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Wenn Millimeter für Millionen sorgen #

Mit Mikrolautsprechern zum maximalen Erfolg? Die Technologie von USound sorgt für globales Aufsehen, nun steht das Start-up vor einer millionenschweren Investitionsrunde. #


Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Kleinen Zeitung (Montag, 3. Oktober 2016)

Von

Markus Zottler


Gründertrio: Jörg Schönbacher, Andrea Rusconi-Clerici, Ferruccio Bottoni
Gründertrio: Jörg Schönbacher, Andrea Rusconi-Clerici, Ferruccio Bottoni
Foto: SCIENCE PARK
Der uSound-Lautsprecher
Der uSound-Lautsprecher (rechts unten) im Größenvergleich. Links unten: Aktuelle Konkurrenz
Foto: USOUND

Drei Gründer, 20 Patente und eine Feststellung. „Technologisch überholt“ seien Audiokomponenten bei Smartphones, Tablets oder Kopfhörern nämlich, ließ Ferrucio Bottoni 2014 im Gespräch mit der Kleinen Zeitung wissen. Kurz zuvor hatte er gemeinsam mit Jörg Schönbacher und Andrea Rusconi- Clerici das fein behütete Dach des Inkubators Science Park verlassen und das Unternehmen USound in Graz ausgegründet. Die Idee der drei Tüftler: Mikrolautsprecher, die auf einer neuartigen piezoelektrischen Funktionsweise basieren Die Geräte sollen so deutlich weniger Energie – bis zu 80 Prozent – brauchen als heute verwendete Komponenten. Gleichzeitig sind sie leichter und kleiner.

Wurde USound anfangs noch kritisch beäugt – auf dem Markt hatten sich bereits viele findige Unternehmer die Zähne ausgebissen –, spricht mittlerweile viel für die steirische Technologie.

Das Marktforschungsinstitut Yole Développement prognostiziert für 2017 etwa eine Transformation des weltweiten Lautsprechermarkts – ausgelöst durch Halbleiter-Technologie mit USound an der technologischen Spitze. Und die renommierte „Süddeutsche Zeitung“ traut dem Grazer Start-up gar zu, „die wichtigste Weiterentwicklung der Lautsprechertechnik seit Jahrzehnten“ zu entwickeln. Mit der Meinung ist das Medium nicht alleine. Fünf Millionen Euro inklusive Eigenkapital wurden von der Beteiligungsgesellschaft eQventure bereits in USound investiert. Ende des Jahres steht bereits die nächste große Investitionsrunde an. eQventure wird noch einmal fünf bis sechs Millionen nachlegen und sich mehr als die 55 Prozent der Anteile am Unternehmen holen. Inklusive Drittmittel wird den Gründern bald ein zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung stehen.

Damit soll das Wachstum beschleunigt werden. Hat das junge Unternehmen heute 25 Mitarbeiter, sollen es Ende nächsten Jahres 35 sein. 2017 will man auch mit der Auslieferung beginnen, 2018 steht ein Produktionshochlauf mit einem der drei größten Smartphone- Hersteller der Welt an.

Kleine Zeitung, Montag, 3. Oktober 2016