unbekannter Gast
Geben Sie diesem Artikel Ihre Stimme:
5

Kleine Kulturgeschichte der Grazer Apotheken#

Von

Mag. pharm. Dr. Bernd E. Mader
Dieser Beitrag stammt aus: "Historisches Jahrbuch der Stadt Graz", Band 32, Graz 2002


Die Anfänge#

"ad apothekam in Grecz 2 marcas". Mit diesem kurzen Hinweis, der aus einer Landbeschreibung aus dem Jahre 1330 stammt, läßt sich erstmals, wenigstens dem Worte nach, eine "Apotheke" in Graz nachweisen. [1] Es scheint aber sehr fraglich, ob es sich damals schon um eine "Apotheke" im herkömmlichen Sinn gehandelt habe und damit nicht bloß irgendein "Warenlager" gemeint war. Dieser Zweifel ist durchaus berechtigt, wenn man sich etwas mit der Herkunft des Wortes "Apotheke" beschäftigt.

Das Wort "Apotheke" leitet sich von einem griechischen Verb "apotithenai" ab, was soviel wie "ablegen, niederlegen, aufbewahren" bedeutet. Das Substantiv "apotheke" wurde in der Folge für ein "Warenlager", für einen "Abstellplatz, für alle möglichen Güter" verwendet. Die Bezeichnung "apotheca medicamentorum" kommt erst sehr spät auf, sie ist nicht vor der Jahrtausendwende nachweisbar. "apoteke, apentek, apteke", sowie "abdig" sind schon mittelhochdeutsche Bezeichnungen. Wortverwandtes findet man dann im italienische "bottega", im spanischen "bodega" oder im französischen "boutique" wieder. [2]

Ca. hundert Jahre nach dem ersten Hinweis wurde dann urkundlich erstmals ein Apotheker namentlich in Graz angeführt. Als angesehener Zeuge schien ein "Caspar apotecarius opidi Graetz ....." in einer am 27. August 1437 gefertigten Urkunde auf. [3] Über sein Wirken und über sein weiteres Leben ist jedoch nichts bekannt. Über einen weiteren Apotheker findet sich dann noch eine kurze Notiz. Er hatte Christof geheißen und war im Jahre 1508 verstorben, ohne Erben zu hinterlassen. [4]

Die ersten bürgerlichen Apotheker#

Der nächste urkundlich nachweisbare Apotheker in Graz war dann schon ein bekannter Mann. Simon Arbaiter entstammte einer angesehenen Radkersburger Bürgerfamilie [5], kam nach Graz und heiratete hier eine begütete Kaufmannstochter. [6] 1511 wird er als Apotheker erstmals genannt. [7] In der Folge machte er eine politische Karriere, er war Stadtrichter in den Jahren 1519/20 und [8], sowie Bürgermeister in den Jahren 1524/1525, dann nochmals von 1527 bis 1531 und abermals von 1538 bis [9]. Simon Arbaiter wollte sich anfangs dem geistliche Stand widmen, er wechselte aber zum Protestantismus über und wurde später ein eifriger Verfechter der lutherischen Lehre. [10] Von 1525 an war er Bevollmächtigter der Städte im Landtag, im März 1538 reiste er als Ratsherr zu König Ferdinand nach Prag [11], 1539 weilte er sogar am kaiserlichen Hof [12]. 1542 hörte man das letzte Mal von ihm. [13]

Simon Arbaiter besaß "auf den Platz" ( später auch "Hauptwachplatz"), wie man damals zum heutigen Hauptplatz sagte, ein Haus (heute Hauptplatz Nr. 12), welches sich neben dem heutigen "Luegg" befunden haben muß. [14] Da läßt den Schluß zu, daß sich in diesem Haus wahrscheinlich auch seine "Apotheke" befunden habe. Irgendwelche Belege dafür gibt es jedoch nicht. Simon Arbaiter besaß auch noch ein zweites Haus im "Badgassel". [15]

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war mit Simon Arbaiter erstmals ein Bürger dieser Stadt als Apotheker nachweisbar. Denn, Bürger dieser Stadt zu sein war eine Grundvoraussetzung, um hier ein Gewerbe ausüben bzw. eine Apotheke überhaupt eröffnen zu können. Beamtete Apotheker, die nun bald den bürgerlichen folgen werden, benötigten dagegen nicht diese Voraussetzung. Ihre Dienstgeber erlaubten es auch gar nicht, daß sie Bürger wurden, denn dadurch hatte man sie stets in der Hand.

Außer Simon Arbaiter gab es in dieser Frühzeit pharmazeutischen Wirkens noch einige andere Apotheker. Doch außer deren Namen weiß man kaum etwas von ihnen und schon gar nicht, wo der Standort ihre Apotheke gewesen war. So führt J. Wichner für das Jahr 1550 einen Apotheker namens Hanns Leib an.[16] N. Schniderschitz bezweifelt zumindest einmal die von ihm angegebene Jahreszahl und verweist auf F. Popelka, der einen Ratsbürger dieses Namens bereits 1510 als Hausbesitzer und zweimal als Stadtrichter - 1532 und 1550 - erwähnt. [17] Keinen Hinweis findet bei F. Popelka dagegen, daß Hanns Leib Apotheker gewesen sein soll. Vielleicht liegt hier vielleicht eine Namensgleichheit vor?

J. Wichner erwähnte weiters für das Jahr 1531 einen Apotheker Johann Zimprecht.[18]Dieser scheint zwar auch bei F. Popelka auf, doch einzig als zweifacher Hausbesitzer der späteren Häuser Sackstraße Nr. 1 und 4, nie aber als Apotheker.[19] Die von J. Wichner angeführten Apotheker Hannibal Morican (1564), Philipp Prantmair (1572-78), der schon Landschafts-Apotheker gewesen sein soll und das Brüderpaar Franz und Sebastian Grueber (vor 1588)[20], finden bei F. Popelka überhaupt keine Erwähnung.

N. Schniderschitsch vermutete, daß der oben zitierte Philipp Prantmair wesensgleich mit einem urkundlich erwähnten "Pfilip Apotegger" gewesen sein könnte, der in der Zeit vor 1596 in der Gegend des heutigen Bischofplatzes ein Haus ( und eine Offizin?) besessen hatte.[21]

Es stellt sich natürlich die Frage, ob jeder der angeführten Apotheker eine eigene Apotheke besessen hatte und wo deren jeweiliger Standort gewesen war. Gab es damals mehrere bürgerliche Apotheken? Alle diese Fragen sind derzeit ungelöst.

Ganz in der Nähe von Philipp Prantmair, im heutigen Hause Stempfergasse Nr. 2 war 1596 eine Offizin urkundlich nachweisbar, die von dem aus Pressburg stammende Apotheker Hans Stroblperger geführt worden war. Das Haus hatte er jedoch schon 1587 erworben. Hans Stroblperger war ein angesehener und begüteter Bürger, das bewahrte ihn aber nicht davor, 1600 als Anhänger der Lehre Luthers ausgewiesen zu werden.[22]

1611 scheint als Apotheker ein Georg Perkkhobiz - bei J. Wichner "Pockobitz" geschrieben[23] - auf. Auf seinen Beruf bezogen, gibt es nur diese eine Notiz von ihm.

Dann scheinen plötzlich zwei Apotheker gleichzeitig auf, von 1613 bis 1624 ist Abraham Lang und von 1615 bis 1625 Johann Fetzer nachweisbar. Da damals, wie wir gleich hören werden, sowohl schon die landschaftliche, als auch die Hofapotheke bestand, gab es zu dieser Zeit gleich vier Apotheken in Graz. Um 1624 verläßt Abraham Lang Graz und verkauft Johann Fetzer Teile seines Warenlagers. Kurzfristig geht somit die Zahl der Apotheken wieder auf drei zurück.[24]

Die beamteten Apotheker#

Im 16. Jahrhundert war es vor allem der Wille der politisch Mächtigen im Lande, für deren eigenen Bedürfnisse auf einen Apotheker zurückgreifen zu können. Diese Macht teilten sich die steirischen Landstände und der Landesfürst, der in der Gestalt Erzherzog Karl II. Graz zur Residenzstadt von Inneröstereich gemacht hatte. Jeder für sich richtete nun eine Stelle für einen beamteten und auch besoldeten Apotheker ein.

Der "landschaftliche Apotheker" ist bereits 1535 nachweisbar.[25] Erzherzog Karl II. ernannte seinen Hofapotheker spätestens 1566.[26] Beide Apotheker dienten aber nicht ausschließlich ihren jeweiligen Herren alleine, jeder hatte eine auch der Öffentlichkeit zugängliche Offizin.

Um aber die Apotheker von ihrem Wohlwollen abhängig zu machen, waren, vor allem die Stände, die längste Zeit bestrebt, daß ihre Apotheker kein Grazer Bürgerrecht bekamen, denn ohne diesem konnten sie keine Apotheke in Graz führen. Beide Ämter, den Landschafts- und den Hofapotheker, die gegen das Ende hin meist nur mehr Ehrentitel waren, gab es bis zur Zeit Maria Theresias.[27]

Bei der Installierung des beamteten Apothekers war dieses Amt eine gewisse Zeitspanne lang an den jeweiligen Inhaber einer bestimmten Apotheke gebunden gewesen. Nach einiger Zeit kam man davon aber ab und das jeweilige Amt konnte einmal auf den Besitzer der einen, das andere Mal auf den Besitzer einer anderen Apotheke übertagen werden. Beiden beamteten Apothekern wurde es zur Pflicht gemacht, mit ihren jeweiligen Dienstherren auch mit auf Reisen zu gehen.

Landschaftliche Apotheker gab es auch in anderen steirischen Städten. Um auch in der übrigen Steiermark eine bessere Versorgung mit Medikamenten zu gewährleisten, wurden Landschafts-Apotheker in Cilli und in Pettau ernannt (1587). Die Landschafts-Apothekerstelle in Pettau wurde später auf Vara.din übertragen. 1599 folgte eine weiter Ernennung in (Bad) Radkersburg. Damit nicht genug, nach (Bad) Radkersburg folgten Ernennungen in Leoben (1608), in Judenburg (1618), in Hartberg (1659), in Bruck (1690) und in Leibnitz (1744). Vor allem den Ernennungen in der alten Untersteiermark lagen militärische Überlegungen zugrunde.[28]

Auch Hofapotheker gab es manchmal mehrere zur gleichen Zeit, so hatten sowohl Erzherzog Karl, als auch dessen Ehefrau Erzherzogin Maria von Bayern jeder seinen eigenen Apotheker.[29] Desgleichen hatte Mitte des 17. Jahrhunderts Graz über längere Zeit einen zweiten Hofapotheker in der Person Carl Friedrich Schwindtlauffs (Schwindlauf), dem für persönliche Verdienste dieses kaiserliche Privileg verliehen worden war.[30] Kurz sein nun auf den historischen Zeitrahmen, auf die Amtsinhaber und den Entwicklungsverlauf, den beide Ämter eingegangen haben, eingegangen.

Die "landschaftlichen Apotheker"#

Die Gründung der ersten, urkundlich auch tatsächlich nachweisbaren Apotheke in Graz war eng mit dem Willen der Steirischen Stände verbunden, für deren Bedürfnisse einen besoldeten Arzt anzustellen. Das geschah dann auch 1535 mit der Bestellung Dr. Fermos zum landschaftlichen Physikus. Dr. Fermo stellte aber zur Bedingung, das von den Ständen gewünschte Lager an Arzneidrogen durch einen eigenen Apotheker verwalten zu lassen. Dem wurde stattgegeben, einem gewissen Dominicus Clemens (auch: de Clementis) wurde das Warenlager übertragen, die Oberaufsicht darüber verblieb aber bei Dr. Fermo.[31]

Die erste Apotheke war Eigentum der Landschaft, sie wurde aber pachtartig dem Dominicus Clemens übergeben. Aus diesem ersten Anfängen entwickelte sich in den nächsten Jahren ein festes Dienstverhältnis, welches den jeweiligen Apotheker zu einem besoldeten Beamten der Landschaft machte.[32]

Nach dem Tode des Dominicus Clemens im Jahre 1540 übernahm dessen Bruder Franz diese Stelle. Den verschiedenen Urkunden war zu entnehmen, daß Franz Clemens jedoch nicht mehr Pächter, sondern bereits Eigentümer der Apothekenwarenlagers geworden war. Er siedelte die Apotheke auch, die vorerst im Landhaus untergebracht war, in ein Privathaus um.[33]

Im Jahre 1567 boten die Stände Franz Clemens eine jährliche Besoldung und zusätzlich ein Gewölbe für sein Medikamentenlager, wiederum im Landhaus, an. Sollte er dieses Angebot nicht annehmen, würde man einen anderen Apotheker dafür zu gewinnen wissen. Franz Clemens akzeptierte. Mit dieser Bestallung begann die Reihe der Landschafts-Apotheker. [34] Erst Maria Theresia schaffte dieses Amt, trotz Protest der Stände, ab.[35]

Wichtig für den ernannten Apotheker war der Schutz die Landschaft. Diese legte besonderen Wert darauf, daß der bestallte Apotheker vom Bürgereide entbunden wurde. Dadurch unterstand er der Jurisdiktion der Landschaft. Verlor er aber diese Stelle, war es auch um seine Apotheke geschehen, denn nur ein Bürger einer Stadt durfte eine solche betreiben. Das traf auch für den Hofapotheker zu.[36]

Landschaftliche Apotheker erhielten, statt eine Erhöhung der Besoldung, später das Recht, den Kanzleibedarf der Landschaft (Tinte, Wachs, Räucherkerzen etc.) liefern zu dürfen. Mit der Zeit aber setzte es sich durch, beim preislich günstigsten Apotheker einzukaufen.

Maria Theresia ordnete 1748 eine Regelung des steirischen Kassenwesens an. Ein Opfer dieser Einsparungsmaßnahme war die Stelle des landschaftlichen Apothekers. Heute erinnert noch der Name "Landschafts-Apotheke", welchen je eine Apotheke in Graz und in Judenburg führen, an diese Zeit, wo die Stände Steiermarks zur Hebung der Pharmazie viel beigetragen hatten.[37]

Landschaftliche Apotheker in Graz waren, von 1535 an, Dominicus Clemens, dann sein Bruder Franz und nach dessen Tod deren Vetter Octavius, die alle ihr Offizin am Hauptplatz hatten. 1595 erhielt der Apotheker der Sporgasse, Valerius Schörckhl (Schörckel) dieses Amt.

Schörckhl war aber gleichzeitig aber auch Hofapotheker. Am 24. Dezember 1597 erhielt er Wappen - und Lehensrecht. Wahrscheinlich war er auch der Erbauer des Schörgelschlössels (der sog. Rundelle) am Eingang der nach ihm benannten Schörgelgasse.[38]

Die Bedeutung Valerius Schörckhls unterstreicht die Tatsache, daß ihm zu Ehren im Jahre 1602 sogar eine Silbermedaille geschlagen wurde. Die eine Seite zeigt ihn im Halbportrait barhäuptig, bärtig, mit Krause, Wams und Mantel. Auf der anderen Seite ist sein Wappen wiedergegeben.[39] Es zeigt einen "vorne in R(ot) einwärts gewendeten Strauß auf gr(ünen) Rasen"; hinten in G(old) eine aufgerichtete, geringelte und gekrönte Natter".[40]

1619 folgte diesem Paul Schweinzer, Apotheker an Hauptplatz. 1627 erhielt Hans Christoph Fetzer, der Apotheker in der Sackstraße, diese Bestallung. Nach seinem Tode waren wieder drei Apotheker der Sporgasse (Lazerus Porterigo, Hieronymus Porterigo, Georg Köplinger) Inhaber dieses Amtes. Die letzte Besoldung wurde einem Apotheker in der Sackstraße, Christian Josef Fetzer, ausbezahlt.[41]

Die Hofapotheker#

Im 16. Jahrhundert war es vielenorts üblich, daß regierende Fürsten für den eigenen und den Bedarf ihrer Beamten an ihrem Regierungssitz eine Apotheke installierten, die dann von einem dazu ernannten "Leib- und Hofapotheker" geführt wurde. So geschah es auch in Graz, als Erzherzog Karl II. im Jahre 1564 seinen Regierungssitz für Inneröstereich hier errichtete. Bereits zwei Jahre nach diesem Ereignis ist Anton Robitz als erzherzoglicher Hofapotheker nachweisbar (1566).[42]

Dem ersten Hofapotheker stellte man ein Lokal für seine Offizin zur Verfügung, das Medikamentenlager selbst aber dürfte in Besitz von Robitz gestanden haben. Robitz bezog eine monatliche Besoldung von 12 fl.(Gulden) durch den Erzherzog. Seine Offizin stand aber nicht nur dem Hofe offen, sondern sie war auch öffentlich zugänglich. Als besondere, zusätzliche Pflicht war ihm auferlegt worden, den Erzherzog auf seinen Reisen begleiten.[43]

Erzherzog Karls Ehefrau, Maria von Bayern, hatte einen eigenen Leibapotheker. Der erste, der diese Stelle innehatte, hieß Gregor Janariz. Auch er erhielt eine jährliche Besoldung

(72 fl. und ein "Kleid"). Ihm folgte Matheus Vischer, der 1596 noch nachweisbar war. Beide Apotheker dürften über keinen eigenen Arzneivorrat verfügt haben.[44]

Um das Jahr 1578 verläßt Anton Robitz Graz, wahrscheinlich in Richtung Wien, ihm folgte sein langjähriger Gehilfe Sigmund Schörckhl als Hofapotheker nach. Nach dem Tode Erzherzog Karl II. (1590) wurde ihm die Besoldung durch den Hof gestrichen.[45]

Der Regierungsantritt Erzherzogs Ferdinand II. und der Tod Sigmund Schörckhls fielen ins gleiche Jahr (1595). Für die Nachfolger Schörckhls - Clemens Octavius, Antonius Tonagallo, Valerius Schörckhl - gab es dann wieder eine Besoldung bis zum Jahre 1619, dem Jahr, in welchem Ferdinand II. Graz verließ.[46]

Der katholische Hof Erzherzog Ferdinands veranlaßte viele Italiener nach Graz zu ziehen, so auch Antonio und Peter Tonagello. Beide waren alsbald sehr angesehen, ersterer als Inhaber der Apotheke am Hauptplatz ( ca. seit 1598) und Hofapotheker, letzterer als Kaufmann. Antonio Tonagellos Verdienste bei Hof würdigte der Erzherzog noch dessen Tod (1614) durch Verleihung eines Wappens an dessen Bruder. Der Hofapotheker wurde bei den Franziskanern beigesetzt, leider blieb dort sein Grabstein nicht erhalten.[47]

Mit der Ernennung Ferdinand II. zu römisch-deutschen Kaiser und seines Weggangs nach Wien, war Graz keine Residenzstadt mehr. Dem "Hofapotheker" blieb nun nur mehr der Titel und das Recht, den Kanzleibedarf an Tinte, Wachs, Räucherwerk etc. liefern zu dürfen. Er genoß aber doch immer noch allerhöchsten Schutz, da einzig ihm erlaubt war eine Apotheke führen zu dürfen, ohne Bürger der Stadt sein.[48]

Nach dem Tode des Hofapothekers Adam Grienwaldt (Grienwalt) (1720) beschloß man vorläufig diese Stelle nicht mehr zu besetzen. Später hatte Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1767 einmal noch der Titel eines Hofapothekers letztmalig verliehen. Verbunden war damit das Privileg, daß vom Staate bezahlte Medikamente vorrangig bei diesem Apotheker bezogen wurden.[49]

Die bürgerlichen Apotheken entstehen#

Wenn man davon absieht, daß in den ersten 2 1/2 Jahrhunderten der Grazer Stadtgeschichte wohl einige Apotheker genannt wurden, aber niemand bisher genau sagen kann, wo sie tatsächlich ihre Offizin betrieben haben, können wir im 16. Jahrhundert endlich zwei Apotheken mit gesichertem Standplatz nachweisen. Das war einerseits die auf Veranlassung der Steirischen Stände entstandene heutige "Adlerapotheke" am Hauptplatz (gegründet 1535) und die heutige "Hirschenapotheke" (errichtet 1566), die in der Tradition einer Hofapotheke 1566 gegründet worden war. Eine ganze Reihe von Inhabern beider Apotheken wurden schon namentlich bei den beamteten Apothekern angeführt.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts jedenfalls ist in der Sackstraße eine dritte Apotheke, die heutige "Landschaftsapotheke", nachweisbar. Ob diese die Tradition einer vorher schon bestandenen, auf Betreiben der Bürger gegründeten Apotheke fortsetzt, ist bislang nicht nachweisbar.[50] Wie schon angeführt wirkten in den ersten zwei Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts, neben dem landschaftlichen und dem Hofapotheker, zur gleichen Zeit in Graz noch die Apotheker Abraham Lang und Johann Fetzer. Johann Fetzer kauft Teile von Abraham Langs Warenlager auf, als dieser um 1624 Graz verläßt.[51] Sofern nicht Johann Zimprecht im Hause Sackstraße Nr. 4 tatsächlich schon ca. 90 Jahre vorher dort eine Apotheke betrieben hatte, betreibt diese nun Johann Fetzer.

In der Folge war die Apothekerfamilie Fetzer beinahe 175 Jahre lang im Besitz dieser Apotheke (von 1615 (?) - 1790).[52] Im Laufe dieser Zeit waren Mitglieder dieser Familie sowohl Hof- als auch landschaftliche Apotheker. Johann Fetzer, erster Apotheker dieses Namens in Graz, ist auch aus einem anderen Grund noch von Bedeutung. Im Jahre1625 sterben seine Ehefrau Catharina, eine geborene Schenauer, und die beiden Kinder Catharina Elisabeth und Catharina Ursula. Sie wurden bei den Franziskanern beigesetzt. Erhalten blieb dort bis heute ein wunderschöner Grabstein, der im Kreuzgang des dortigen Klosters besichtigt werden kann. Er ist das älteste sepulkrale Denkmal der steirischen Pharmaziegeschichte.[53]

Kurz etwas zu den Namen dieser frühen Apotheken. Oft wurden sie in den Urkunden nach ihrem Besitzer genannt, z.B. die "Schweizerische Apotheke" (in einer Urkunde von 1674; benannt nach Apotheker Paul Schwei(n)zer)[54] oder die "Grienwaldt`sche Apotheke" ( in einer Urkunde von [55]; benannt nach Apotheker Adam Grienwaldt), beide waren Apotheker am Hauptplatz gewesen.

Neben dem Besitzernamen gab es aber auch andere Namen. So hieß die heutige "Adlerapotheke" früher einmal "Zum goldenen Einhorn" (um 1695) [56], "Zu schwarzen Adler" (um 1749) [57], "Hofapotheke" (1815) [58] bzw. "Zum Adler" (1872) [59]; die "Hirschenapotheke" führte 1681 "das Zeichen des Panthers" [60] ("Panther-Apotheke" ?) und hieß 1734 "Zum goldenen Hirschen" [61].

Die heutige "Landschaftsapotheke", die gar keine Gründung der "Landschaft" war, hieß um 1659 "Zum schwarzen Adler" [62]. Noch 1783 nannte sich Leopold Fetzer "Pharmacopaeus Graecensis ad nigram aquilam", obwohl es damals schon seit 1749 am Hauptplatz eine namensgleiche Apotheke gab.[63] Um 1817 hieß die Apotheke dann "Landschaftsapotheke zum Panther" [64], ungefähr um 1836 lautete der Apothekenname "Landschaftsapotheke zur hl. Dreifaltigkeit" [65], ab 1848 ist der heutige Namen "Landschaftsapotheke" bereits nachweisbar [66].

Vorausgreifend muß hier angeführt werden, daß es zu der Zeit, als es drei Stadtapotheken in Graz gab, zu deren geringen Freude auch mehrere Klosterapotheken tätig waren. Eine noch größere Aufregung verursachte den drei Apothekeninhabern jedoch die Tatsache, daß gegen Ende des Jahres 1649 Leonhardt Bliem (bei Wichner: Leonhard Plieml [67]), ein schon 12 Jahre lang bei den Jesuiten tätiger Apotheker, um Eröffnung einer weiteren Apotheke ansuchte. Der Magistrat unterstützte dieses Ansuchen sehr und verlieh Bliem auch umgehend das Bürgerrecht.[68]

Umgehend wurde von den Apothekern an die Regierung eine Eingabe gemacht, sie möge dieses Vorhaben verbieten. Unter anderem fügte man der Eingabe die Begründung bei, "es ginge nicht an, daß man `jedem faulen Apotheker-Gesellen, der nicht mehr arbeiten wolle` (!) die Errichtung einer Offizin gestatte".[69]

Es folgte nun ein langes Verfahren und viele, einander widersprechender Gutachten. Letztlich wandten sich die drei Apotheker direkt an den Kaiser. Aber auch das hatte noch keine unmittelbare Schließung dieser Apotheke zur Folge. Erst in einer Entscheidung der Innerösterreichischen Regierung erkämpften die drei Apotheker schließlich doch einen Bescheid, daß die Apotheke zu schließen sei. Dagegen wehrte sich Bliem und die Rechtslage war alsbald vollkommen verworren. Letztendlich mußte sich Bliem doch durchgesetzt haben, denn in einem Visitationsbericht von 1654 war bereits von einer "neuen Apotheke" die Rede.[70]

Man nimmt an, daß Bliem seine Offizin in der Herrengasse im "Satorischen Haus" - seit 1870 Nr. 10, später abgerissen und in das neue Rathaus verbaut - eingerichtet hat.[71] Bei F. Popelka wird im Hausbesitzerverzeichnis schon 1674 darauf verwiesen.[72] Diese Apotheke hatte alsbald auch einen sehr guten Ruf und Visitationsberichte bescheinigten ihr in der Folge stets einen sehr guten Zustand. Auch Bliems Nachfolger, die Apotheker Franz Peter Scherer, Franz Greimoldt und Franz Sebastian Pesenkhemer (Pesenkem(m)er) trugen viel zum hohen Ansehen der Apotheke bei.[73] Letzterer übernahm 1703 die Apotheke.[74]

Wie schon vor 200 Jahren Simon Arbaiter gelang auch Franz Sebastian Pesenkhemer eine steile politische Karriere. Das war insofern bemerkenswert, da Pesenkhemer nicht in Graz, sondern im fernen Ettenheim im Breisgau[75] geboren worden war. Die Apotheke brachte ihm Ansehen und Einfluß und so wurde er im Jahre 1713 zum Ratsherrn ernannt.[76] Von 1724 bis 1725 übte er das Amt des Stadtrichters[77] aus, letztlich wurde er 1726 sogar zum Bürgermeister[78] gewählt. Dieses Amt hatte er zwei Jahre lang inne[79]. Er starb im Juli 1737.[80]

Als am 17. Juni 1728 Kaiser Karl VI. Graz einen Besuch abstattete, war es Bürgermeister Pesenkhemer, der dem Kaiser am Murtore die Stadtschlüssel überreichte und der dann am Hauptplatz eine Begrüßungsrede hielt. Es kam dann zu einer sicher nicht alltäglichen Vorfall, denn ein aufziehendes Gewitter veranlaßten den Kaiser, dieser Rede des Bürgermeisters Einhalt zu gebieten.[81]

Franz Sebastian Pesenkhemer war es auch, der die Apotheke vom "Satorischen Haus" einige Häuser weiter, gegen das Landhaus hin verlegte. Dieses Haus, es stand Ecke Herrengasse- "Landhausgäßchen" (auch "altes Badgassel" genannt) und war schon 1708 eine "Apotekherische Behausung". Das Haus wurde 1887 zur Erweiterung des Rathausneubaues von der Stadtgemeinde angekauft und dann abgebrochen.[82]

Im einem Heiratskontrakt von 1749 wurde erstmals der Name der Apotheke "Beim schwarzen Bären" erwähnt. Für N. Schniderschitsch aber bestanden keine Zweifel, daß die Apotheke schon früher so geheißen hat. Er führte als Beweis J. Wichner an, ohne jedoch den Beleg dazu zu zitieren.[83] Interessanterweise verwies er auch auf ein bei Erscheinen seines Werkes (1931?) noch existierendes, nicht mehr in Verwendung stehendes Apothekerwahrzeichen, das einen "Bären" gezeigt haben soll und im Besitz des damaligen Apothekeninhabers (Heinz Spurny jun.) gewesen war.[84]

Von den Nachfolgern sei einzig noch der Apotheker Mathäus Hoffmann, der Jüngere, genannt. Er übernahm die Apotheke 1853.[85] Von dessen Tochter Antonia wiederum hängt im Apothekenmuseum ein wunderschönes Ölbild, welches von Ernst Christian Moser[86] im Jahre 1860 gemalt worden war.[87] Allein diese Tatsache unterstreicht einmal mehr den Wohlstand dieses Apothekenbesitzers.

Die Konkurrenten#

Hier muß man zwischen zweierlei Konkurrenten unterscheiden, einerseits jenen, wenigstens fachlich legalen, die den Apothekern durch die Klosterapotheken entstanden waren und andrerseits solchen, die ihnen durch Wasserbrenner, Theriakkrämer, Wurzelträger, Marktschreier, herumziehende Ärzte, Barbiere und Wundärzte, die meist illegal mit verschiedenster Apothekenartikel Handel treiben, erwuchsen.[88]

Beschäftigen wir uns vorerst mit der kirchlichen Konkurrenz. Eine sehr starker Mitbewerber

bei der Erzeugung und dem Verkauf von Medikamenten war die Apotheke der Barmherzigen Brüder. 1615 war das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder außerhalb der damaligen Mauern von Graz, in der Murvorstadt gegründet worden. Unmittelbare Ursache war eine medizinische Glanzleistung des damals bedeutenden Chirurgen und Ordensangehörigen der Barmherzigen Brüder in Wien, Fra Gabriele Ferrara[89].

Dieser war nach Graz zu Hilfe gerufen worden, nachdem sich ein Arm von Erzherzog Maximilian Ernst, einem Bruder des innerösterreichischen Landesfürsten Ferdinand, des späteren Kaisers Ferdinand II., dem so unsachgemäß zur Ader gelassen worden war, schrecklich entzündet hatte. Doch statt zu amputieren, gelang es Fra Gabriele Ferrara den Arm zu retten. Der Landesfürst erwies seine Dankbarkeit und ermöglichte, zusammen mit seinem Bruder, die Gründung eines Konventspitals.[90]

Der Orden der Barmherzigen Brüder bekam bei jeder Spitalsgründung vom jeweiligen Herrscher stets auch das Privileg zur Haltung einer eigenen und zugleich öffentlichen Apotheke. In einer Urkunde, in der Kaiser Ferdinand III. am 8. Jänner 1654 diese Privilegien dem Grazer Spital wieder bestätigte, hieß es u. a.:

"...... und ein offent Apotegge nit allein der Khrankhen und Schadthaffte bey ihnen ligente Leite, Sündern auch der Gemaine Wessen Zu grösseren Nutzen, ausser welicher Kein Andere Zu ewigen Zeiten Solle in der Muehr Vorstatt Zuegelassen werden, auffgerichtet werden, unß aber diemietlich bitent, daß wür Sye als Röm. Kays. und Landesfürst in Steyer, bei obangeregter Kirch Closter und Spitall und Lauth Kays. allerhöchst ergangener resolutioerlaubte Apottggen Schüzen und Schirmen, auch dariber ertheilte allergnädigste Privilegiaund Freyheiten in ain Patent außfertigen lassen, und De novo bestettigen confirmiren wollten...."[91]

Die Brüder errichteten in der Murvorstadt zuerst ein bescheidenes Spital und eine kleine Kirche. Dann erst konnte man an die Errichtung einer eigenen Apotheke denken. Im gassenseitigen Teil des Klostergebäudes wurde ein ebenerdiger Raum für die Apotheke bestimmt. Bereits sehr fortschrittlich und voraussehend wurde daneben eine "Presskammer" eingerichtet, die ihrem Inventar nach als Laboratorium angesehen werden konnte.[92] 21 Jahre nach Gründung des Spitals (1636) ist die Apotheke jedenfalls durch inventarische Aufzeichnungen der gesamten Apothekengerätschaften nachweisbar.[93]

Die Brüder bauten ihre Apotheke stets weiter aus. So kam es bereits 1695 zu einer Neueinrichtung und Erweiterung der Räumlichkeiten[94], 1745 bestand die Apotheke bereits aus zwei Zimmern, einer Materialkammer, einem Kräuterboden und einem Apothekenkeller. 1778 wurde im Kloster anstelle des Kreuzgartens ein botanischer Garten angelegt.[95]

1821 wurde auf der Straßenseite der Apotheke eine Türe gemacht, die aber alsbald aufgrund von Einsprüchen auf ein kleines Fenster reduziert werden mußte, welches bis in die 40er Jahre verblieb. In dieser Zeit wurde die Türe wieder erlaubt.[96]

Schon alleine diese Tatsachen zeigen, welch steter und heftiger Konkurrenzkampf zwischen den Stadtapothekern und den Barmherzigen Brüdern geherrscht hat. Bereits 1648 wurde die erste Klageschrift bei der Regierung wider die geistliche Konkurrenz eingereicht. Den Barmherzigen Brüdern und auch den Jesuiten wurde der Vorwurf gemacht, daß sie unberechtigterweise Arzneien öffentlich verkaufen würden. Nach mehrjährigen Kämpfen gelang es den Barmherzigen Brüdern aber mittels der oben bereits ausschnittsweise zitierten und vom Kaiser neuerlich bestätigten Privilegien ihre Ansicht durchzusetzen, daß die Apotheke des Ordens mit Recht eine öffentliche sei. Trotzdem kam es in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten mit den Stadtapothekern.[97]

Wie schon angeführt, traten auch die Jesuiten als Konkurrenten auf. 1572 waren sie von Erzherzog Karl II. nach Graz geholt worden und im Jahre 1585 kam es zur Gründung der Universität, die den Jesuiten übergeben wurde. Für die anfangs nur theologische Fakultät richteten die Jesuiten, wie auch in anderen Städten, eine "Konvikts- und Universitätsapotheke" ein.[98] N. Schniderschitsch schreibt, daß sie im Jahre 1629 mit Hilfe eines Grazer Apothekers eingerichtet worden wäre.[99] F. Minarik setzt sie viel später an u. z. erst im Jahre 1655 und beruft sich hier auf Fr. Krones.[100] Sie sei ebenerdig, neben der Pforte, untergebracht gewesen.

Im Beschwerdeschreiben von 1648 wurden auch die Jesuiten eines unlauteren Wettbewerbs mit den Stadtapothekern angeklagt. Der politische Einfluß des Ordens war aber so groß, daß sowohl diese Klage als auch alle weiteren kein Verbot des Verkaufs an Medikamenten an Personen außerhalb des Konvikts bewirkten. Provokant dagegen war es, daß sich die Behörden gelegentlich selbst Arzneien aus der Apotheke der Jesuiten besorgte![101] Erst im Jahre 1754, nachdem die Macht des Ordens immer mehr im Schwinden begriffen war, gelang es den Grazer Apothekern ein Abgabeverbot zu erwirken. Sie mußten aber die überflüssigen Vorräte an Drogen dem Orden abkaufen. Als 1773 der Orden aufgehoben wurde, übernahmen die Grazer Apotheker den Rest der Offizin.[102]

Diese beiden Ordensapotheken waren jedoch nicht die einzigen Konkurrenten der Stadtapotheker. Immer wieder klagten diese, daß die Orden der Augustiner bei St. Paul[103], der Karmeliter[104], der Elisabethinerinnen [105], der Franziskaner[106] und der Dominikaner[107] unbefugt Medikamente aus ihren Hausapotheken an Außenstehende abgeben würden

Daß diese Klagen wahrscheinlich nicht unbegründet waren, zeigt ein Blick in des Totenbuch der Franziskanern, wo zwischen 1502 und 1688 zwanzig Ordensbrüder, die entweder als Apotheker oder als Chirurgen tätig gewesen waren, namentlich angeführt aufscheinen.[108] Obwohl nun die Behörde gegen diese Orden nicht so tolerant agierte, wie sie es bei den Barmherzigen Brüdern und den Jesuiten taten, wurden trotzdem vorerst keine ernsten Maßnahmen gegen sie ergriffen.

Erst um 1711 ging man schärfer gegen den unerlaubten Arzneiverkauf der Klöster vor. Mit dem Sanitätsnormativ von 1770 bzw. mit dessen Nachtrag von 1773 kam dann der nie legale Medikamentenverkauf der Orden weitgehend zum Erliegen.[109] Man verfügte, daß alle Klosterapotheken an Orten aufzuhören haben, wo bürgerliche Apotheken bestanden. Orden aber, die sich der Krankenpflege widmeten, durften ihre Apotheke als "Hausapotheke" behalten.[110] Davon ausgenommen waren selbstverständlich die Barmherzigen Brüder. Das Elisabethinen-Spital verfügt auch heute noch über eine solche "Hausapotheke".

Die weltlichen Konkurrenten#

Unter den weltlichen Konkurrenten waren die sogenannten "Wasserbrenner", die man wohl besser als "Destillierer" bezeichnet, die größte Konkurrenz für die Apotheker. Es war daher nicht verwunderlich, daß im Jahre 1648 die Apotheker sich nicht nur gegen die geistliche Konkurrenz, sondern auch gegen einen "Wasserbrenner" zu Felde zogen. Er hieß Hans Passegger. Er handelte am Lande Handel mit destillierten Wässern, hatte zudem ein Geschäft in Mariahilf und verkaufte außerdem noch an Sonn- und Feiertagen auf der Murbrücke in einem Kramerladen seine Produkte. Doch der Magistrat nahm Passegger in Schutz.[111]

Wie schon aus der Berufsbezeichnung hervorgeht, war das Destillieren die Haupttätigkeit dieser Leute. Aus den so gewonnenen Grundstoffen stellten sie "köstlich wohlriehende Balsame, destillierte Ollitetten (Öle), Säffte, Syrape (Syrupe)" her und erzeugten damit "praeparierte Pulver, gebachenen Zucker, eingemachte Sachen und Purgationen". Sicher haben sie so nebenbei auch aus den verschiedensten Früchten Hochprozentiges destilliert.[112]

Zu den "Wasserbrennern" in der Stadt kamen noch solche, die herumreisten und gerne zu Jahrmärkten kamen, um dort ihre Destillate zu verkaufen. Ihre Produkte fanden besonders bei den Damen des Adels und den Bürgersfrauen großen Anklang. Als Konkurrenten traten auch noch Bauern auf, die auf den diversen Märkten ihr Kümmel-, Wacholder- und Schwefelöl vertrieben und letztlich boten "Weiber" Aquavit, Magen- und Aniswässer feil. Doch der Erfolg der Apotheker gegen deren geschäftsstörendes Treiben war meist sehr gering.[113]

Von den "Theriakkrämern" wurde nun ein geheimnisumwittertes Produkt vertrieben.. Theriak war schon in der Antike bekannt, wobei man zwei Hauptrezepturen, das Mithridaticum und den andromachischen Theriak[114] unterschied. Beide Rezepturen enthielten eine große Anzahl pflanzlichen, mineralischen und tierischen Bestandteilen, wobei beim Theriak besonders wichtig die Zugabe von Vipernfleisch war. Nach antiker Ansicht war Theriak ein "Antidotum universale", ein Universal-Gegengift.[115]

Die Theriaktradition der Antike wurde im Mittelalter in Venedig fortgeführt. Nur der Serenissima war es möglich, durch seine Handelsbeziehungen die ausgefallenen Drogen für den Theriak zu beschaffen. Durch mehrere Jahrhunderte behielt Venedig fast ausschließlich diese Monopolstellung. Das Aufkommen der Pest hatte dann großen Einfluß auf die Verbreitung und den Bekanntschaftsgrad dieser Arznei.

Das komplizierte Herstellungsverfahren und die vielen Bestandteile ließen alsbald strenge Vorschriften entstehen. Die einzelnen Drogen mußten bis ins 18. Jahrhundert hinein vor deren Verwendung von der Behörde - heute würde man von Amtsärzten sprechen - begutachtet werden und auch die Herstellung wurde gleichfalls streng überwacht. Betrügerische Manipulationen wurden streng bestraft.[116] Wenigstens seit 1600 versorgte Venedig damit Gesamteuropa einschließlich der skandinavischen Länder.[117] Daneben aber war es durch päpstliches Privileg den Jesuiten in Rom erlaubt, Theriak herzustellen. In Deutschland war Nürnberg ein Zentrum später Theriakerzeugung.[118]

Theriak war also ein kostbares Handelsgut. Neben den Apotheken, die ihn auf den üblichen Handelswegen bezogen, wurde Theriak auf Märkten von sogenannten "Theriakkrämern", aber auch von den aus Tirol stammenden "Zillertaler Ölträger"[119] vertrieben. Daß der "Theriak" der Wanderhändler nicht immer aus Venedig kam, ist unschwer vorstellbar. Ein eindrucksvolles Beispiel eines solchen Schwindels schildert uns Christoffel von Grimmelshausen in seinem berühmten Roman "Der abenteurliche Simplicissimus".[120] Man kann sich die Freude der Apotheker, die den Theriak teuer und legal aus Venedig bezogen, mit dieser Konkurrenz vorstellen!

Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, daß als Nebenprodukt dieser Theriakproduktion ein Amulett entstand, welches als "Venetianische Vipernschnur" europaweite Verbreitung fand.[121] Das Grazer Apothekenmuseum besitzt davon ein Exemplar, wovon es unseres Wissens nach in keiner pharmazeutischen Sammlung ein weiteres Stück gibt!

Zu den weiteren Konkurrenten der Apotheker zählten ferner die sogenannten "Wurzenkramer" oder "Dürrkräutler", das waren Kräuterhändler, die einfache Wurzeln und Kräuter als Ware feilboten.[122] Sie waren die Vorfahren der späteren Drogisten. Bereits 1678 wurde unter den Einwohnern der Murvorstadt ein Mathias Fluder als "Wurzenkramer" erwähnt. 46 Jahre später (1724) betrieb Hans Georg Liskutin, aus der bekannten steirischen Händlerfamilie stammend, eine "Wurzencramerey".[123] Auch ein "Wurzelkramer an der Murbrücke" wurde - leider nicht namentlich - erwähnt. 1753 erschien für die "Kräutler" sogar eine eigene Taxordnung![124] Später berichteten auch - Schniderschitsch für das Jahr 1820 und 10 Jahre darauf Gustav Schreiner (1830) - von Bestehen dreier Kräuterhandlungen.[125] Eine davon, die am Jakomini-Platz, sei bis 1850 stets im Besitze von geprüften Pharmazeuten gewesen! [126]

Daneben gab es dann noch die "Materialisten", die zwar die Erlaubnis hatten, einige wenige "einfache" Arzneimittel zu verkaufen. Naturgemäß hielten sie sich nicht daran, sondern betrieben illegal einen schwunghaften Handel mit allerhand "zusammengesetzten" Medikamenten und Chemikalien. Die Grazer Apothekerschaft wehrte sich mehrmals erfolglos dagegen. 1761 endlich ordnete die Landesregierung an, die Gewölbe von Grazer Kaufleuten überraschend aufzusuchen und festzustellen, wo und womit unerlaubter Arzneihandel betrieben wurde. Bei 15 Kaufleuten konnten Verstöße gegen die bestehende Verordnung festgestellt werden. Letztendlich aber wurde zwischen ihnen und den Apothekern ein Vergleich geschlossen, der zum Ziele hatte, gemeinsame Konkurrenten z. B. die ungarischen Hausierer oder die Schwefelträger, die ebenfalls von dort kamen, wirksam zu bekämpfen.[127]

Konkurrenten erwuchsen den Apothekern auch aus einer der Zünfte. Das war die Zunft der Bader (balneatores), der Barbiere oder Scherer (tonsores) und der Wundärzte oder Chirurgen, welche im Mittelalter handwerksmäßig vereinigt waren. Die Bader waren die Pächter von Badstuben. Dort durften sie auch, neben der Pflege des feuchten Haares, denn trockenes Scheren und Bartschneiden war den Barbieren vorbehalten, die "kleine Wundarznei" betreiben. Darunter verstand man das Schröpfen, Massieren, Zur-Ader-Lassen und Klistieren, ferner die Behandlung von Knochenbrüchen und Verrenkungen. Das Baden selbst diente nicht nur der Reinigung, sondern das Schwitzbad wurde als "äußere Arzney" angesehen und sollte besonders gegen Lepra helfen.[128]

Barbiere durften, wie schon gesagt, nur trockene Haar- und Bartpflege betreiben, aber es war auch ihnen gestattet, die "kleine Wundarznei" auszuüben. Im 17. Jahrhundert - genau im Jahre 1617 - spalteten sie sich vom Badergewerbe ab. [129]

Obwohl sie mit ihnen in einer Zunft waren, war der Wundarzt oder "Chyrurgus" den Badern und Barbieren zeitweise übergeordnet. Aber auch hier gab es, wie bei den Handwerkern, die Lehrjungen, die Gesellen und die Meister. Lehrzeit und Prüfung waren genau geregelt. Innerhalb der Wundärzte selbst unterschied man im Mittelalter zwischen niederen (II. Klasse bzw. Chirurgi vulgares) und höheren (I. Klasse bzw. Chirurgi physici) Chirurgen. Erstere übten die "kleine Chirurgie" aus, letztere hatten bereits eine höhere medizinische Bildung. Chirurgen, die in der Armee dienten, nannte man Feldschere. Absolvierte ein Chirurg ein Universitätsstudium, nannte er sich "Doktor beider Arzneyen".[130]

Die Gesellen und Meister der Chirurgie mußten später auch andere Tätigkeiten verrichten wie die Eröffnung des Kehlkopfes, das Trepanieren der Schädelhöhle, das Operieren von Haselscharten[131] u. ä. Daraus entwickelten sich schon früh "handwerkliche Spezialisten" wie z. B. die "Starstecher" oder "Oculisten" [132], die "Stein- und Bruchschneider" [133] oder die "Zahnbrecher".

Einer dieser berüchtigten "Starstecher", der Engländer "Chevalier" John Taylor kam auch nach Graz. Großartig verkündete er, er könne durch seine Operation Blinde sehend machen. Vermögende und adelige Augenkranke strömten ihm zu , denen er mehr schlecht als recht den Star stach. Er verband dann seinen Patienten beide Augen, kassierte das Honorar und schärfte den Operierten ein, nicht vor elf Tagen den Verband zu öffnen. Da war er aber schon abgereist .....![134]

Bei den Bruchoperationen gingen die "Bruchschneider" besonders brutal vor, so eine "Operation" kamen in der Regel einer Kastration gleich.[135] Alle diese Eingriffe waren schwierig und echte Erfolge waren spärlich, so war es kein Wunder, daß diese Tätigkeiten von echten Badern und Wundärzten abgelehnt wurden. Um so eher waren Kurpfuscher am Werk, die auf Jahrmärkten mit viel Geschrei und Schwindelei ihre Kunst anpriesen.[136]

Über die "Marktschreier" letztlich kann man bei F. Heppner nachfolgendes lesen: "Beim Auftritt des Marktschreiersstand das Volk zu Hunderten mit aufgesperrten Augen und Mund vor einer Jahrmarktsbude, die mit gefälschten Privilegien erfundener Souveräne beklebt war. Die Menschen waren glücklich, wenn sie vom Wundermann um ihr Geld betrogen wurden und zahlten ihm für jedes Mittel jeden Preis. Das Volk sah und staunte über seine oft trickreichen Darbietungen. Es zahlte für die Kur im voraus. Grundlegend für die Behandlung war jeweils, alles Vorherversuchte zu mißbilligen und jede Verbindung zu Ärzten und Wundärzten zu diskreditieren. Und so wurden mit großem Gewinn Scheinmittel gegen Podagra, Kropf, Fieber, Impotenz umgesetzt, denn man glaubte ja den Schwindlern umso lieber, je lauter sie prahlten. Und die Genarrten und Fehlbehandelten hielten brav den Mund, um zum Schaden nicht noch den Spott einzuheimsen".[137]

Die Bader durften auch Medikamente verkaufen, aber nur für die äußerliche Anwendung, alles andere war den Apothekern vorbehalten. Man kann sich nun unschwer vorstellen, daß es zwischen den Apothekern, Wundärzten und Badern immer wieder zu Streitigkeiten kam und daß Vorschriften umgangen oder nicht eingehalten wurden. Ganz zu schweigen erst von den echten Kurpfuschern auf den Märkten.[138]

Die Apotheke in der Murvorstadt#

Von allen Vorstädten von Graz war es vor allem die Murvorstadt (die heutigen Bezirke Lend und Gries), die im 17. Jhdt. sich besonders stark entwickelt hatte. Hier führte ein bedeutender Handelsweg durch, der einerseits den pannonischen, andrerseits den süddeutschen Raum mit Handelswaren aller Art versorgte. Dementsprechend machten hier auch viele Fremde Halt und es gab zahlreiche Gast- und Vergnügungsstätten. Die damals epidemisch immer wieder auftauchenden Seuchen hatte man noch lange nicht im Griff. Alle diese Tatsachen erhöhten die Krankheitsgefahr in dieser Vorstadt am rechten Murufer.

Die beiden Murtore waren nachts geschlossen und so konnten die Leute nächtens weder von einem Arzt, die vornehmlich in der Stadt wohnten, noch von einer Apotheke Hilfe erwarten. Die Arzneimittelversorgung der Vorstadt lag damals in den Händen der Konkurrenten der Stadtapotheker, bei den Barmherzigen Brüdern und beim Wasserbrenner an der Brücke. So war es nicht verwunderlich, daß bereits im 17. Jhdt. in der Murvorstadt um Errichtung einer Apotheke angesucht wurde. Das unterstützte auch der Adel, der vielfach hier einen Landsitz hatte.[139]

Georg Christian Obele, der 15 Jahre lang in Klagenfurt Apotheker gewesen war, kam 1670 nach Graz und bat 1674 die Inner-Österreichische Regierung um Erlaubnis, in der Murvorstadt ein "Laboratorium Galeno-Chymicum" errichten zu dürfen.[140]

Es war nun ganz natürlich, daß die vier Stadtapotheker, um ihre Meinung befragt, dagegen waren. Vorerst dagegen anderer Ansicht war da die Inner-Östereichische Regierung, die Obele zusicherte, daß er, nach Ablegung eines Examens und Erwerb der Bürgerschaft sehr wohl in der Murvorstadt eine Apotheke eröffnen könne. Und Obele legte das Examen erfolgreich ab.

Nun verbündeten sich die Stadtapotheker mit den Barmherzigen Brüdern, die ihrerseits darauf hinwiesen, daß sie ja Tag und Nacht die Arzneimittelversorgung in der Murvorstadt aufrecht hielten (sic!) und daher diese neue Apotheke nicht notwendig sei. Und tatsächlich lehnte nun auch die Inner-Österreichische Regierung Obeles Ansuchen ab.[141]

Es dauerte nun bis zum Jahre 1690, bis neuerdings, diesmal von Michael Minzenrieder, der vier Jahre erster Gehilfe in der Apotheke in der Sporgasse gewesen war, um eine Apothekeneröffnung in der Murvorstadt angesucht wurde. Er führte ungefähr dieselben Gründe dafür wie schon Obele an. Vor allem wies er darauf hin, daß die Barmherzigen Brüder gar nicht zur öffentlichen Arzneiabgabe befugt wären. Wieder verbündeten sich nun die Stadtapotheker mit den Barmherzigen Brüdern und sie schafften es abermals, daß auch das Ansuchen Minzenrieders abschlägig beschieden wurde (1691).[142]

Nun wollten sich die Stadtapotheker die Murvorstadt für sich sichern. Sie baten nun ihrerseits um Erteilung einer Konzession, deren Vergabe sie unter sich ausmachen wollten. Sie vertraten nun sie plötzlich die Meinung, daß dort die Errichtung einer Apotheke unbedingt notwendig sei. Dadurch kamen sie in Streit mit ihrem einstigen Verbündeten, den Barmherzigen Brüdern. Wie immer, wurde hierauf die Meinung der Beteiligten und der davon Betroffenen eingeholt. Bevor es nun aber zu einer endgültigen Entscheidung kam, trat eine neue Situation ein.[143]

Um 1708 suchte Jochann Baptist Turack um Errichtung einer Apotheke in der Murvorstadt an. Turack hatte bereits 15 Jahre lang als Feldapotheker Erfahrung gesammelt und zwei weitere Jahre als Gehilfe in der Fetzerischen Apotheke (heute: Landschaftsapotheke) gearbeitet. Sein Vater war zudem als kaiserl. Land-Kriegs-Kommissär einst ein angesehener und einflußreicher Mann gewesen.

Sofort wandten sich nun die Stadtapotheker und die Barmherzigen Brüder gegen diesen Plan aber auch das Magistrat, der Landeshauptmann und die Inner-Österreichische Regierung waren entschieden dagegen (1709). Turack hatte anscheinend aber die besseren Beziehungen, denn 1711 entschied der Kaiser selbst, daß Turack in der Murvorstadt eine Apotheke eröffnen dürfe. Im Jahre 1713 wurde die Apotheke bereits als bestehend erwähnt.[144]

Nach Turacks Tod verblieb die Apotheke vorerst in Besitz der Witwe, dann aber erwarb Justin Christoph Kühr die Apotheke (um 1736). Wenige Jahre später hieß die Apotheke dann bereits "Zum schwarzen Mohren". Bis zum heutigem Tag gab es eine ganze Reihe von Besitzern und auch im Apothekennamen traten kleine Änderungen ein. So lautete dieser um 1865 "Zum Mohren", ab 1935 dürfte sich dann der heutige Namen "Mohren-Apotheke" durchgesetzt haben.[145]

Weitere Apotheken entstehen in den Vorstädten#

Da keine der anderen Vorstädte von Graz damals eine so rasante Entwicklung aufwies wie die Murvorstadt, dauerte es in der Folge immerhin 100 Jahre, bis es wieder zu einem Ansuchen um eine Apotheken-Neugründung in einer Grazer Vorstadt kam. 1784 war es der Apothekengeselle Jakob Höritsch, der mehrere Jahre in der "Bären-Apotheke" zur vollen Zufriedenheit seines Herrn gearbeitet hatte, der nun das Ansuchen stellte, in Graz eine neue Apotheke errichten zu dürfen.[146]

Natürlich gab es sofort Einwände dagegen, aber das Gubernium war der Meinung, daß in der Vorstadt, im Bereich von Münzgraben oder am Grazbach, eine solche neue Apotheke wirklich notwendig wäre. Die Hofkanzlei verschloß sich nicht dieser Meinung und gestattete Jakob Höritsch im Jahre 1785, "im Münzgraben" eine Apotheke errichten zu dürfen.[147]

Da aber Jakob Höritsch mehrere Jahre lang die Errichtung seiner Apotheke nicht vorantrieb, stellte 1788 Caspar Andreas, Ritter v. Jakomini an das Kreisamt das Ansuchen, die bereits gewährten Rechte auf Franz Xaver von Popovitsch zu übertragen. Von Amtswegen hatte man nichts dagegen, man übertrug ohne große Verzögerung die alten Apothekenrechte auf Popovich. Man knüpfte jedoch daran die Bedingung, daß die neue Apotheke nur am schon festgesetzten Ort errichtet werden dürfe. Dafür setzte sich auch das Apotheker-Gremium ein, das nicht zu Unrecht vermutete, die Apotheke sollte nach neueren Plänen viel näher an der Stadtgrenze heran, im sogenannten Jakominischen Haus[148], errichtet werden.[149]

Gegen den amtlich vorgegebenen Platz wehrte sich nun Popovitsch, der das Jakominische Haus tatsächlich als Standort für seine Apotheke vorgesehen hatte. Darin sahen nun die Stadtapotheker eine Chance, die Apotheke überhaupt zu verhindern und protestierten gegen die Errichtung.

Äußerst befremdet über diese Gesinnungsänderung der Apotheker, die ja gegen Höritsch keinen Einspruch erhoben hatten, wollte nun das Gubernium einen Standort aussuchen, welcher möglichst in der Mitte von Jakomini- und von Grazbach-Vorstadt liegen sollte. Zudem müsse sich der neue Apotheker für eine unentgeltliche Arzneiabgabe an die Armen verpflichten.[150]

Eine Kommission ging nun auf Häusersuche, letztendlich standen zwei Häuser zur Auswahl, doch konnte darüber keine Einigung erzielt werden. Eines der Häuser war tatsächlich das Jakominische Haus, wo Popovitsch eine Offizin schon eingerichtet hatte und nur noch auf die Erlaubnis zur Eröffnung wartete.[151]

Bevor noch das Verfahren abgeschlossen war, erkrankte Popovitsch schwer. Da er das Vermögen seiner Braut bereits in die noch nicht bewilligte Apotheke gesteckt hatte, setzte er diese als Universalerbin ein, heiratete sie, verstarb aber kurz darauf. Die Witwe war nun in keiner beneidenswerten Lage. Sie wandte sich nun an das Gubernium mit der Bitte, die Apotheke, nach deren Eröffnung, durch einen Provisor führen zu dürfen. Das wurde ihr zwar bewilligt, nicht aber der Standort. Als letzten Ausweg schrieb Eleonore v. Popovitsch ein Gesuch an den Kaiser selbst. Dieser entschied nun zu Gunsten der Witwe, so daß die Apotheke im Jahre 1789 im Jakominischen Haus mit einem Provisor eröffnet werden konnte. [152]

Es folgten mehrere schwierige Jahre für die Besitzerin, die auch in der zur Verfügung stehenden Literatur recht ungenau beschrieben sind.[153] Im Jahre 1793 verkaufte die Witwe die Apotheke "Zur Goldenen Sonne", wie die Apotheke laut Urkunde nun hieß, an ihren damaligen Provisor Johann Klima. Dieser Kauf brachte Johann Klima noch eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, die letztlich von der Behörde entschieden wurden. 1803 verlegte Johann Klima die Apotheke auf ihren heutigen Standort (Jakominiplatz 24).[154]

Anfang des 19. Jhdts wuchsen aber auch die anderen Vorstädte von Graz an. Ein erstes Ansuchen im Griesviertel eine Apotheke errichten zu dürfen, gab es bereits 1813 durch Anton Reisinger und dem ein weiteres durch Ignatz Gum im Jahre 1823 folgte. Beide Ansuchen wurden abgewiesen.

Von Interesse war hier, daß im Griesviertel einst bereits eine Apotheke, die sogenannte "Armenhaus-Apotheke", die auch zur öffentlichen Arzneiabgabe berechtigt war, bestanden hatte.[155] Eine erste Erwähnung dieser Einrichtung stammte aus dem Jahre 1757. Auf Drängen der Stadtapotheker aber und mit Erlaß des Hofes wurde diese Apotheke jedoch 1788 geschlossen. Das war auch der Grund, daß man schon Höritsch bei seinem Ansuchen um Neuerrichtung einer Apotheke es zur Bedingung machte, künftig unentgeltlich Medikamente an die Armen abzugeben.[156]

Im Jahre 1830 lagen dem Gubernium zwei neue Ansuchen vor, u. z. von Karl von Emperger, der in der Vorstadt Graben und von Josef Appurg, der an einem dem Magistrat genehmen Ort eine Apotheke errichten wollte. Doch der Magistrat war nicht unbedingt mit der Person der Antragsteller einverstanden, der Bezirks-Physiker und das Kreisamt waren überhaupt generell gegen eine Vermehrung der Apotheken.[157]

Das Gubernium trug sich zudem mit dem Plan, beim Paulustor, im sogenannten Röckenzaunischen Hause eine Spitalsapotheke zu errichten und diese alle zehn Jahre zu verpachten. Im Röckenzaunischen Haus, heute Paulustorgasse 15, war einst das Gebärhaus und ein Teil der Irrenanstalt bis zu deren Übersiedlung untergebracht.[158] Allzuviele Interessen waren im Spiel, so daß sowohl all Ansuchen von Appurg - er versuchte es insgesamt sechsmal - als auch jenes von Emperger abgewiesen wurden. Aber auch aus der geplanten Spitalsapotheke wurde nichts. Desgleichen kam es vorerst nicht zur Errichtung einer Apotheke in der Gegend Graben-Geidorf, da auch hier die unterschiedlichsten Interessen jeglicher Neueröffnung im Wege standen.[159]

1833 suchte Nikolaus Wunder um eine Apothekenkonzession (Apotheken-Personalgerechtsame) am Griesplatz an. Nikolaus Wunder war vorher bereits 10 Jahre in Graz, teils in der Apotheke "Zur Goldenen Sonne", teils in der "Hirschenapotheke", Gehilfe tätig gewesen. Für Wunder folgten nun zwei Jahre zermürbenden Kampfes. Im November 1835 endlich bekam er das persönliche Apothekengewerbe für Gries-Karlau verliehen.[160]

Er errichtete seine Offizin im Bereich Oberer Gries (die heutige Griesgasse), in einem Haus, welches später, als man die eiserne Tegetthoff-Brücke zu errichten begann (Fertigstellung 1883), abgerissen wurde. Dieses Haus stand zwischen dem Hotel Weitzer und dem ehemaligen Greinitzhaus.[161] Der Apothekenstandort blieb dort trotz einiger Proteste - man wollte immer wieder eine Verlegung der Apotheke auf den Griesplatz - bis ca. 1875.[162]

Bei Kurt Ryslavy, der sich mit der Geschichte der Grazer Apotheken beschäftigt hatte, findet man weder einen Hinweis, wann die Apotheke ihren Standort gewechselt (heute Griesgasse 12), noch zu welchem Zeitpunkt sie den Namen "Zum goldenen Engel" erhalten hatte. Die Apotheke ging in der Folge auf Anton Wunder, Nikolaus Wunders Sohn, über. Hier muß auch unbedingt angeführt werden, das der für die Steiermark so bedeutende Pharmaziehistoriker Norbert Schniderschitsch von 1945 bis 1965 Inhaber dieser Apotheke gewesen war.[163]

1835 griff man wieder das Problem einer Errichtung einer Apotheke im Vorstadtviertel Graben-Geidorf auf. Es kam wieder zu den schon bei jeder neuen Apotheke beschriebenen Gutachten, Gegengutachten und Protesten zwischen den einzelnen Behörden und dem Apotheker-Gremium. Letztlich wurde 1836 Oswald Wenko, Pächter einer Apotheke in Pettau, das Recht zugestanden, dort eine Apotheke zu eröffnen. Erster Standort dieser neuen Apotheke war das Haus mit der heutigen Adresse Grabenstraße Nr. 12.[164]

Das war jenes Haus, wo sich heute die Gaststätte "Zum alten Telegraphen" befindet. Einer Familienüberlieferung nach habe sich später der Standort der Apotheke "von einem Gasthaus zum anderen" verlagert. Gemeint war damit, daß sich am heutigen Standort Wickenburggasse Nr. 1 dereinst auch ein Gasthaus sich befunden habe. Als dieses seine Pforten schloß, habe man die Apotheke dahin verlegt. So jedenfalls habe Apotheker Wolfram Dreweny von seinem Vater Rudolf erzählt bekommen. Leider fehlen auch hier bei Kurt Ryslavy genauere Angaben, wann die Apotheke verlegt und wann sie den Namen "Salvator-Apotheke" bekommen habe.[165]

In den 40er Jahren des 19. Jhdts. setzte nun ein weiterer heftiger Kampf um Apothekenneugründungen in den rasch wachsenden Vororten ein. 1842 suchte Friedrich Pessiak gleich an 5 Standorten um eine Apotheken-Gerechtsame an (die Vorstadtviertel St. Leonhard, Geidorf, Münzgraben, Schörgelgasse und im Stadtviertel Burg). Er wurde abgewiesen.

Der frühere Apotheker von Feldbach, August Kupferschmidt, ging den Weg eines Majestätsgesuchs, den die "Bewohner der fünf östlichen Vorstädte" an denselben richteten. Obwohl der Kaiser vorerst positiv entschied (1843), erreichten es die Grazer Apotheker, daß dieses Ansuchen letztendlich vom Kaiser revidiert wurde(1844).[166]

Bis zum Jahre 1848 kam es zu zahlreichen weiteren Versuchen und Abweisungen von Gesuchen um Apothekenneugründungen in den östlichen Vorstädten. Um die vielen langwierigen Verfahren vorerst einmal zu beenden, verfügte am 19. Oktober 1848 das Ministerium des Inneren an das k. k. Landespräsidium, "daß bei der gegenwärtigen Bevölkerung die Zahl der vorhandenen Apotheken mehr als genügend erscheine".[167]

Das stellte aber schon Gustav Schreiner fest, als er in seinem bekannten "Grätz"- Buch im Jahre 1843 nachfolgendes schrieb: " Die Zahl der Apotheken beläuft sich gegenwärtig auf 9, von denen sich 4 in der inneren Stadt und 5 in der Vorstädten befinden; außerdem besteht noch eine Feldapotheke im k. k. Garnisons-Spitale und eine Hausapotheke im Krankenhause der Elisabethinerinnen. Somit trifft eine Apotheke ungefähr auf eine Bevölkerung von 5400 Einwohnern". [168]

Einige Worte zur "Feldapotheke im k. k. Garnisons-Spital". Das Garnisonsspital befand sich im ehemaligen Karmeliterkloster, am heute gleichnamigen Platz, welches Kaiser Josef II. aufgehoben und daraus ein Militärspital gemacht hat. Die daneben liegende, dem hl. Josef geweihte Kirche wurde zum Militärmedikamentendepot ausgebaut. [169]

Eine gute Beschreibung der Räumlichkeiten der dort untergebrachten Apotheke finden wir bei Mathias Macher. Er schreibt darüber folgendes: "Diese Heilanstalt befindet sich am Karmeliterplaz im ehemaligen Karmeliterkloster, und gränzt gegen N(orden) und W(esten) mit seinem Hof an das allgem. Krankenhaus. ...... Über den schönen Kellern (worunter der Wasserkeller der Apotheke) sind ebenerdig die Räume des Inspekzionpersonales, der Kanzlei, des Chefarztes, der Unterärzte und der kommandierten Mannschaft, die geräumige Apotheke, ........ 1 Küche zum Kochen der Arzneien, 1 Zimmer für den Apotheker-Senior und 1 für den Laboranten, ........ unter dem Dache der Kräuterboden des Apothekers, .... im Garten......das Laboratorium des Apothekers."[170]

In jenem Garnisonsspital verbrachte im Jahre 1888 der Medizinstudent Hans Klöpfer seine "militärische Freiwilligenzeit". Dazu gehörte auch eine mehrwöchige Zuteilung zum Dienste in der dortigen Garnisonsapotheke. Darüber schrieb er folgendes: "Von der Bereitung der einfachsten Drogen, wie Ausklauben getrockneter Orangenschalen zur Bereitung des Syrupus scorticis aurantiorum oder der Mischung verschiedener heilsamer Teesorten stiegen wir rasch zum Auffüllen von Pulvern. Da aber der unvermeidliche Abfall beim Auswägen nicht geduldet wurde, gingen wir recht sparsam vor und hatten so nach mehreren hundert Grammpulvern noch immer einen kleinen Überrest, der freilich auch eine Verlegenheit bildete."[171] Das Garnisonsspital wurde 1918 aufgelassen.

Neben den Orden, die sehr rasch erfaßt hatten, wie notwendig eine eigenständige Medikamentenversorgung für jedes Krankenhaus war, dachte nur noch das Militär an eine geregelte Bevorratung. Nicht so der Staat und das Gubernium. Dort dauerte es sehr lange, eigentlich bis ins 20. Jahrhundert, bis auch sie in ihren hospitalen Einrichtungen in Graz ein Medikamentendepot berücksichtigten.

So hatten das Allgemeine Krankenhaus, welches im Jahre 1787 im "Lambrechter Hof" (Paulustorgasse 8, ab 19266 Sitz der Bundes-Polizei-Direktion) seinen Betrieb aufnahm, keine eigene Apotheke, sondern bezog seine Medikamente von den Stadtapothekern. In einem Krankensaale war jedoch für dringensten Fälle ein "Medikamenten-Notapparat" untergebracht. [172] Zur selben Zeit war gegenüber dem Allgemeinen Krankenhaus das sogenannte "Tollhaus", in dem vom Kaiser Josef II. ebenfalls aufgelassenen Kapuzinerkloster (heute Volkskundemuseum), eingerichtet worden. Auch dort war in keinem Bericht die Existenz einer Apotheke erwähnt.[173]

Die Apothekenneugründungen von 1850 bis heute.#

Trotz der Verfügung von 1848 kam es doch zwischen 1850 bis zur Jahrhundertwende zu mehreren Neugründungen. Dazu kam es, da in der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. durch eine stets wachsende Vorstädteentwicklung, sowohl am rechten, besonders aber am linken Murufer, in Graz ein bedeutender städtebaulicher Akzent gesetzt wurde. Der dort lebenden Bevölkerung war es nicht mehr zumutbar oft eine gute Stunde Wegs auf sich zu nehmen, um ein Arzneimittel zu bekommen.

Obwohl das Ritual bei Neugründung einer Apotheke bis heute immer das gleiche blieb, mindestens eine Nachbarapotheke fühlt sich in ihrer Existenz bedroht und versucht durch Einspruch diese Eröffnung zu verhindern oder wenigstens möglichst lange hinauszuzögern, war auf Dauer eine kontinuierliche Vermehrung von Apotheken in Graz nicht zu verhindern.

So kam es 1856 zu zur Gründung einer Apotheke, Ecke Glacisstraße 37/Elisabethstraße (damals Nr. 738) durch Franz Petrich. Petrich hatte schon vorher fünf Jahre lang eine Filialapotheke in der Schörgelgasse betrieben. Aber der Standplatz zu Beginn der Elisabethstraße war nicht sehr günstig gewählt. 1861 verkaufte Petrich seine Apotheke an Josef Purgleitner sen.. Purgleitner hatte die Apotheke für Johann Eichler, den Verlobten seiner Tochter gekauft. Er selbst war ja im Besitz der "Hirschenapotheke" in der Sporgasse.[174]

Johann Eichler nahm alsbald, als erster in der Steiermark, eine Sodawassererzeugung auf und führte die Apotheke erfolgreich. 1868 verlegte er die Apotheke in das "neu erbaute Eckhaus des Gastwirtes Moser", Leonhardstraße 6, wo sich die Apotheke "Zum guten Hirten" noch heute befindet.[175]

Wohl um die Versorgung der Vorstadt Lend zu gewährleisten, wurde 1869 am Lendplatz Nr. 39 von Eduard Riedl, vormals Besitzer einer Apotheke im böhmischen Neuhaus, eine Apotheke eröffnet. Riedl baute sich in der nahen Volksgartenstraße ein Haus und verlegt nach dessen Fertigwerden (1877) die Apotheke dorthin. Da sich der Standort nahe der bekannten Wallfahrtskirche Mariahilf befand, war eine Namenswahl "Apotheke `Zur Mariahilf`" naheliegend.[176]

Noch im gleichen Jahr im Dezember wurde im Bereich Münzgraben (Münzgrabenstraße 3) von Heinrich Strohschneider eine weitere Apotheke (Apotheke "Zur St. Anna") gegründet. Als dieser drei Jahre später stirbt (1872), erwirbt wieder der Apotheker der "Hirschenapotheke", Josef Purgleitner sen. diese Apotheke. Nach Kurt Ryslavy leitete diese von 1872 bis1874 dessen Schwiegersohn Johann Eichler. 1874 wurde die Apotheke verpachtet. [177]

Das Geidorfviertel war bisher ohne Apotheke geblieben. 1870 gründete man auch dort, zu Beginn der Heinrichstraße (Heinrichstraße 3), eine Apotheke, die den Namen "Zur göttlichen Vorsehung" erhielt. Der erste Apotheker hieß Carl Fenz, der aber noch im gleichen Jahr die Apotheke an Hermann Steiner weiterverkaufte. 1875 erwarb die Apotheke Raimund Postl, der ein Neffe von Karl (Anton) Postl gewesen war. Karl Postl erlangte als Charles Sealsfield einigen Ruhm als Schriftsteller. Raimund Postl, der vor seiner Grazer Zeit 6 Jahre in Chicago tätig gewesen war, blieb bis 1893 in Besitz dieser Apotheke.[178]

Nachdem das "Tollhaus" in der Paulustorgasse viel zu klein geworden war, baute man im Süden von Graz die "Landes-Irrenanstalt am Feldhof" (ab 1925 "Landes-Heil- und Pflegeanstalt am Feldhof", heute "Landesnervenklinik Sigmund Freud"), die 1874 feierlich eröffnet wurde. [179][179|179] Wie schon das alte Irrenhaus, wies auch das neue Haus vorerst keine Apotheke auf. Eine solche wurde dort erst im Jahre 1922 eingerichtet (Konzessionsurkunde vom 7. Juli 1922).[180]

Das Herz-Jesu-Viertel bekam 1890 eine Apotheke. Nach einigen Streitigkeiten konnte am 1. August 1890 Ludwig Stingl seine Apotheke "Zur Herz-Jesu-Kirche" eröffnen. Die "Herz-Jesu-Apotheke", wie sie heute heißt, hat im Haus Nibelungengasse 26 ihren Standort.[181]

Heute gehört die Apotheke "Zur Hoffnung" (Eggenberger Allee 44) zu den Grazer Stadtapotheken. Als sie aber im Jahre 1900 von Josef Klimek gegründet wurde, war ihr Standort Algersdorf. Dieses und Baierdorf bildeten zusammen die Marktgemeinde Eggenberg. Und erst als Eggenberg zu Graz kam, wurde daraus eine Grazer Apotheke.[182]

Relativ viele Apotheken wurden nun zwischen der Jahrhundertwende und dem Ende des Ersten Weltkrieges gegründet. Wieder lagen die Standorte außerhalb der Altstadt in den Vororten, wobei sich auch schon der Trend abzeichnete, an der Stadtgrenze von Graz Apotheken zu gründen. 1903 wurde Ecke Schönaugasse/Schönaugürtel von Carl Schihavy die Apotheke "Zur Krone" gegründet. Bis 1918 blieb das auch der Standort dieser Apotheke. In diesem Jahr verlegte ihn aber der damalige Besitzer Josef Keiter dorthin, wo sich die Apotheke heute befindet; im Eckhaus Steyrergasse/ Conrad von Hötzendorf-Straße 28.[183]

1903 eröffnete Franz Taschner nahe dem Lendplatz, in der Wiener Straße Nr. 49 (heute Nr. 19) die "Löwen-Apotheke" [184], 1909 folgte die Apotheke "Zum grünen Kreuz" (Annenstraße 45)[185], 1910 die "Jakomini-Apotheke" (Jakominiplatz 15)[186] und die Apotheke "Zum steirischen Panther". Der Standort der letzteren war damals Karlauer Straße 9 bzw. 10.[187] Später kam es jedoch zu einer Namensverkürzung auf "Panther-Apotheke" und 1972 auch zu einer Standortverlegung (heute Griesplatz 26).

Ein Jahr später eröffneten die "Kaiser-Josef-Apotheke" am gleichnamigen Platz (Nr. 5) und am Leonhardplatz 3 die Apotheke "Zum heiligen Leonhard".[188] Nahe der letztgenannten Apotheke baute man damals auch das modernste Krankenhaus Europas im wunderschönen Jugendstil. Leider hatte man bei der Planung auf die Apotheke vergessen, so daß die ursprünglich für den Direktor vorgesehene Dienstwohnung für die Apotheke adaptiert werden mußte.[189]

Das war auch der Grund, daß die Apotheke, auch noch heute, im Direktionsgebäude untergebracht ist (Auenbruggerplatz 1). Die Konzession für diese Apotheke wurde am 23. Mai 1912 erteilt. Erster Leiter der Apotheke wurde Magister Fritz Wischo.[190]

Es war im Kriegsjahr 1917, als der damalige Leiter des Landeskrankenhauses Prof. Dr. Wilhelm Scholz bei der steirischen Landesregierung anregte, den dringenden Bedarf an Medikamenten doch durch Gründung eines eigenen Werkes zur Medikamentenerzeugung zu decken. Man griff diese Idee auf und begann vorläufig in den Räumlichkeiten der Anstaltsapotheke mit der Erzeugung. Zum Betriebsleiter wurde der Leiter der Anstaltsapotheke Fritz Wischo bestellt. [191]

Die "Rieswerke" erhielten erst in den Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkrieges ein eigenes Gebäude. Prof. Dr. Ludwig Zechner war ihr verantwortlicher Leiter. Zufolge allgemeinen Platzmangels für Kranke wurden die "Rieswerke" letztlich aufgelöst und an diese Stelle das Strahlentherapiezentrum errichtet.[192]

Knapp vor Ende des Ersten Weltkrieges, im Jahre 1917, kam es dann noch zur Gründung der "Neutor-Apotheke" (Neutorgasse 57).[193] Die wirtschaftlich schlimmen Nachkriegsjahre erschwerten dann vorerst Neugründungen. Es dauerte dann auch bis zum Jahre 1923. Am 9. Juni dieses Jahres eröffnete im Griesviertel, Lazarettgasse 1, der aus Siebenbürgen stammende Hermann Jacobi die Apotheke "Zur Dreifaltigkeit" (heute "Dreifaltigkeits-Apotheke").[194] Im gleichen Jahr erhält auch Eduard Paschke sen. die Konzession für seine "Janus-Apotheke" in der Wienerstraße (heute Nr. 215-217).[195] Im Jänner 1924 wurde dann an der wichtigen Ausfahrtsstraße aus Graz in die Südsteiermark eine neue Apotheke, die "Apotheke Puntigam", Triesterstraße 373, eröffnet.[196]

Auch innerhalb von Graz wurde langsam das Netz der Apotheken dichter. So eröffnete der frühere Marburger Apotheker Karl Kautetzky, der 1919 für Österreich optiert hatte und deshalb den SHS-Staat verlassen mußte, 1924 die "Glacis-Apotheke" (Glacisstraße 31).[197]

1925 eröffneten gleich zwei neue Apotheken, das waren die "St. Franziskus-Apotheke" in der Münzgrabenstraße (Nr. 110) [198] und eine zweite Eggenberger Apotheke, die "Schutzengel-Apotheke" in der Lilienthalgasse (Nr. 24)[199]. 1933 eröffnete in der gleichnamigen Straße die "Theodor-Körner-Apotheke" (Theodor-Körner-Straße 40) . 1984 verlegte der nunmehriger Pächter Marko Grobuschek deren Standort weiter nach Norden, so daß Apotheke heute die Hausnummer 69 besitzt.[200]

1934 gab es abermals zwei Neugründungen. In Kroisbach eröffnete Karl Lobe seine Apotheke "Zu Maria Trost" (Mariatrosterstraße 31)[201] und in der Plüddemanngasse (Nr. 6) Odilo Reichelt die Apotheke "Zur heiligen Elisabeth" [202]. Das waren aber für eine längere Zeitspanne die letzten Apothekenneugründungen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, der Ausbruch der Zweiten Weltkrieges, der Mangel an Medikamenten in den schwere Kriegs- und Nachkriegsjahren verhinderten ein dichteres Netz an Apotheken.

Erst wieder im Jahre 1950 kam es an der Peripherie von Graz zu zwei Neugründungen. So eröffnete am 11. März dieses Jahres die "Apotheke Liebenau" (Liebenauer Hauptstraße 128a)[203] und am 23. Juni in Straßgang die "Floriani-Apotheke" (Kärntner Straße 416)[204]. Diese Apotheke wurde .... einige Häuser weiter Richtung Graz verlegt (heute Kärntner Straße 410-412). 1951 kam es dann, fast noch in der Altstadt, zu einer Neugründung, der "Opern-Apotheke". Im Jahre 1984 stand diese im Mittelpunkt eines Skandals und wechselte daraufhin 1988 den Namen. Sie heißt heute Apotheke "Am Eisernen Tor" (Opernring 24)[205].

Wieder dauerte es einige Jahre. 1958 erhielt Wetzelsdorf eine Apotheke, die den Straßennamen auch für die Apotheke wählte. Die Apotheke nannte sich "Peter-Rosegger-Apotheke" (Peter-Rosegger-Straße 101).[206] Noch im gleichen Jahr kam öffnete in der Triestersiedlung die "Paracelsus-Apotheke" (Triester Straße 87a) ihre Pforten.[207] In den 60er Jahren (1967) eröffnete eine einzige Apotheke, die "Schönau-Apotheke" (Schönaugasse 106).[208]

Die 70er Jahre dürften wirtschaftlich erfolgreich gewesen sein, denn es eröffneten 5 neue Apotheken. Das waren 1971 die "Kalvarien-Apotheke" (Augasse 77)[209], 1973 die Apotheken "Am Grünanger" (Ziehrerstraße 2)[210] in Liebenau und die "Antonius-Apotheke" (Weinitzenstraße 2)[211] in Oberandritz, 1976 die "Bahnhof-Apotheke" (Keplerstraße 108) [212] und letztlich entstand 1977 in der Eisteichsiedlung die "St. Paul-Apotheke" (Eisteichgasse 31) [213].

Zwischen 1980 und 1990 war es dann schon etwas schwieriger im Gebiet von Graz nach den gesetzlichen Vorgaben eine Neugründung vorzunehmen. Aber die immer dichter werdende Verbauung der Randgebiete der Landeshauptstadt ermöglichten es doch. Es eröffneten 1980 nahe der Berliner-Ring-Siedlung in der Ragnitz die "Apotheke Ragnitz" (Ragnitzstraße 177) [214], 1983 in Neuhart die "Apotheke Neuhart" (Kärntner Straße 152)[215] und 1990 in Wetzelsdorf die "Aesculap-Apotheke" (Burenstraße 72)[216].

Vor der Jahrtausendwende gab es dann nur mehr eine neue Apotheke u. z. in Mariatrost die "St. Hubertus-Apotheke" (Mariatrosterstraße 196), welche 1996 ihren Betrieb aufnahm. Als momentan jüngste Apotheke eröffnete im Jahre 2000 am Anfang der Ragnitzstraße die Apotheke "Casa medica" (Berthold-Linder-Weg 3/Ragnitzstraße 16).

Schon diese Namenswahl zeigt, daß das Berufsbild des Apothekers im Wandel begriffen ist. Die Globalisierung, Bestellungen per Internet, das Verschwinden bekannter Pharmafirmen vom Markt und die Entstehung von neuen Großkonzernen und viele andere Probleme machen auch dieser traditionsreiche Berufsgruppe zu schaffen. Die Zukunft wir es zeigen, wohin der Weg der Apotheke im 21. Jahrhundert führen wird.


[1] Vgl. Norbert Schniderschitsch, Die Geschichte der Pharmazie in Steiermark bis zum Jahre 1850 (= Schniderschitsch, Geschichte), Allgemeiner Teil (= I. Teil) und II. Teil: Die einzelnen Apotheken, beide Mitterwald o. J.,
S. 7. [2] Vgl. dazu: Rudolf Schmitz, Geschichte der Pharmazie, Band I, Von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters (= Schmitz, Pharmazie), Eschborn 1998, S. 448f. [3] Wie Anm. 1
[4] Vgl. Fritz Popelka, Geschichte der Stadt Graz (= Popelka, Graz), Band II, Graz-Wien-Köln 1960 (unveränderter Nachdruck der im Jahre 1959 im Verlag Styria erschienenen 2. Auflage), S. 690.
[5] Ebda, S. 304.
[6] Ebda, S. 362
[7] Vgl. P. J. Wichner, Beiträge zu einer Geschichte des Heilwesens, der Volksmedicin, der Bäder und Heilquellen in Steiermark bis inc. Jahr 1700 (= Wichner, Heilwesen). In: Mittheilungen des Historischen Vereines für Steiermark, XXXIII. Heft, Graz 1885, S. 40 - Victor Fossel, Zur Geschichte des ärztlichen Standes der Steiermark im XVI und XVII Jahrhundert. Separat-Abdruck aus den Mittheilungen des Vereines der Ärzte in Steiermark, Graz 1890, S. 30.
[8] Vgl. Popelka, Graz, Bd.I, S. 487
[9] Ebda, S. 484
[10] Popelka Graz, Bd. II, S. 690
[11] Ebda, S. 225, 267.
[12] Vgl. Popelka, Graz, Bd. I, S. 449
[13] Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 7.
[14] Ebda, S. 545 a, b.
[15] Vgl. Wichner, Heilwesen, S. 40.
[16] Ebda, S. 41
[17] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 8
[18] Wie Anm. 16
[19] Vgl. Popelka, Graz, Bd. I, S. 588 b, 589 b.
[20] Wie Anm. 16
[21] Wie Anm. 17.
[22] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 8f. - Wichner, Heilwesen, S. 41, 115 (Fussn. 175).
[23] Vgl. Wichner, Heilwesen, S. 41
[24] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 9f.
[25] Ebda, S. 10
[26] Ebda, S. 17
[27] Ebda, I. Teil, S. 19f. und S. 25
[28] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 15f.
[29] Ebda, S. 23
[30] Ebda, S. 25
[31] Ebda, S. 13f
[32] Ebda, S. 14
[33] Ebda.
[34] Ebda, S. 15
[35] Ebda, S. 19
[36] Ebda. S. 18f.
[37] Ebda. S. 19
[38] Vgl. Günther Probszt, Die geprägten Schaumünzen Innerösterreichs (Steiermark, Kärnten, Krain) erster Band, Zürich-Leipzig-Wien 1928, S.118. So unwahrscheinlich vorerst die Angaben von Farben hier klingen, auf Münzen und Medaillen werden diese durch genau festgelegte Zeichen, z. B. Strichlierungen, Punktierungen etc. wiedergegeben. Diese Mitteilung verdanke ich Univ. Prof. Dr. Paul Roth.
[39] Ebda.
[40] Ebda
[41] Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 20
[42] Ebda. S. 22
[43] Ebda. S. 22f.
[44] Ebda. S. 23
[45] Ebda.
[46] Ebda.
[47] Ebda. S. 23f - Vgl. dazu auch: Helfrich Valentinitsch, Das Franziskanerkloster in Graz als Begräbnisstätte vom 15. Bis zum 19. Jahrhundert. Zur Sozialstruktur des Wirkungsbereiches des Franziskanerordens (= Valentinitsch, Franziskanerkloster). In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz, Band 3, Graz 1970, S. 52, 73.
[48] Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 24
[49] Ebda. S. 25
[50] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 21
[51] Ebda, S. 9
[52] Ebda, S. 21ff.
[53] Vgl. Valentinitsch, Franziskanerkloster, S. 59 und S. 69 (hier mit genau wiedergegebenen Grabplattentext).
[54] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 13
[55] Ebda, S. 14
[56] Ebda.
[57] Ebda, S. 15
[58] Ebda, S. 16
[59] Vgl. Kurt Ryslavy, Geschichte der Apotheken der Steiermark und der Untersteiermark bis zum Ersten Weltkrieg (= Ryslavy, Geschichte), Wien 1992, S. 60.
[60] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 19. Aus dem Text bei Schniderschitsch geht nicht hervor, daß die Apotheke nun "Pantherapotheke" oder ähnlich geheißen habe.
[61] Ebda, S. 20
[62] Ebda, S. 23
[63] Ebda, S. 24
[64] Ebda.
[65] Ebda, S. 25
[66] Vgl. Ryslavy, Geschichte, S. 99
[67] Vgl. Wichner, Heilwesen, S. 41
[68] Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 26
[69] Ebda
[70] Ebda, S. 26ff.
[71] Ebda, 28f.
[72] Vgl. Popelka, Graz, Band I, S. 549a
[73] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 29f.
[74] Vgl. Ryslavy, Geschichte, S. 82
[75] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 29.
[76] Vgl. Popelka, Graz, Band I, S. 380
[77] Ebda, S. 437
[78] Ebda, S. 448
[79] Ebda, S. 488.
[80] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 30
[81] Vgl. Popelka, Graz, Band I, S. 176
[82] Ebda, S. 564 a, b.
[83] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 30.
[84] Ebda, auch Fußn. 7.
[85] Vgl. Ryslavy, Geschichte, S. 83
[86] Ernst Christian Moser (1815-1867), bedeutender Grazer Biedermeister-Maler. Vgl. dazu: Rudolf List, Kunst und Künstler der Steiermark, Ried im Innkreis 1967-1982, S. 645. R. List führt dieses Bild auch an, als ein "die Tochter Antonia des Bärenapothekers Matthäus Hoffmann darstellendes `Mädchenbildnis in Halbfigur` (1860)".
[87] Vgl. Museumsapotheke, Stadtmuseum Graz, Führer durch die Schauräume, Graz 1983, o. S.; auf der 8. Textseite eine Farbwiedergabe dieses Bildnisses.
[88] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 73, 82ff. - Popelka, Graz, Band II. S. 691.
[89] Fra Gabriele Ferrara, eigentlich Camillo Graf Ferrari wurde um 1543 geboren und verstarb am 15. Jänner 1627 in Wien. Vgl. Ludwig Brandl, Der Chirurg Gabriel Graf von Ferrara, Wien 1957.
[90] Vgl. Vinzenz Prangner, Geschichte des Klosters und des Spitales der Fr. Fr. Barmherzigen Brüder in Graz und der innerösterreichischen Ordens-Provinz zum heiligst. Herzen Jesu (=Prangner, Barmherzige Brüder), Graz, 1908, S. 30-38.
[91] Ebda, S. 58f.
[92] Ebda, S. 269f. Hier wurden auch die Gerätschaften der "Presskammer" nach einer inventarischen Aufzeichnung aus dem Jahre 1636 wiedergegeben. - Vgl. auch: Franz Minarik, Aus der Geschichte einiger Klosterspitäler und Klosterapotheken in Steiermark. (=Minarik, Klosterapotheken) In: Pharmazeutische Post, Wien 1916, XLIX. Jahrgang, Nr. 1, 15, 103. Hier: Nr. 103, S. 990
[93] Vgl. Prangner, Barmherzige Brüder, S. 269f - Minarik, Klosterapotheken, S. 990
[94] Vgl. Prangner, Barmherzige Brüder, S. 270
[95] Ebda.
[96] Ebda, S. 270ff.
[97] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 73ff.
[98] Vgl. Minarik, Klosterapotheken S. 995f.
[99] Vgl.. Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 76.
[100] Vgl. F. Minarik, Klosterapotheken, S. 996.
[101] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 76f.
[102] Ebda, S. 76ff
[103] Hierbei kann es sich nur um die Augustiner-Eremiten gehandelt haben, deren ehemaliges Klostergebäude in der Sporgasse, heute die Nummern 21 und 23 untergebracht war; zum Kloster gehörte die heutige Stiegenkirche, die Filialkirche St. Paul. Vgl. dazu: Dehio-Handbuch (= Dehio, Graz). Die Kunstdenkmäler Österreichs. Graz. Bearbeitet von Horst Schweigert, Wien 1979, S. 46f.
[104] 104 Das Karmeliterkloster befand sich damals auf jenem Platz, der heute noch ihren Namen trägt (heute Karmeliterplatz Nr. 3 und 4). Vgl. Dehio, Graz, S. 39f.
[105] Konvent und Klostergebäude der Elisabethinerinnen wurden 1690 gestiftet und an ihrem heutigen Platz (Elisabethinergasse 14) in den Jahren 1694/1697 erbaut. Vgl. Dehio, Graz, S. 181ff.
[106] Standort wie heute. Das Kloster wurde 1239 von den Minoriten gegründet und 1515 den Franziskanern übergeben. Vgl. Dehio, Graz, S. 33ff.
[107] Die Dominikaner waren von 1586-1807 im Besitz der St. Andräkirche (Kernstockgasse 9). 1616 erfolgte die Grundsteinlegung zum Neubau von Klosterkirche und Kloster. Vgl. Dehio, Graz, S. 176ff.
[108] Vgl. Olaf Stanger, Historischer Rückblick. In: 42. Österreichischer Chirurgenkongress (Programmheft), Graz 2001, S. 9.
[109] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 78f
[110] Vgl. Minarik, Klosterapotheken, S. 995
[111] Vgl. Popelka, Graz, Band II, S. 647f.
[112] Ebda.
[113] Ebda.
[114] Das ältere Mithridaticum wurde benannt nach seinem "Erfinder", nach dem König von Pontus, Mithridatis VI. Eupator (132-63 v. Chr.), der andromachische Theriak, nach Andromachus d. Ä., einem der Leibärzte Kaiser Neros. Vgl. dazu: Schmitz, Pharmazie, S. 558
[115] Vgl dazu: Bernd E. Mader, Vipernschnüre aus Venedig (= Mader, Vipernschnüre). In: Blätter für Heimatkunde, 63. Jg., Graz 1989, S. 125-135; hier 131f. - Schmitz, Pharmazie, S. 558ff.
[116] Schmitz, Pharmazie, S. 560. - Vgl. auch: Marianne Stößl, "Vom glorreichen Gegengift...". Ein Abriß zum venetianischen Theriakmonopol zwischen Legalität und Scharlatanerie (= Stößl, Gegengift). In: Dona Ethnologica Monacensia. Leopold Kretzenbacher zum 70. Geburtstag. Hsgg. von Helge Gerndt, Klaus Roth, Georg R. Schroubek, München 1983, S. 181-206.
[117] Mader, Vipernschnüre, S. 131f.
[118] Vgl. Schmitz, Pharmazie, S. 560f.
[119] Zu den "Zillertaler Ölträgern" vgl: Ludwig v. Hörmann, Tiroler Volkstypen. Beiträge zur Geschichte der Sitten und Kleinindustrie in den Alpen, Wien 1877, S. 185-200. - Otto Kostenzer, Die Zillertaler Ölträger. In: Reinmichls Volkskalender für das Jahr 1974, 53. Jg., Innsbruck-Wien-München, S. 68-70.
[120] Vgl. Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus. Viertes Buch, Das 8. Kapitel: Wie er ein landfahrender Storcher und Leutbetrüger worden. In: Winkler Weltliteratur Werkdruck Ausgabe, München 1956, S. 326-329.
[121] Vgl. Mader, Vipernschnüre. - Stößl, Gegengift, S. 186f.
[122] Vgl. Schreiner, Grätz, S. 334.
[123] Vgl. Popelka, Geschichte, Band II, S. 689.
[124] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 87, Fußn. 9.
[125] Vgl. Schniderschitsch, wie oben. - Schreiner, Grätz, S. 334
[126] Vgl. Schniderschitsch, wie oben.
[127] Vgl. Schniderschitsch, wie oben, S. 85ff.
[128] Vgl. Gustav Mittelbach, Das Handwerk der Bader, Barbiere und Wundärzte (=Mittelbach, Handwerk). In: Das steirische Handwerk Katalog der 5. Landesausstellung, I. Teil: Handbuch, Graz 1970, S. 533-545 ibid.
[129] Ebda, S. 534
[130] Ebda.
[131] Berühmt ist z. B. die Operation der Hasenscharte des steirischen Minnesängers Ulrich von Liechtenstein im Jahre 1223 in Graz durch einen Meister der Chirurgie. Von ihm selbst erzählt in seinem "Frauendienst". Vgl. dazu: Mathias Macher, Medizinisch-statistische Topografie des Herzogtumes Steiermark (= Macher, Topografie), Graz 1860, S. 387. - Fritz Heppner, Frühe Medizin in Graz und auf dem Lande (= Frühe Medizin). In: F. Heppner, W. F. List und G. Mittelbach (Hsgr.) Beiträge zur steiermärkischen Medizingeschichte, Wien-Köln-Graz 1988, S. 20f.
[132] Vgl. Heppner, Frühe Medizin, S. 32f
[133] Ebda, S. 33
[134] Ebda, S. 32f.
[135] Ebda, S. 32.
[136] Vgl. Mittelbach, Handwerk, S. 537.
[137] Vgl. Heppner, Frühe Medizin, S. 31f.
[138] Vgl. Mittelbach, Handwerk, S. 537. - N. Schniderschitsch, Geschichte, I. Teil, S. 83.
[139] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 32.
[140] Ebda.
[141] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 32f.
[142] Ebda, S. 33f.
[143] Ebda, S. 34f.
[144] Ebda, S. 35f.
[145] Vgl. Ryslavy, Geschichte, S. 104f.
[146] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 38.
[147] Ebda. S. 38f. - Ryslavy, Geschichte, S. 113.
[148] Im Häuser und Straßenverzeichnis bei Popelka findet man leider keinen Hinweis, welches Haus das "Jakominische" gewesen war, wohl aber beschreibt es Gustav Schreiner in seinem "Grätz"-Buch. Es kann nur das im Jahre 1825 errichtete, große, beherrschende Haus mit der heutigen Nummer 16 gewesen sein. Vgl. dazu: Gustav Schreiner, Grätz. Eine naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebungen (= Schreiner, Grätz), Grätz 1843 (Nachdruck und ungekürzte Sonderausgabe für den Buchmarkt am Stainzerhof, Graz 1976), S. 261
[149] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 39f.
[150] Ebda, S. 40
[151] Ebda. S. 41
[152] Ebda. S. 42
[153] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 42f. - Ryslavy, Geschichte, S. 113.
[154] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 42f. - Ryslavy, Geschichte, S. 113f.
[155] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 44.
[156] Ebda, insbesonders Fußnote 4.
[157] Ebda, S. 45.
[158] Ebda, S. 45f. - Vgl. dazu auch: Popelka, Graz, Band I, S. 580b
[159] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 46f.
[160] Ebda, S. 47f.
[161] Vgl. Schniderschitsch, Geschichte II. Teil, S. 48, Fußn. 1.
[162] Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 48.
[163] Vgl. Ryslavy, Geschichte, S. 64 ff.
[164] Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 49.
[165] Vgl. Ryslavy, Geschichte, S. 110f.
[166] Schniderschitsch, Geschichte, II. Teil, S. 50.
[167] Ebda. S. 51
[168] Vgl. Schreiner, Grätz, S. 333
[169] Vgl. Ludwig Freidinger, Helmut Eberhart, Die Garnisonsstadt Graz. Befestigungen, militärische Einrichtungen und Kasernen im Wandel der Zeit, Graz 1978, S. 32
[170] Vgl. Macher, Topografie, S. 379.
[171] Vgl. Hans Klöpfer, Aus dem Bilderbuche meines Lebens, Graz-Wien-Leipzig 1936, S. 242
[172] Vgl. Macher, Topografie, S. 358
[173] Ebda., S. 360ff.
[174] Vgl. Ryslavy, Geschichte, S. 17f
[175] Ebda.
[176] Ebda., S. 78f.
[177] Ebda., S. 79f.
[178] Ebda. S. 73ff.
[179] Vgl. Festschrift: 1874-1974. 100 Jahre Landes-Sonderkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Graz/Steiermark
[180] Für die freundliche Auskunft danke ich Frau Mag. pharm. Renate Neumann herzlich!
[181] Ebda., S. 87f.
[182] Ebda., S. 76ff.
[183] Ebda., S. 96f.
[184] Ebda., S. 101f.
[185] Ebda., S. 70
[186] Ebda., S. 93f.
[187] Ebda., S. 108f.
[188] Ebda., S. 73
[189] Entnommen einem Schreiben vom 10. April 1957. Reg. Rat Dr. Romuald Gager, der damalige Leiter der Anstaltsapotheke, rechtfertigt in einem Schreiben an die Zentraldirektion den Raummangel, der anläßlich einer Apothekenvisitation protokolliert worden war. In diesem Schreiben war zwar von "Kanzleiräumen" die Rede, Hofrat Dr. Josef Horner, nachmaliger Leiter dieser Apotheke, versicherte aber, daß es die Dienstwohnung des Direktors gewesen war.
[190] Vgl. Ryslavy, Geschichte, S. 56. Fälschlich gab Ryslavy das Datum der Konzessions-erteilung mit 28. Mai an. Nach der Urkunde war es aber der 23. Mai.
[191] Vgl. Otto Nowotny, Die pharmazeutische Industrie Österreichs. Teil II. In: Österreichische Apotheker-Zeitung, 55. Jg., Nr. 25, Wien 2001, S. 1205
[192] Für den Hinweis danke ich Hofrat Dr. Josef Horner herzlich!
[193] Ebda. S. 106f.
[194] Ebda., S. 84f.
[195] Ebda., S. 119
[196] Ebda., S. 121f.
[197] Ebda., S. 85ff.
[198] Ebda., S. 116
[199] Ebda., S. 111f.
[200] Ebda., S. 117
[201] Ebda., S. 120
[202] Ebda., S. 76
[203] Ebda., S. 120f.
[204] Ebda. S. 123f.
[205] Ebda. S. 63
[206] Ebda. S. 124
[207] Ebda., S.109
[208] Ebda., S. 112
[209] Ebda., S. 119
[210] Ebda., S. 63f.
[211] Ebda., S, 62
[212] Ebda., S. 81
[213] Ebda., S. 116
[214] Ebda., S. 122
[215] Ebda., S. 64
[216] Ebda., S. 62