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Der Nobelpreisträger Fritz Pregl #

Dieser Beitrag wurde am 27. Februar 2014 als Vortrag am 10. Slowenischen Symposium für „Graz und Slowenen II“ am Institut für Slawistik der Karl-Franzens Universität in 8010 Graz, Merangasse 70/P gehalten und wird als Sammelband zum gleichnahmigen Symposium von Ludwig Karničar herausgegeben.


Von

Walter Steiner

Der Nobelpreisträger Fritz Pregl, ein bekennender Grazer mit slowenischen Wurzeln, wurde laut Geburts- und Tauf-Buch der St. Nikolauskirche in Laibach (Ljubljana) am 3. September 1869 im Hause des Deutschen Ritterordens „Stadt 181, Wohnung Nr. 2 (Nähe Križanke, heute Gosposka ulica 19)“ geboren.

Geburtsbuch
(Slavec, 2005)[1]
© Walter Steiner

Die im Folgenden erwähnten Informationen, Fakten und Anekdoten über den Nobelpreisträger Fritz Pregl entstammen - abgesehen von wenigen Ausnahmen - überlieferten Erzählungen und sekundärer Literatur.

Entsprechend den damaligen Gepflogenheiten wurde er auf Friedrich Michael Raimund nach den Namen des Großvaters (Michael) und des Vaters (Raimund) getauft. Sein slowenischsprachiger Vater, geboren 1836 in Laibach war Sparkassenkassier der „Krainer Sparkasse“ und seine deutschsprachige Mutter, eine Österreicherin, Frederike Schlaker, ebenfalls geboren in Laibach, war Hausfrau. Sein Vater starb schon im Jahre 1875. Fritz Pregl war damals gerade 6 Jahre und wuchs alleine mit seiner Mutter und später auch zusammen mit seiner Großmutter Amalija Schlaker auf. Sein Großvater war „Comende-Verwalter“, zu Fritz Pregel‘s Geburt bereits Ehrenbüger der Stadt Laibach, großer Förderer der Slowenisch-Nationalen Bewegung und sammelte Gelder für die Instandhaltung mehrer Monumente (Čop, Vodnik, Linhart).

Während der Jahre 1880 bis 1887 besuchte Pregl das klassische Gymnasium (heute Vodnikov trg) in Laibach. Da seine Mutter Witwe war, bezahlte sein Urgroßvater mütterlicherseits, Johan Nepomuk Schlaker, damals für ihn das Schulgeld von 75 Gulden. In Dokumenten wurde der Name unterschiedlich als Pregl, Pregel, Praegll und Pregelj geschrieben. Diese Inkonsistenz ist auf Grund der in Laibach damals regelmäßigen Verwendung beider Sprachen Deutsch und Slowenisch nur verständlich. Aus den noch vorhandenen Schulberichten geht deutlich hervor, daß seine Schulnoten vorerst eher bescheiden waren. Seine Muttersprache war Deutsch, was auch seine volksschulische und gymnasiale Unterrichtssprache war. Er hatte neben Mathematik, Geschichte, Geographie und Latein/Griechisch auch Schwierigkeiten in Slowenisch, war aber besser im Französischen und im Gesang. Seine schulischen Erfolge wurden aber bis zu seiner Matura 1887 von Jahr zu Jahr besser.

Nach seiner Matura übersiedelte er mit seiner Mutter zum Studium der Medizin nach Graz, wo er im Gegensatz zu seinen eher schwachen schulischen Leistungen ein ausgezeichneter Student war und das Studium der Medizin am 17. März 1894 mit „summis auspiciis imperatoris“ abschloß. Er war schon während seines Studiums sehr fleißig, so daß ihn Prof. Alexander Rollett schon vor Beendigung seines Studiums als Demonstrator aufnahm und ihn dann auch 1891 zum Assistenten am Institut für Physiologie und Histologie der Karl Franzens Universität bestellte. Während des Akademischen Jahres 1890/91 war er Privat-Assistent bei Prof. Rudolf Klemensiewicz am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie. 1899 habilitierte er sich für das Fach Physiologie und leitete nach dem Tode seines Chefs, Prof. Rollett, interimistisch das Institut. Das Institut wurde dann von Oskar Zoth übernommen, wodurch Fritz Pregl keine Bezahlung mehr zugestanden wurde[2]. 1904 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt und trat ab Oktober einen einjährigen Studienurlaub zur weiteren Vertiefung seiner wissenschaftlichen Laufbahn und zur gleichzeitigen Überbrückung seines Lebensunterhaltes im Ausland an2. Er besuchte während seiner Auslandsaufenthalte praktisch alle für sein Fachgebiet damals hervorragendsten Laboratorien und Lehrer in Prag, Tübingen (Gustav von Hüfner), Leipzig (Wilhelm Ostwald), Harvard Universität (USA) und Berlin (Emil Fischer). 1905 kehrte er nach Graz zurück und wurde zusätzlich vom Institut für Medizinische Biochemie als Experte für Forensische Chemie engagiert. Im Oktober 1905 wurde er unter Prof. Karl Berthold Hofmann Vortragender am Institut für Medizinische Biochemie. Durch seinen Kontakt zu Univ.Prof. Hans Zdenko Skraup vom Institut für Chemie an der KFU und seine Forschungen an Gallensäuren und der Elementaranalyse unter Verwendung möglichst geringer Substanzen führten ihn auch auf Grund seines handwerklichen Könnens zu dem damals noch gar nicht bearbeiteten Forschungsgebiet der quantitativen organischen Mikroanalyse. Bestärkt durch die bereits um 1909 erfolgreichen Arbeiten auf dem Gebiete der anorganischen Mikroanalyse von Prof. Friedrich Emich und durch die von W. Kuhlmann in Hamburg gebaute Mikrowaage, die er bei Prof. Emich an der Technischen Hochschule gesehen hatte, verschrieb er sich ganz der quantitativen organischen Mikroanalyse. Die Methode der Analyse kleinster Substanzmengen (Reduktion auf ein 50-zigstel der damals üblichen Menge) ermöglichten seine bahnbrechenden Hormon- und Enzymforschungen.

Von 1910 bis 1913 war er Ordinarius für medizinische Chemie in Innsbruck. 1913 kehrte er wieder in seine geliebte Stadt Graz zurück, wurde Leiter des Institutes für medizinische Biochemie als Nachfolger Prof. Karl Berthold Hoffmanns und wohnte bis zu seinem Ableben im Hause Geidorfgürtel Nr. 40 in der Nähe der KFU und seinem Stammlokal „Heinrichhof“ (Heinrichstraße Nr. 8).

Gedenktafel, Geidorfgürtel Nr. 40
Gedenktafel, Geidorfgürtel Nr. 40
© Walter Steiner

Neben seinen bedeutenden wissenschaftlichen Publikationen auf den Gebieten Medizin, Physiologie und Chemie, welche meist in deutscher Sprache abgefaßt waren, sind vor allem seine Beiträge zu biologischen, biochemischen Arbeitsmethoden (Bd. 5 Abderhaldens „Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden“, „Die quantitative organische Mikroanalyse“) zu erwähnen. Bis in die 20-ziger Jahre hinein setzte er sich wissenschaftlich mit der Gallensäure auseinander, was dann auch zu einer Publikation führte. Pregls Arbeiten waren für die Entwicklung der klinisch-chemischen Analytik von großer Bedeutung und führten zu nachhaltigem Fortschritt auf den Gebieten des Stoffwechsels sowie bei der Hormon- und Enzymforschung. In der Medzin nicht mehr wegzudenken sind heutzutage seine Beiträge zur mikrochemischen Untersuchung des Blutzuckers, des Harns und der Nierenfunktion[3].

1917 erschien die 1. von insgesamt 7 Auflagen seines Buches „Die quantitave organische Mikroanalyse“ (Korrekturlesen: Dr. Hans Lieb, Abbildungen: Hermann Seidl), welches er im Vorwort als “ persönliche Mitteilungen an Lernbegierige“ mit dem Ziele „das Gesamtgebiet der organischen Mikroanalyse der Öffentlichkeit in Buchform zugänglich zu machen“ bezeichnete[4]. Dieses grundlegende Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

Sein wissenschaftlicher Erfolg wurde nun allgemein anerkannt und hat sich mehreren Ehrungen und Auszeichnungen niedergeschlagen.

Im Jahr 1914 erhielt er den „Lieben -Preis“ der Akademie der Wissenschaften in Wien. In den Jahren 1916/1917 war er Dekan der Medizin-Fakultät, KFU Graz. 1920 erhielt er das Ehrendoktorat der Universität Göttingen. 1920/1921 war Rektor der Karl-Franzens Universität. 1923 erhielt er das Ehrendoktorat der Technischen Hochschule München. Am 10. Dezember 1923 erhielt er den Nobel-Preis für seine Erfindung der „Methode zur Mikroanalytik von organischen Substanzen“. Am 15. Mai 1927 erhielt er das große Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik. 1929 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Graz.

Im Dezember 1973 wurde von der Österreichischen Post anläßlich des 50-zigsten Jahrestages der Verleihung des Nobelpreises eine Gedenkbriefmarke „Fritz Pregl“ herausgegeben.

Er war nicht nur ein hervorragender Mediziner und Chemiker sondern auch ein guter Handwerker. Er hat in der nichtbezahlten Uni-Ferialzeit als anerkannter Augenarzt gewirkt und sich bei einem Tischler, bei einem Schlosser und Glasbläser seine handwerklichen Fähigkeiten angeeignet, was ihm später bei der Entwicklung und Herstellung seiner mikroanalytischen Apparaturen zu Gute kam[5].

Er war ein sehr sportlicher Mensch, guter Kletterer (Julische Alpen, Slow., Österr., Schweizer Alpen), begeisterter Radfahrer und Schwimmer (Opatija, Mali Lošinj)[6].

Der spätere Nobelpreisträger Fritz Pregl kann auch als einer der ersten, der sich mit „Doping“ im Sport beschäftigt hat, bezeichnet werden. In einem Selbstversuch experimentierte er zusammen mit dem langjährigen Dekan der Medizinischen Fakultät und Rektor der Grazer Universität, Prof. Oskar Zoth, mit flüssigem Hormonextrakt aus Stierhoden zur Leistungssteigerung und zum Aufbau der Muskulatur beim Rad- und Berg-Sport. Erst später wurde das Hormonextrakt als das Steroid „Testosteron“ isoliert und identifiziert. Es war die Wiederentdeckung des bereits in der Antike praktizierten Testosterondopings, welches aber schon 1928 durch den Internationalen Leichtathletikverband (IAAF) gesetzlich verboten wurde[7].

Im Rahmen eines Fußballspieles des „Akademisch-technischen Radvereines (ATRV)“ war er bei den Verlierern dieses ersten offiziellen Fußballmatches auf dem Boden des heutigen Österreich am 18. 3.1894 auf dem Platz vor der Landesturnhalle (Erinnerungstafel an der östl. Außenwand). Unter der Grazer Bevölkerung und besonders bei den Stadtparkbesuchern war diese damals neue Sportart nicht beliebt. Sie schimpften über „die Narrischen mit ihren Bohnenstecken“, die zwei Stangen und dazwischen eine Schnur als Tor-Ersatz gespannt hatten, und wahrscheinlich auch auf Grund lautstarker Begeisterung während Ihres Trainings[8].

Gedenktafel, 1. Fußballspiel in Österreich
Gedenktafel, 1. Fußballspiel in Österreich
© Walter Steiner

Obwohl er gerne alleine bei seinen Ausflügen in den Bergen unterwegs war, war er dem geselligen Beisammensein abends in einer Hütte bei Speis, Trank und Gesang nicht abgeneigt.

Eine Tuschezeichnung im Grazer Stadtmuseum „Prof. Fritz Pregl beim Gitarrespiel“ von Leo Diet zeugt davon.

In seinem Stammlokal im „Heinrichhof“ hatte er immer seinen reservierten Tisch. Er brachte immer seinen eigenen Rotweinessig für den Salat mit, den er aber nur ausgewählten Gästen anbot. Seine geliebten „Krainer-Würste“ hatte er im Abzug des Chemie-Instutes zum Trocknen aufgehängt.

Es soll auch hin und wieder vorgekommen sein, daß mit Hilfe seines Laboranten, der den Dackel „Menelaos“ während der gestrengen Prüfung zum seinem Herrchen Pregl ließ, ein Student vor dem Durchfallen gerettet wurde.

Er ärgerte sich immer, wenn die Leute glaubten, daß er für die nach ihm benannte „Preglsche Jodlösung“ – ein lange verwendetes, probates Desinfektionsmittel – den Nobelpreis erhielt[9].

Er kann auch als ein sehr früher Kenner der „Homöopathie“ angesehen werden. Sein Artikel: „Arsen als Volksmittel und Gift in der Steiermark“ zeugt davon[10].

Er war ein sehr sozialer Mensch, organisierte in seiner Zeit als Rektor Ausspeisungen für Mittellose (Lehrende, Studenten, Kriegsheimkehrer) zweimal pro Tag für bis zu 600 Personen, setzte sich beim Ministerium für bessere Gehälter seiner Mitarbeiter ein. Studenten borgte er bereitwillig Geld, insistierte aber auf die ausgemachte Zurückzahlfrist. Generell war er bei seinen Studenten überaus beliebt und setzte sich vor allem für die Anrechnung von Auslandssemestern und Nostifizierungen ein[11].

Auch versuchte er für sein Nobel-Preisgeld (damals ca. 2.2 Milliarden ö. Kronen) eine Einkommensteuerbefreiung bzw. Reduktion zu erwirken. Er hatte diesbezüglich auch mit Prof. Svante Arrhenius Kontakt aufgenommen, um auf dem Wege des Völkerbundes eine generelle Steuerfreiheit für den Nobelpreis in allen Staaten zu erwirken. Weiters setzte er sich für die Durchsetzung der zollfreien Einfuhr von Geräten und Chemikalien für wissenschaftliche Zwecke ein[12].

Teile seines Nobel-Preisgeldes stellte er dem medizinisch chemischen Institut in Graz zur Verfügung und kurz vor seinem Tode vermachte er ca. 20.000 Schillinge (damals etwa das zehnfache Jahresgehalt eines Universitätsprofessors) der Akademie der Wissenschaften in Wien für die Verleihung von Preisen zur Förderung der Forschung in der Mikrochemie. Heutzutage wird der Pregl-Preis nicht mehr aus diesen Mitteln verliehen. Seit 1955 wird in unregelmäßigen Abständen eine Fritz-Pregl-Medaille an Wissenschafter für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Analytischen Chemie mit besonderer Berücksichtigung der organischen Spurenanalytik verliehen[13].

Als Oberstleutnant war er aber auch Mitglied der geheimen „Wissenschaftlichen Beratungsstelle für den Gaskampf“[14].

Er war nie verheiratet, aber der Damenwelt nicht abgeneigt und seiner früheren Studentin, der späteren Frau Dr.med. Plochl (sie war auch Teilerbin) sehr verbunden.“Eine Freundin ist besser als eine Ehefrau!!!“[15]

Als einer der Ersten in Graz besaß er ein Auto. 1930, kurz vor seinem Tode war er damit in einen Verkehrsunfall verwickelt.

Bis zu seinem Tode am 13. Dezember 1930 wohnte er in Graz und wurde vorerst am Friedhof in St. Leonhard, Graz, begraben, dann später exhumiert und in einem Ehrengrab am Grazer Zentralfriedhof (Aussengrab 11, hinter Aufbahrunshalle li.) beigesetzt[16].

Zur Erinnerung an den Nobelpreisträger Fritz Pregl und sein Wirken wurden vielerorts Büsten und Statuen errichtet, Gebäude, Plätze und Straßen nach ihm benannt.

Schreibtisch und Mikrowaage
Schreibtisch und Mikrowaage ist noch am Institut für Molekularbiologie und Biochemie, Zentrum für Molekulare Medizin, der Medizinischen Universität Graz
© Walter Steiner

Sein Schreibtisch und seine Mikrowaage ist noch am Institut für Molekularbiologie und Biochemie, Zentrum für Molekulare Medizin, der Medizinischen Universität Graz, Harrachgasse 21/3 zu besichtigen.

An diesem Institut sind neben Originaldokumenten und handschriftlichen Aufzeichnungen von Fritz Pregl auch noch zwei Büsten (eine in Originalgröße und eine in verkleinerter Form) vorhanden[17].

Weiters befindet sich noch eine Büste vom Nobelpreisträger Fritz Pregl in der Aula, im Hauptgebäude der Karl-Franzens Universität Graz.

Viele Straßenbezeichnungen zeugen davon. Beispiele:

Pregl-Platz (Preglov trg, Ljubljana,Fužine),

Fritz-Pregl Strasse (Innsbruck),

Fritz-Pregl Strasse (Gummersbach, Elbach (Nordrhein-Westfalen), Deutschland),

Fritz-Pregl Gasse (Wien),

Fritz-Pregl Weg (Graz).

In Graz im 14. Bezirk wurde eine frühere Fritz Pregl-Straße in Komzakgasse umbenannt und ein Fritz Pregl-Weg im 3. Bezirk, (Beginn Panoramagsse 7 , Ende Ziegelstadelstraße 33) nach dem Nobelpreisträger benannt[18].

die frühere Fritz Pregl-Straße in Graz wurde in Komzakgasse umbenannt
die frühere Fritz Pregl-Straße in Graz wurde in Komzakgasse umbenannt
© Walter Steiner

In Ljubljana, nähe Križanke, an seinem Geburtshaus (heute Gasthaus „Pod skalco“) ist seit 1981 eine Bronze-Büste und eine Gedenktafel angebracht.

Desweiteren wurde im Jahre 2003, 80 Jahre nach seiner Nobelpreisverleihung, im Arturo Toscanini Park in Ljubljana zur Erinnerung an den Chemie-Nobelpreis eine Statue errichtet. An der Feier zur Enthüllung dieser Statue nahmen auch Vertreter der Stadt Graz teil.

Denkmal in Ljubljana
Denkmal in Ljubljana
© Walter Steiner

National-Institut für Chemie in Ljubljana
National-Institut für Chemie in Ljubljana
© Walter Steiner

Am 28. Juni 2013 wurde am National-Institut für Chemie in Ljubljana, Hajdrihova 19, das Pregl Forschungszentrum durch den Europäischen Umweltkommisär Dr. Janez Potočnik feierlich eröffnet.

Seit 2007 verleiht das National-Institut für Chemie in Ljubljana den prestigeträchtigen „Pregl Preis“ für außerordentliche Leistungen auf dem Gebiete der Chemie.

Daraus ist ersichtlich, daß sich Slowenien in den letzten Jahren verstärkt bemüht hat, die Erinnerung an den Nobelpreisträger mit slowenischen Wurzeln Prof. Dr. Fritz Pregl hochzuhalten. Es wäre wünschenswert, wenn auch Graz und die Grazer Universitäten sich mehr ihrer Nobelpreistäger bewußt wären und diese verstärkt ins Blickfeld der Allgemeinheit stellen würden.


Literatur#

  • H. LIEB (1950): Zum Gedächtnis an Fritz Pregl, den Begründer der quantitativen organischen Mikroanalyse (1869–1930). Chemistry and Materials Science 35 (2–3): 123–129.
  • H. LIEB: Zum Gedächtnis an Fritz Pregl, den Begründer der quantitativen organischen Mikroanalyse (1869–1930) Mikrochemie vereinigt mit Mikrochimica acta, Volume 35, Issue 2-3, pp 123-129.
  • B. MADER (2010): Nobelpreisträger Fritz Pregl – eine Spurensuche in Graz. Klinoptikum, Ausgabe 4/2010, 14 – 17.
  • A. HOLASEK, A. KERNBAUER (1997): Biochemie in Graz (Bd. Band 35), 72 - 99. Graz: Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz, ISBN 3-201-01684-5.
  • F. PREGL (1917): Die quantitative organische Mikroanalyse. Berlin, Verlag von Julius Springer.
  • F. PREGL (23. Juni 1928): Arsen als Volksmittel und Gift in der Steiermark. Die Medizinische Welt, 939 - 941.
  • Z. Z. SLAVEC, (2005): Fritz Pregl: Die Quantitative Organische Mikroanalyse. Faksimile Ausgabe mit begleitenden Artikeln und Kommentaren Ljubljana: Fakulteta za kemijo in kemijsko tehnologijo Universe v Ljubljani.
  • H.TRUTNOVSKY: Fritz Pregl – der erste Nobelpreisträger der Universität Graz. In:K. ACHAM (Hg) (2007), 327 - 336: Naturwissenschaften, Medizin und Technik aus Graz. Böhlau: ISBN 978-3-205-77485-3.
  • A. KERNBAUER (1997): Fritz Pregl (1869 - 1930). In: Helmuth Grössing, Gerhard Heindl (Hg.), Frankfurt/Main. Exemplarische Leistungen österreichischer Naturforscher, Techniker und Mediziner, 35 – 59.
  • A. KERNBAUER (2003): Geschichte der Stadt Graz (Band 3), 365 Herausgegeben von Walter Brunner im Auftrag des Kulturamtes der Stadt Graz Eigenverlag der Stadt Graz.
  • F. G. SMEKAL (1961) (Hg.): „Österreichs Nobelpreisträger“ Wilhelm Frick Verlag, Wien
  • H.SCHAUPP (1998 ): „Sportstadt Graz“. Hundert Jahre Sport in der steirischen Landeshautstadt, Fußball, 33-35. Herausgeber Sportamt der Stadt Graz.

Zeitungsberichte:

  • R. ENGELE (2010), Als die „Narrischen“ 1893 den Fußball nach Graz brachten. In: „Kleine Zeitung“ (17. 01. 2010), Ausgabe Graz, 48-49
  • T. HÜRTER (2012): Am Anfang war der Stierhoden Höher, schneller, weiter – seit Jahrtausenden begleitet das Doping den Sport. In: „ZEIT Wissen“, Nr. 04/2012
  • M. KUGLER (2014). In: „Die Presse“ (05.01.2014), Wissen 23
  • H. PATZ (1941): Bildnis Fritz Pregls. In: „Marburger Zeitung“ (30. 12. 1941). A short clip of Fritz Pregl when he arrived at the Central Station in Stockholm for the Nobel Prize Award Ceremony held on 10 December 1923.

--> www.nobelprize.org


Fußnoten:

[1] Nadškofijski archiv Ljubjana, Sv.Nikolaj, krstna knjiga 1869

[2] (Slavec, 2005): Od rojstva do poklica XIII-XVI

[3] (A. Holasek, A. Kernbauer1997)

[4] (F. Pregl, Vorwort zu „Die quantitative organische Mikroanalyse“ November 1916)

[5] (H. Trutnovsky 2007, 333)

[6] (H. Trutnovsky 2007, 335)

[7] (T. Hürter 2012)

[8] (H. Trutnovsky 2007, 335)

[9] (H. Trutnovsky 2007, 335)

[10] (F. Pregl 1928, 939 - 941).

[11] (B. Mader 2010, 17)

[12] (Antwortbrief von Hans Thirring im Auftrag von S. Arrhenius (16. 11. 1923)).

[13] (Vergabe durch die Österr. Gesellschaft für Analytische Chemie)

[14] (M. Kugler 2014)

[15] (A. Holasek, A. Kernbauer 1997, 88)

[16] (B. Mader 2010, 17)

[17] Der gesamte Schriftverkehr würde eine genauere Auswertung und Bearbeitung durch einen Historiker oder Archivar verdienen.

[18] (Grazer Straßenverzeichnis inklusive aller seit 1947 umbenannten Straßen, Gassen, Wege und Plätze, 1976 )

Von Walter Steiner, Februar 2014