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Wenn Tradition zur Marke wird #

Doppeltes Fest: Am Heiligen Abend feierte das Grazer Trachten- Geschäft Rollett auch sein 175-jähriges Bestehen. Wir werfen einen Blick auf die ältesten Unternehmen des Landes. #


Mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von der Kleinen Zeitung (Sonntag, 25. Dezember 2016)

Von

Robert Preis


So sahen Zeitungsannoncen in den 1930er-Jahren aus 1880 zierte die Fassade das Geschäftsviertel in der Murgasse
So sahen Zeitungsannoncen in den 1930er-Jahren aus 1880 zierte die Fassade das Geschäftsviertel in der Murgasse
Foto: RUSCHITZ

Zu den üblichen Festlichkeiten im Rahmen des Weihnachtsfestes gibt es in der Grazer Murgasse noch einen weiteren Anlass zur Freude. Die Mitarbeiter des Trachtenunternehmens Rollett stießen diese Woche auf ein Firmenjubiläum an, wurde Rollett doch vor 175 Jahren – am Heiligen Abend 1841 – als Richard Rollett KG mit Gesellschaftsvertrag als Tuch- und Schnittwarenhandlung Rötsch & Reichel gegründet.

Die weiteren Eckdaten zur Historie künden nicht nur von Langlebigkeit, sondern auch vom Erfolg: 1931 entwickelte Rollett als eigenes Markenlogo das bis heute markante „Edel- weiß“. Besonders stolz sind die Firmenbetreiber auf die Verleihung des Steirischen Landeswappens im Jahr 1998 und das derzeit große G’riss um Trachtenmode garantiert dem Unternehmen durchaus eine große Zukunft.

175 Jahre sind eine Leistung, heuer im Mai würdigte die Wirtschaftskammer aber ein Unternehmen, das gleich 388 Jahre auf dem Buckel hat. Dabei handelt es sich um das älteste Familienunternehmen der Steiermark, die Vorauer Landmaschinenfirma Gaugl. Deren Historie reicht zurück bis ins Jahr 1628, damals wurde der Betrieb als Schmiede geführt, die von Augustin Gaugl gekauft wurde, was wiederum durch ein Dokument der Stiftsherrschaft Vorau aus dem Jahre 1677 belegt wird. Geführt wird das Unternehmen heute also in zwölfter Generation von Michael Gaugl, dessen Vater Franz die Bürde der Historie so erklärte: „Wenn man so ein altes Erbe weiterträgt, wirft man bei Problemen nicht sofort das Handtuch. Da denkt man daran, dass die Vorfahren Weltkriege und Epidemien zu überstehen hatten.“

Vom Handtuchwerfen kann aber keine Rede sein, denn Michaels zwölfjähriger Sohnemann Tobias zeigt sich bereits begeistert – es wäre die 13. Generation, die den Betrieb führt. Die weltweit ältesten Betriebe sind drei japanische Hotels, die in den Jahren 705, 717 und 718 ihre Pforten öffneten. Als ältester Betrieb Österreichs gilt der St. Peter Stiftskeller in Salzburg (803), ältestes steirisches Unternehmen ist das Benediktinerstift Admont, das 1074 gegründet wurde und in der Holzbearbeitung Fuß fasste.

Wenn auch Sie alte Betriebe kennen, lassen Sie es uns wissen. Schicken Sie uns Fotos und historische Abrisse – und wer weiß, vielleicht ist die eine oder andere Geschichte so spannend, dass wir sie in „Damals in der Steiermark“ präsentieren können.


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© "Damals in der Steiermark", Robert Preis