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Schloss Wildbach (Essay)#

Text und Bilder von

Hasso Hohmann

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von

ISG Magazin Heft 1 / 2003 (Internationales Städteforum Graz)


Die Nordseite bzw. die Eingangsseite des Schlosses liegt gegenüber dem Weg etwas abgesenkt.
Die Nordseite bzw. die Eingangsseite des Schlosses liegt gegenüber dem Weg etwas abgesenkt.

Schloss Wildbach steht etwas erhöht im Wildbachtal nahe der kleinen gleichnamigen Ortschaft ca. 7 km südwestlich von Stainz in der Steiermark. Hier ist die Wildbacher Rebe, auch Schilchertraube genannt, zu Hause. Schloss, Wein und Gemeinde erhielten vom Bach ihren Namen. Der Wildbach wurde noch bis ins späte 19. Jh. auch Laß-nitz, Hohe Laßnitz oder Klein Lasnitz genannt, wobei der Name Laßnitz aus dem Slawischen und damit aus einer viel früheren Zeit stammt. In diesem Gebiet bauten bereits die Römer Wein an. Die Wildbacher Rebe hingegen ist ein keltischer Wein, der sogar das grosse Weinsterben durch die Reblaus überstand. Der daraus gewonnene Schilcher Wein zählt zum bekanntesten Wein, den die Steiermark anzubieten hat.

Im 14. Jh. urkundlich belegt, wurde im Bereich des späteren Schlosses Wildbach bereits ein Ansitz errichtet, der zwischen 1534 und 1540 weitgehend neu errichtet wurde. Mitte des 18. Jh. folgten dann grosse bauliche Veränderungen am Schloss. Zu dieser Zeit erhielt das Schloss etwa seine heutige Form. Zugleich entstand auch der reiche Barock- und Rokoko-Dekor an den Fassaden und im Innern. Das Schloss wurde in vielen alten Ansichten dargestellt und in zahlreichen Publikationen besprochen. Die jüngste Veröffentlichung, die sich ausschliesslich mit diesem Schloss befasst, wurde am 25. Februar 2003 in Graz der Öffentlichkeit präsentiert (siehe Buchbesprechung).

Heute gehört das Schloss nicht mehr nur einer Familie, sondern einer ganzen Eigentümergemeinschaft. Diese hat sich in einer verständnisvollen und verantwortlichen Weise um eine vorbildliche Sanierung des geschichtsträchtigen und interessanten Gebäudeensembles von Schloss Wildbach bemüht. Die Sanierungen wurden durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Bundesdenkmalamt und Steiermärkischem Revitalisierungsfonds ermöglicht.


Süd- und Westseite des Schlosses Wildbach. An den realtiv unterschiedlich hohen Dächern und den unregelmäßig ausgeformten Baukörpern kann man die verschiedenen Baustadien ablesen.
Süd- und Westseite des Schlosses Wildbach. An den realtiv unterschiedlich hohen Dächern und den unregelmäßig ausgeformten Baukörpern kann man die verschiedenen Baustadien ablesen.

Die ehemals verglase Orangerie des Schlosses konnte nur mit Mühe von dem endgültigen Verfall bewahrt werden.
Die ehemals verglase Orangerie des Schlosses konnte nur mit Mühe von dem endgültigen Verfall bewahrt werden.