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Industriebau wird Mehrzweckhalle (Essay)#

Text und Bilder von

Hasso Hohmann

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von

ISG Magazin Heft 3 / 2003 (Internationales Städteforum Graz)


Helmut-List-Halle
Halle von Südosten

Die "Helmut-List-Halle" steht in der Grazer Wagner-Biro-Strasse westlich des Bahnhofsgeländes in einer gealterten Industriezone. Ein Grossteil der vielen funktionslos gewordenen Industrieobjekte wurde in den vergangenen Jahren abgetragen. Aus einer verbliebenen ehemaligen Wagner-Biro-Halle hingegen wurde nun ein High-Tech-Veranstaltungsort. Die Halle wurde weitgehend von der Firma AVL-List mit zusätzlichen öffentlichen Subventionen finanziert und versteht sich als Beitrag zur Kulturhauptstadt 2003, vor allem aber als Heimat für den "Steirischen Herbst", das internationale Festival der neuen Kunst in Graz.

Die Adaptierungsplanung für den Industriebau stammt von Architekt DI Markus Pernthaler, der hier mit dem Know-how der Firma AVL-List in Zusammenarbeit mit dem Büro Dr. Pfeiler für die Bauakustik und mit Prof. Karl Heinz Müller aus München für die Klangakustik eine Veranstaltungshalle für bis zu 2.000 Besucher geschaffen hat, die räumlich flexibel ein Highlight der akustischen Brillanz bietet. Der Bau ist ein gutes Beispiel für eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen einer privaten Firma, die ihre Möglichkeiten 1:1 präsentiert, und der öffentlichen Hand als Kulturmittler. Als Musterstück und Testsaal für AVL sowie als Veranstaltungsort für die kulturinteressierte Öffentlichkeit ist hier eine ideale Symbiose aus unterschiedlichen Interessen entstanden.

Helmut-List-Halle
Eingangshalle
Helmut-List-Halle
Der Eingang am Abend

Die ursprüngliche Industriehalle wurde nur dort, wo es für die Funktion notwendig war, verändert. In Abschnitten kann man daher die alte Halle nicht mehr erkennen. An den Giebelseiten in der Eingangshalle im Westen und auch von der Bahnlinie gesehen zeigt die Halle aber immer noch ihr früheres Profil und ihre ursprüngliche Konstruktion. Am Abend fällt die beleuchtete Helmut-List-Halle vor allem den von Norden kommenden Bahnreisenden während der Einfahrt in den Grazer Bahnhof auf. Die Südfassade wird von Photovoltaikflächen gebildet, die ihre überschüssige Energie in das Stromnetz einspeisen.