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Das Wolfgangikircherl#

Von

H. Maurer


Das "Wolfgangikircherl" bei Deutschlandsberg/Steiermark Deutschlandsberg, Steiermark ist dem heiligen Wolfgang geweiht. Es liegt auf einem Höhenrücken, auf dem die kleine Kirche und der "Gregerhanslwirt" liegen. Von hier genießt man einen herrlichen Blick auf die südliche Koralpe mit ihrer höchsten Erhebung, dem großen Speikkogel (2141 m), sowie auf den Gressenberger- und Garanaserrücken davor.

Das Kirchlein wurde 1494 aus Holz erbaut und bald zu einer beliebten Wallfahrtsstätte, da sich hier zahlreiche Wunder erreignet haben sollen. Später wurde es vernichtet, aber aus Stein wiederaufgebaut.

Wohl im Zusammenhang mit dem Legendenmotiv des Rundungs- und Siedlungsheiligen steht auch das Patronat St. Wolfgangs über das Vieh. Hier im Wolfgangikirchlein spenden noch heute die Bauern kleine eiserne Modelle von Pferden, Kühen oder Schweinen als Votivgaben. Diese werden geweiht, und dann geht man mit ihnen um den Altar, um himmlische Hilfe für die gegenständlichen Tiere zu erbitten.

Man trug früher auch kleine "Wolfgangsbeile" am Rosenkranz oder Hals, brachte das Bild des heiligen Wolfgang an Stalltüren an, oder prägte es auf Münzen. Z.B. gibt es einen Regensburger Wolfgangs-Gulden von 1519. (Der heilige Wolfgang war ja seinerzeit Bischof von Regenburg gewesen, bevor er sich nach Oberösterreich zurückzog.)

Das Wolfgangikircherl ist zwar über eine kleine Straße erreichbar, doch sollte man das Auto längstens beim Gregerhansl stehen lassen. Dieses urige Gasthaus mit seiner alten Holzkegelbahn ist ein beliebter Ausgangs- und Endpunkt einer vielleicht insgesamt 45 minütigen Wanderung. Beim Gregerhansl kann man sich auch den Schlüssel für das ansonsten gesperrte Wolfgangikircherl besorgen. Für ambitioniertere Wanderer bietet sich auch ein Rundweg von Deutschlandsberg aus an, mit einer Gesamtgehzeit von ca. 3 Stunden. (7 km lang, 400 Höhenmeter).

Wolfgangikirchlein
Wolfgangikirchlein bei Deutschlandsberg
Foto und © H. Maurer
Der heilige Wolfgang
Der heilige Wolfgang mit Bischofsstab und Beil im Wolfgangikircherl.
Foto und © H. Maurer
Das Innere des Kirchleins
Das Innere des Kirchleins
Foto und © H. Maurer