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Sanierung der Kirche von Bodendorf (Essay)#

Text von

Hasso Hohmann

Bilder von

Ursula Werluschnig

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von

ISG Magazin Heft 2 / 2004 (Internationales Städteforum Graz)


Die Filialkirche der Hl. Cäcilia in Bodendorf in der Gemeinde St. Georgen ob Murau steht etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt im Grünen. Sie war schon recht baufällig, der Dachstuhl teilweise gemorscht, Risse über und unter mehreren gotischen Fenstern. Nun wurde sie konserviert, renoviert und restauriert und so ein Kulturdenkmal für die Zukunft erhalten.

Ein Hufeisen an der Tür der Nordfassade soll der Sage nach auf die Tiroler Gräfin Margarete Maultasch zurückgehen, die hier im 14. Jh. vorbeiritt und deren Pferd bei dieser Kirche ein Hufeisen verlor, das sie daraufhin wütend Richtung Kirche geschleudert haben soll. Der aus der Zeit um 1300 stammende Sakralbau kann noch nicht sehr alt gewesen sein, als das geschah - die Gräfin lebte zwischen 1318 und 1369.

Sehenswert sind an der kleinen gotischen Kirche die sehr schönen Aussen-und Innenwandfresken aus dem 14. und 15. Jh., die zum Teil erst bei dieser Sanierung freigelegt wurden. Im Innern fällt - vor allem neben den Wandfresken - die reich mit Schablonenmalereien gestaltete Holzdecke des Sakralraumes aus der Zeit um 1500 auf. Nicht zu übersehen sind auch die protestantische Kanzel von 1585 und die mit Illusionsreliefs im Stile spätantiker Bodengestaltungen reich bemalte Empore, die offenbar später erweitert wurde. Die Einrichtung reicht vom gotischen Flügelaltar bis zum barocken Hauptaltar. Mit Hilfe des Revitalisierungsfonds des Landes Steiermark war es möglich, dieses Kleinod ländlicher Sakralbaukunst zu erhalten.

Filialkirche der Hl. Cäcilia
Die Chorseite der Bodendorfer Filialkirche der Hl. Cäcilia.
© Ursula Werluschnig

Aussenwandfresken - Filialkirche der Hl. Cäcilia
Die neu entdeckten und freigelegten Aussenwandfresken an der Nordseite.
© Ursula Werluschnig

Empore und Deckenuntersicht - Filialkirche der Hl. Cäcilia
Empore und Deckenuntersicht mit Schablonenmalerei.
© Ursula Werluschnig