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Der Jahrmarkt der Maschinen #

Der 100. Gady-Markt in Lebring begeistert nicht nur Südsteirer. Vor 50 Jahren begann ein Festreigen, der heute an die 50.000 Besucher anzieht. Die Landmaschinenschau im Rückblick. #


Mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von der Kleinen Zeitung (Sonntag, 13. März 2016)

Von

Robert Preis


Gady Markt
Quelle: Kleine Zeitung

Die Idee der Autohändler-Dynastie Gady entwickelte sich schon nach der ersten Umsetzung zum Erfolgslauf – auch wenn sie aus der Not geboren wurde.

Johanna Gady sen. und ihre Söhne Franz und Gerhard Gady beschlossen im Jahr 1966, einen Markt zu eröffnen, eine Messe, die in Lebring stattfinden sollte. Der Grund dafür war der, dass im Herbst bei Gady einige gebrauchte Landmaschinen auf Lager waren, die man – nach dem Vorbild der Viehmärkte – an den Mann bringen wollte. Nach dem Aufruf zum Landmaschinenmarkt war die Begeisterung grenzenlos. Es war schnell klar, dass der Markt eine Nachfrage befriedigte, die längst die heimischen Bauernhöfe erreicht hatte: Der technische Fortschritt begann die Höfe nachhaltig zu verändern. Leisten konnte man sich die Gerätschaften anfangs aber kaum, und so war es auch kein Wunder, dass gerade auf dem Gebrauchtwagensektor der Gady-Markt die größte Anziehungskraft ausübte.

Würstel und Musik #

Bis zu 50.000 Besucher strömten in den kommenden Jahren nach Lebring zum Gady-Markt, der seither zweimal im Jahr stattfindet. Verköstigt wurden die vielen Besucher mit dem heute längst berühmten Marktwürstel. Frau Gady sen. hat die Würstel damals höchstpersönlich gekocht, auch die Marktmusikkapelle von Lebring war von Beginn an dabei und sorgte für die musikalische Umrahmung der Traktorenschau.

Was mit einer Ausstellung an gebrauchten Landmaschinen begann, ist im Laufe der Jahre gewachsen. Es sind immer wieder Attraktionen dazugekommen. Beispielsweise gibt es seit September 1969 einen Marktwettbewerb. Gefragt werden seitdem unterschiedlichste Kategorien. Was als Kürbiswettbewerb begann, wurde später zu den Fragen „Wer bäckt das beste Brot?“, „Wer hat den größten Maisstriezel?“, „das kleinste Hühnerei“, „den größten Erdapfel“, „den schwersten Krautkopf“ oder – ganz sachbezogen – „den ältesten Traktor“. Auch heute, anlässlich des 100. Gady-Marktes, wird die Marktwettbewerbstradition anhand von Schätzspielen fortgesetzt.

Sogar eigene Wortkreationen ergaben sich dank des Marktes. So heißt es bis heute, dass der Markt meist mit „Gady-Wetter“ gesegnet war.

Dass die Messe längst ein gesellschaftliches Treffen wurde, zeigt auch die Errichtung eines eigenen Wein-Dorfes vor einigen Jahren, der Vergnügungspark gehört ebenfalls dazu wie der Besuch bedeutsamer Größen des Landes, etwa jene der Altlandeshauptleute Josef Krainer sen. und jun.

Gestern begann die 100. Ausgabe des „steirischen Volksfestes“. Heute, nach Messe und Frühschoppen, treten die Wiener Sängerknaben auf (12 Uhr), danach Alpenland Power (13-17 Uhr) und um 14 Uhr gibt’s eine Trachtenmodenschau. Und wie es sich für eine Maschinenschau gehört, zuletzt der Hinweis der Veranstalter: „Ausreichend Parkplätze vorhanden!“



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© "Damals in der Steiermark", Robert Preis