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Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH SFG


Brain-Computer-Interface für Koma-Patienten
Foto: Guger Technologies OG
Quelle: SFG

Die Firma g.tec – GUGER TECHNOLOGIES OG in Graz entwickelte mit mindBEAGLE® ein völlig neues System zur Diagnose und Kommunikations-Unterstützung für Patienten mit Bewusstseinsstörungen.

Für diese Menschen meist die einzige Chance, mit ihrer Umgebung in Kontakt zu treten.

Koma-Patienten leben oft in einem Zustand, über den wir nur sehr wenig wissen. Meist ist es selbst für erfahrene Ärzte kaum möglich einzuschätzen, ob ein Mensch, der keine äußeren Reaktionen zeigt, noch Wahrnehmungen, bewusste Empfindungen und Gedanken hat. Oder ob er sogar in der Lage wäre, mittels entsprechender Hilfen zu kommunizieren.

Günter Edlinger und Christoph Guger, die beiden g-tec-Geschäftsführer und ihr Team haben sich in den vergangenen zehn Jahren im Bereich Brain-Computer Interfaces (BCIs) einen Namen in der internationalen Forschungsszene gemacht. Die Firma beliefert inzwischen die renommiertesten Universitäten und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt mit Messgeräten und Software für die Hirnforschung.

Innovation auf höchstem Niveau, gepaart mit Qualität aus Österreich lässt freilich auch hier zu Lande aufhorchen: So gewann GUGER TECHNOLOGIES im Finale des Fast Forward Award 2013 der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) in der Kategorie Kleinunternehmen. Der offizielle Wirtschaftspreis des Landes ist zugleich auch der erfolgreichste Innovationspreis im Bundesländervergleich.

Besagte BCI-Forschung, also die Entwicklung direkter Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer, machten GUGER TECHNOLOGIES zum Beispiel schon 2009 durch die Entwicklung des ersten Schreibprogramms für vollständig gelähmte Patienten international bekannt.

Ausschlaggebend für die neueste revolutionäre Entwicklung namens „mindBEAGLE®“ war eine Studie, die aufzeigte, dass über 40 Prozent jener Patienten, die bisher als Menschen ohne mentale Aktivität eingestuft wurden, zumindest als „minimal bewusst“ „klassifiziert“ werden konnten.

„mindBEAGLE®“ besteht aus einem Hirnstrom-Messgerät, einer speziellen Elektroden-Kappe, einem Laptop sowie Ohrhörern für die akustische Stimulation und kleinen Vibrations-Stimulatoren, die zum Beispiel an Handgelenken angebracht werden können. In der Praxis dient „mindBEAGLE®“ im ersten Schritt der Diagnose. Durch das Erkennen abweichender Töne und Gehirnreaktionen (messbar in den Hirnströmen), kann festgestellt werden, ob der Patient die Reize wahrnehmen und verarbeiten kann. Im nächsten Schritt wird, unter anderem durch das Zählen von Tönen, getestet, ob dem Patient bewusstes Verstehen und mentale Konzentration möglich ist. Ist dies der Fall, kann der schwierigste Schritt in Angriff genommen werden: Das Konzentrations-Training auf hohe Töne (bedeutet ein „Ja“ ) und auf tiefe Töne (bedeutet „Nein“ ). Am Bildschirm wird dies durch die Bewegung eines Indikators, entweder nach links in Richtung „Ja“ oder nach rechts in Richtung „Nein“ angezeigt.

Generell bietet „mindBEAGLE®“ noch weitere Trainingsmöglichkeiten zur Kommunikation mit Menschen mit Bewusstseins-Störungen. Nachzulesen auch auf der Website (siehe Factbox). Mit g.tec - GUGER BTECHNOLOGIES OG betreibt ein junges steirisches Unternehmen Forschung, die letztlich schwer kranken Menschen zugutekommt.