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Das neue Haus der Volkskunde (Essay)#

Text von

Wiltraud Resch

Bilder von

Wiltraud Resch und BEHF

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von

ISG Magazin Heft 1 / 2003 (Internationales Städteforum Graz)


Volkskundemuseum im ehemaligen Kloster der Kapuziner in Graz., © Wiltraud Resch
Volkskundemuseum im ehemaligen Kloster der Kapuziner in Graz.
© Wiltraud Resch

Nach 16-jähriger Zeit der Schließung wird nun das Volkskundemuseum in der Paulustorgasse, in dem die älteste und umfangreichste volkskundliche Sammlung des Joanneums untergebracht ist, wieder seine Pforten den Besuchern öffnen. Der nach neuesten Erkenntnissen zeitgemäßer Museumspädagogik adaptierte Baukomplex kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken.

In den Jahren 1600/02 wurde die am östlichen Schlossbergabhang gelegene Kapuzinerniederlassung mit der asketisch schlichten Anto-niuskirche und dem anschließenden dreiflügeligen Klostergebäude errichtet. Nach der josephinischen Klosteraufhebung von 1786 wurde hier die erste Irrenanstalt der Steiermark untergebracht. Seit 1913 dient der Baukomplex mehrfach adaptiert und erweitert als Volkskundemuseum.

Museumseingang und Verbindungsbrücke., © BEHF
Museumseingang und Verbindungsbrücke.
© BEHF

Die mit der dringend notwendig gewordenen Neustrukturierung beauftragten BEHF-Architekten stellten in ihrem Konzept den historischen Raum und die Ausstellungsobjekte in den Vordergrund. Ein wesentliches Anliegen bedeutete die Wahrung der Charakteristik des Ortes. Alle neuen Gestaltungselemente bestehen aus Glas, Metall und Licht. Die Schausammlung wird künftig drei Bereiche zeigen: Wohnen - Kleiden - Glauben. Vorgesehen ist ein Rundgang durch zwei Geschosse des Klostergebäudes, wobei das Kirchengebäude als Teil des Museumskomplexes miteinbezogen werden konnte. Gläserne Eingänge mit Museumsshop sowie eine transparente Verbindungsbrücke haben nicht nur funktionelle Aufgaben, sondern verstärken auch die Präsenz des wieder neu erstandenen Museums im öffentlichen Raum.