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Villa in Gleisdorf (Essay)#

Text und Bilder von

Hasso Hohmann

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von

ISG Magazin Heft 1 / 2003 (Internationales Städteforum Graz)


Die Villa Sulivan unmittelbar nach der Sanierung.
Die Villa Sulivan unmittelbar nach der Sanierung.

Die "Villa Sullivan" in Gleisdorf in der Dr.-Martin-Luther-Gasse 3 wurde 1914 errichtet. Schon seit mehr als sechs Dekaden waren im Gebäude das evangelische Pfarramt und die Wohnung des Pfarrer untergebracht. 1996 erwarb die Evangelische Gemeinde Gleisdorf die Villa von einer damals bereits 90 Jahre alten Frau, die aus finanziellen Gründen in all den Jahren nicht in der Lage war, das Objekt zu renovieren. Dadurch war der Bau bereits zum Zeitpunkt des Kaufes in einem sehr heruntergekommenen, sanierungsbedürftigen Zustand. Andererseits lag in dem Geldmangel auch eine Chance: es gab nie das Geld, das Haus umzubauen oder zu verändern, so dass es sich immer noch weitgehend im Originalzustand befindet.

Die Villa ist architektonisch gesehen ein später Vertreter der Sommerfrischenarchitektur des ausgehenden 19. Jh., also jener Bauten, in denen die Städter gerne heisse Sommerwochen zubrachten, manchmal mit Schein-Fachwerk im Obergeschoss, immer mit weit ausladenden Schopfwalmdächern mit angehängtem Zierwerk vor der Giebelwand und mit manchem Alpindekor.

Zu diesem Stil passen auch die Wandmalereien im Innern der Villa mit Darstellungen eines Gebirgssees mit Schiff oder einer alten Mühle am Fluss. Das Objekt steht unter Denkmalschutz und wurde auch wesentlich mit Mitteln aus dem Steiermärkischen Revitalisierungsfonds saniert.


Der Aufgang zur Eingangstüre musste völlig erneuert werden.
Der Aufgang zur Eingangstüre musste völlig erneuert werden.

Wandmalerei im Eingangraum Mühle am Fluss.
Wandmalerei im Eingangraum Mühle am Fluss.