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Autor Josef Winkler auf literarischer Tour de France#

Josef Winkler vertritt Österreich bei „Les Belles Etrangères“.#


Von der Wiener Zeitung (Freitag, 14. November 2008) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Von

WZ-Korrespondentin Birgit Lehner aus Paris


Paris. Josef Winkler unternimmt derzeit eine literarische "Tour de France". Gemeinsam mit Rosemarie Poiarkov vertritt der Kärntner Autor bis 22. November Österreich beim französischen Literaturfestival "Les Belles Etrangères"("Die schönen Ausländerinnen"). Die 1987 vom nationalen Literaturzentrum Centre National du Livre ins Leben gerufene Reihe stellt zwei bis drei Mal jährlich die Literatur eines in Frankreich noch kaum bekannten Landes vor. Zur heurigen Jubiläumsausgabe anlässlich seines 20-jährigen Bestehens lädt das Festival zehn bereits in früheren Jahren vertretene Schriftsteller aus fünf Kontinenten zusammen mit einem noch weniger etablierten Kollegen ihrer Wahl ein. Winkler, der eben erst den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur und den renommierten Georg Büchner-Preis erhalten hat, übernimmt dabei die Patenschaft für Rosemarie Poiarkov. Die 1974 in Baden geborene Autorin, die auch als Journalistin und Regisseurin arbeitet, hat u.a. "Eine CD lang. Liebesgeschichten" (2001) sowie im Vorjahr ihren ersten Roman "Wer, wenn nicht wir?" veröffentlicht, ist aber im Unterschied zu Winkler bisher noch nicht ins Französische übersetzt. Das österreichische Autorenduo absolviert im Rahmen des Festivals zehn Auftritte u.a. in Bibliotheken und Schulen in ganz Frankreich, darunter vier Lesungen in Paris. Den traditionellen Auftakt bildet ein internationaler Übersetzungs-Workshop in Arles. Die Mediathek des Departments Haut-Rhin (Oberelsass) gestaltet zudem einen eigenen Österreich-Schwerpunkt mit einem Rahmenprogramm aus Konzerten, Kleinkunst sowie der Vorführung von Nathalie Borgers’ Dokumentarfilm „Kronen Zeitung – Tag für Tag ein Boulevardstück“. Neben Österreich sind zur Jubiläumsausgabe der „Belles Etrangères“ Autoren aus Albanien, Kanada, Korea, Ägypten, Guatemala, Neuseeland, Polen, Portugal und der Türkei eingeladen, repräsentiert etwa durch die Polin Hanna Krall oder die Portugiesin Lidia Jorge. Begleitend erscheint eine Anthologie mit einer Bilanz der vergangenen 20 Jahre sowie Texten der zehn heuer erstmals präsentierten Autoren. Ebenfalls bereits zur Festival-Tradition geworden ist die Produktion eines Dokumentarfilms mit Interviews der Gäste, der in der Vergangenheit auch eine wesentliche Rolle bei der Wahl des Gastlandes der nachfolgenden Pariser Buchmesse gespielt hat.

Wiener Zeitung, Freitag, 14. November 2008