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Schloss Seggau#

Geschickte Verschränkung von Alt und Neu (Essay)#


Text von

Hasso Hohmann

Bilder von

Paul Ott

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von

ISG Magazin Heft 4 / 2002 (Internationales Städteforum Graz)


Eingangszone im Hofbereich. Die Glasdachlösung ermöglicht einen fast ungestörten Blick auf die soeben sanierte historische Fassade.
Eingangszone im Hofbereich. Die Glasdachlösung ermöglicht einen fast ungestörten Blick auf die soeben sanierte historische Fassade.
Die Zeichnung zeigt nur den nördlichen Teil der Schlösser-Agglomeration mit den neuen Zubauten. Die Burg Polheim im Süden fehlt hier., Zeichnung: Architekturbüro Ciselbrecht
Die Zeichnung zeigt nur den nördlichen Teil der Schlösser-Agglomeration mit den neuen Zubauten. Die Burg Polheim im Süden fehlt hier.
Zeichnung: Architekturbüro Ciselbrecht

Etwa 30 km südlich von Graz nahe der Stadt Leibnitz auf einem von der Sulm umflossenen Bergrücken östlich der Mur dominiert das Schloss Seggau weite Bereiche der Landschaft. Schon in prähistorischer Zeit gab es nur einige hundert Meter weiter südlich, etwa dort, wo heute die Frauenkirche aufragt, eine mächtige Erdfestung, später ein römisches Heiligtum. Viele Grabstelen des Friedhofs von Flavia Solva, der römerzeitlichen Landeshauptstadt der Steiermark direkt an der Mur, wurden später in die Hoffassade des älteren Teiles von Schloss Seggau vor und auch hinter den dortigen Arkaden eingemauert.

Das Schloss hat im Laufe seiner Geschichte schon viele Bauepochen durchlebt. Zu nächst bestanden überhaupt gleich drei getrennte Burgen auf einem nur 300 m langen Abschnitt des Bergrückens: Dies waren von Norden nach Süden die Burg der Bischöfe von Seckau, die Burg Leibnitz und die Burg Polheim. Nach den Zerstörungen in den Ungarnkriegen Ende des 15. Jh. wurden sie um 1500 wiederaufgebaut und Ende des 16. Jh. im Besitz des Bistums Seckau vereinigt.

Nun sollte das Schloss renoviert und zu einem modernen Anforderungen genügenden katholischen Bildungshaus und Kongresszentrum adaptiert und erweitert werden. Aus einem hierfür durchgeführten geladenen Wettbewerb ging Architekt Ernst Giselbrecht als Gewinner hervor. Mitte 2002 konnte bereits der Abschluss der zweiten Bauphase gefeiert werden. Der Zubau an das Schloss ist ein völlig ruhiger, eleganter Baukörper in Stahlbeton, Stahl und Glas, der zwischen der Gartenhalle ganz im Norden und dem weiter südlich liegenden sogenannten Wirtschaftshof, der ursprünglichen Burg Seckau, errichtet wurde. Der Anschluss an den Altbau erfolgte durch eine geschickte Verschränkung von Alt und Neu an der Ostseite. Es werden noch weitere Bau- bzw. Adaptierungsabschnitte folgen.


Sehr geschickt und differenziert erfolgte an der Nordostecke des Bildungsheimes der Übergang von Alt zu Neu.
Sehr geschickt und differenziert erfolgte an der Nordostecke des Bildungsheimes der Übergang von Alt zu Neu.


Die Erschliessungsachse des grossen Neubaues geht in einen Gang aus Stahl und Glas östlich des Wirtschaftshofes bzw. Bildungsheimes über, wodurch sich eine sehr schöne Verschränkung von Alt und Neu ergibt; links sieht man die mächtigen Stützmauern des Altbaues.
Die Erschliessungsachse des grossen Neubaues geht in einen Gang aus Stahl und Glas östlich des Wirtschaftshofes bzw. Bildungsheimes über, wodurch sich eine sehr schöne Verschränkung von Alt und Neu ergibt; links sieht man die mächtigen Stützmauern des Altbaues.


Im neuen Freibad im ehemaligen Schlossgarten spiegelt sich der grosse Neubau.
Im neuen Freibad im ehemaligen Schlossgarten spiegelt sich der grosse Neubau.