samstag im Alter von 77 Jahren gestorben. Krenn war seit Jahren schwer erkrankt und daher nicht mehr öffentlich aufgetreten. Der Altbischof, der 13 Jahre lang die Diözese St. Pölten geleitet hatte, starb um 20.17 Uhr im Kloster der Dienerinnen der Immaculata in Gerersdorf bei St. Pölten, wo er in den letzten Jahren gepflegt wurde.

Krenn war von 1987 bis 1991 Weihbischof der Erzdiözese Wien und von 1991 bis 2004 Diözesanbischof von St. Pölten. Im Zusammenhang mit der Affäre um Kinderpornos und Homosexualität im Priesterseminar trat er im Herbst 2004 auf Wunsch des damaligen Papstes Johannes Paul II. zurück.

Die gesamte Amtszeit des "streitbaren Bischofs" war überschattet von heftigen Kontroversen um seine Person, seinen Stil und viele seiner Aussagen. Krenn war im März 1987 von Papst Johannes Paul II. zum Wiener Weihbischof ernannt worden. Am 15. September 1991 übernahm er von Franz Zak die Leitung der Diözese St. Pölten, die er bis zur Emeritierung am 7. Oktober 2004 innehaben sollte.

Für Krenn taten sich in der 13-jährigen Tätigkeit in St. Pölten mehrere Fronten auf. Auf massive Ablehnung war er etwa bei den Äbten der niederösterreichischen Stifte gestoßen. Eine schier unendliche Geschichte war auch die Auseinandersetzung mit dem Paudorfer Pfarrer Udo Fischer.

Die Affäre um Kinderpornos und Homosexualität im St. Pöltener Priesterseminar läutete das Ende Krenns als Oberhirte ein. De facto wurde er der Leitung der Diözese am 20. Juli 2004 mit der Einsetzung eines Apostolischen Visitators - Klaus Küng, letztlich auch sein Nachfolger - enthoben.

"Im Rückblick auf jedes Leben gibt es Licht und Schatten", sagte sein Nachfolger Bischof Klaus Küng in einer ersten Stellungnahme. Manchmal komme es bei einem umstrittenen Menschen auf den eigenen Standpunkt an, zu entscheiden, wo das Licht endet und der Schatten beginnt, so Küng. "Bischof Krenn mag Schwächen gehabt haben, seine Auftritte und Äußerungen haben sicher manche Menschen gereizt, ja geärgert und gekränkt. Vergessen wir dabei aber auch nicht, dass die Sorge um die Kirche und ihre Sendung sein Leben bestimmt haben. In dieser Hinsicht kann er für jeden und jede von uns ein Vorbild sein", sagte der Bischof über seinen Vorgänger.

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat den verstorbenen Altbischof Kurt Krenn als Menschen bezeichnet, dessen Wirken "zu manchen Kontroversen geführt" habe. "Freunde wie Gegner" hätten jedoch "seinen Mut und seine Geradlinigkeit anerkannt", wurde Schönborn am Samstagabend von Kathpress zitiert.

Die österreichischen Bischöfe werden am Montag bei der Messe im Petersdom für den verstorbenen beten und seiner gedenken, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

Wiener Zeitung, Samstag, 25. Jänner 2014