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Hitler lässt am 26. Sept. 1944 Himmler antworten.....#

Himmlerbrief.JPG


Bericht von
N. Freytag Loringhoven
München

Am 5. September 1944, wenige Wochen nach dem „20. Juli“, schrieb meine Großmutter Helene v. Hintze an Adolf Hitler einen Bittbrief ( keine existierende Abschrift ).

Sie hatte damals ihren in das Attentat verwickelten Schwiegersohn Wessel Freytag v. Loringhoven verloren (Oberst i. G. Wessel Freiherr Freytag von Loringhoven besorgte den Sprengstoff für das Attentat des 20. Juli und opferte dafuer sein Leben), ihre Tochter Elisabeth (meine Mutter) war in Berlin (Moabit) inhaftiert und wir vier Enkelkinder im Alter von 1 bis 9 Jahren waren ebenfalls von der Gestapo mit unbekanntem Bestimmungsort abgeholt worden.

Am 25. September ging der Antwortbrief ein, verfasst von Heinrich Himmler, dem der „Führer“ die Beantwortung übertragen hatte. Die Abschrift (links) wurde 1948 notariell beglaubigt und sie befindet sich ebenso im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden:

Überaus erstaunlich angesichts der Umstände ist der moderate, ja einfühlsame Ton Himmlers und dies nur wenige Wochen nach dem „20. Juli“, dazu aus dem nächsten Umfeld des „Führers“. Über die Motive von „Wolf“ Himmler, hier so deutlich Kreide gefressen zu haben, lassen sich nur Spekulationen anstellen – er hätte auch ganz anders schreiben können In diesem Kontext wird auch die Vermutung angestellt, Himmler hätte Hitler davon abgebracht, die in das Attentat verwickelten Familien komplett auszulöschen, wie es in den Tagen nach dem „20. Juli“ zunächst verkündet worden war und Himmler hätte seine diesbezügliche Avance beim „Führer“ mit dem Hinweis auf die zahlreichen beteiligten glanzvollen Namen der deutschen Militärgeschichte begründet.

Denkbar wäre auch, dass der Reichsführer SS mit seiner Behandlung des Widerstands Punkte für eine Zeit „nach Hitler“ sammeln wollte?