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„Vergessen muss wieder einfacher werden!“#

Der österreichische Politikwissenschafter Viktor Mayer-Schönberger, Professor in Harvard, fordert ein Verfallsdatum für Internet-Einträge und denkt über die Rechte und Pflichten der wissenschafttlichen Elite nach.#


Von der Zeitschrift Wiener Zeitung (Samstag, 4. Oktober 2008) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

von

Ruth Pauli


Politikwissenschafter Viktor Mayer-Schönberger

Wiener Zeitung: Ihr Anliegen ist: Das Internet soll lernen, Dinge zu vergessen. Wie soll man sich das als Laie vorstellen?

Viktor Mayer-Schönberger: Seit Beginn der Menschheitsgeschichte war es für uns Menschen sehr einfach, Dinge zu vergessen, und relativ schwer, uns an sie zu erinnern – dazu benötigte man Zeit und Geld. Durch die digitalen Technologien hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Heute ist es schwer und zeitaufwendig zu vergessen, und extrem einfach und fast kostenlos, sich zu erinnern. Die Festplatte und Programme wie Outlook erledigen das für uns. Deshalb muss man sich die Frage nach dem Stellenwert des Vergessens stellen. Wie wichtig ist es für unser Leben? Es ist nicht nur für unser Privatleben enorm wichtig. Menschen, die nicht vergessen können, sind sehr krank. Sie können keine Entscheidung mehr treffen, denn es kommen ihnen alle Fehlentscheidungen der Vergangenheit in den Sinn und sie sind dadurch wie gelähmt. Das Vergessen hat also die Funktion, uns handeln zu lassen, indem es vergangene Fehler, aber auch Erfolge verblassen lässt. Auch die Fehltritte anderer verblassen, und man wird mit der Zeit fähig, zu vergeben. Und das erlaubt den Menschen und den menschlichen Gesellschaften, wieder zueinander zu finden und neu anzufangen. So muss man sich die Frage stellen, ob nicht das Vergessen, auch das gesellschaftliche, eine gewisse Funktion erfüllt.

Nur kann man das Vergessen nicht verordnen.

Richtig. Wenn man jemandem sagt, Du musst vergessen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er nie vergisst. Meine Forderung zielt nicht auf aufgezwungenes Vergessen ab, sondern soll das eigene, intuitive, freiwillige Vergessen erleichtern. Die Technik zwingt uns dazu, nicht mehr zu vergessen, obwohl wir vergessen wollen. Dieses Problem habe ich identifiziert und ich versuche, eine Lösung dafür zu finden.

Wie könnte eine solche Lösung aussehen?

Man muss den Menschen die technische, die organisatorische Möglichkeit geben, Vergangenes mit einem Ablaufdatum zu versehen. Wenn das erreicht ist, löscht mein digitaler Speicher diese Information. Es muss – gesellschaftlich reguliert über Gesetze und Normen – der oder die Verfügungsberechtigte vor dem Speichern gefragt werden, wie lange die Information gespeichert werden soll.

Ist das bei einem so komplizierten Gebilde wie dem Internet überhaupt möglich?

Missbrauch ist sicher nicht zu verhindern. Doch wäre er dann ungesetzlich. Das Wichtigste ist aber die Frage, wie lange man eine Information aufbewahren will. Die Konfrontation mit dieser Frage fördert hoffentlich die Einsicht, dass Information ein Ablaufdatum haben sollte. Zur Zeit fehlt dieses Bewusstsein.

In den USA gibt es Fälle, wo sich daraus gravierende Nachteile für Einzelpersonen ergeben haben.

Der eindrucksvollste Fall ist jener der Stacey Snyder, die als Lehramtsstudentin ein Praktikum machen musste. Sie hatte auf ihrer Myspace-Seite ein Bild veröffentlicht, wo sie mit einem Piratenhut und einem Plastikbecher in der Hand abgebildet ist. Darunter hatte sie geschrieben: „betrunkene Piratin“. Ihre Vertrauenslehrerin hat das Photo gesehen und gemeint, es könnte Schülerinnen und Schüler zum Trinken anregen. Aus diesem Grund wurde Stacey Snyder bis heute ihr Lehramtsdiplom verweigert. Sie hat geklagt. Als herauskam, dass die Internetseite für ihre Schwierigkeiten verantwortlich war, hat Stacey Snyder gesagt: ich entferne das Foto. Aber auch das hätte ihr nicht geholfen, weil die Suchmaschinen das Bild schon archiviert hatten. Im Google-Cache findet man nach wie vor all die Informationen, die eigentlich von den Web-Seiten schon heruntergenommen wurden.

Bei uns ist das Internet noch nicht so mächtig.

In den USA sind solche Probleme sicher weiter verbreitet als in Europa. Aber auch hier kommt es vor, dass Personalberater von Firmen Bewerber vorscreenen, d.h. sich im Internet vorinformieren. Insofern nimmt die Macht der im Internet verfügbaren Informationen zu, obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass alles, was dort zu finden ist, sachlich richtig ist.

Das Ablaufdatum würde einen kleinen Bereich regeln. Aber die Technologie ist so schnell über uns gekommen, dass Menschen nicht daran denken, dass ihnen daraus einmal Nachteile erwachsen könnten.

Im derzeitigen System habe ich nur die Alternative, mich zur digitalen Einsiedelei zu entscheiden. Wenn es aber ein Ablaufdatum gibt, kann ich selektiv teilnehmen und zum Beispiel einer bestimmten Information ein kurzes Ablaufdatum geben. Dann bin ich zwar immer noch ein bissel „bloßgestellt“ im Internet, aber nicht für immer.

Gibt es fürs Internet rechtliche Regelungen, die etwas bringen?

Das Hauptproblem ist: Politik und Staat verstehen das Internet als etwas, das sich sehr chaotisch und schnell entwickelt, und deshalb nur zwei Antworten zulässt. Entweder die klassische Regulierung von oben herab oder die komplette Nicht-Regulierung nach dem Motto: Da ändert sich alles so schnell, da haben wir keine Chance! Beide Ansichten sind falsch. Wenn wir Regulierungsmechanismen schaffen, die es den Menschen ermöglichen, selbst zu bestimmen, wie tief und wie lange sie sich im Internet einklinken wollen, dann werden sie die dort gebotene Vielfalt sozusagen „maßgeschneidert“ nutzen können. Daher bin ich für eine differenzierte Regulierung, die den Einzelnen in die Lage versetzt, selbst Entscheidungen zu treffen.

Wollen Sie also eine Regulierung, von der die Internet-Nutzer erzogen werden?

Bis zu einem gewissen Grad, ja. Nehmen wir zum Beispiel die Digitalkamera, von der alle Photos auf den Computer geladen werden. Das geht standardmäßig automatisch und bietet nicht die Möglichkeit, über die Endlichkeit von Informationen nachzudenken. Wenn aber zu jedem Foto, das überspielt wird, die Frage erscheint: Wie lange willst du das Bild speichern? und man ein Datum einzugeben hat, dann muss man wenigstens eine Sekunde darüber nachdenken. Und diese eine Sekunde hilft.

Alles geht zu einfach.

Richtig. Man denkt zu wenig über das Erinnern nach, und wer gezielt vergessen will, muss zu viel nachdenken. Genau das sollte ins Gegenteil verkehrt werden: Vergessen muss wieder einfacher werden! Wenn wir uns an alles erinnern können, weil unsere digitalen Speicher praktisch endlos geworden sind von der Kapazität und der Einfachheit der Abfrage her, dann werden wir immer stärker auch mit einer veränderten Vergangenheit konfrontiert werden. Digitale Informationen können auch verändert werden. Ich kann jemanden aus einem Bild rauslöschen.

Das konnte man früher schon – Bilder konnten immer lügen.

Ja, aber das hat früher eines hohen technischen Aufwands bedurft. Und wer genau geschaut hat, hat immer eine Spur des Gelöschten gesehen. Heute, mit der digitalen Technologie, geht das wahnsinnig schnell und ist für die meisten Menschen verfügbar. In den USA gibt es Dutzende Beispiele, wo Geschiedene ihre Ex-Ehepartner aus den Urlaubsphotos retuschieren und dann allein am Strand entlanggehen. Dadurch, dass wir im digitalen Bereich nur mehr sehr schwer feststellen können, ob etwas echt oder eine Fälschung ist, ist unsere Vergangenheit verfälschbar geworden. In dem Moment, wo uns das bewusst wird, werden wir die digitalen Erinnerungsstücke nur mehr skeptisch betrachten und viel stärker in der Gegenwart leben. Da sehe ich ein weiteres Problem: Wenn wir die Vergangenheit gänzlich beiseite lassen, weil wir nicht mehr unterscheiden können, ob sie konstruiert ist oder der Realität entspricht, verlieren wir auch den Wert, den die Vergangenheit uns gibt. Geschichte war immer ein Kunstprodukt, wer sie geschrieben hat, hat sie bestimmt. Erinnern und Gedächtnis sind immer konstruiert. Wir aber neigen zu dem Glauben, dass es jetzt, wo wir es externalisiert und digitalisiert haben, objektiv sei.

Dabei ist es eben immer anfällig dafür, manipuliert zu werden.

Genau. Wenn uns das bewusst wird, besteht aber auch die Gefahr, dass wir gänzlich vor der Vergangenheit zurückschrecken und uns nur mehr auf die Gegenwart beziehen. Das sehen wir teilweise schon in der Kommunikation der jungen Generation. Wenn man die SMS-Kommunikation analysiert, sieht man: Da wird wenig gesagt, außer dass man da und da ist und dies und das tut. Das ist die Emphase auf dem, was jetzt gerade ist. Die richtige Haltung bestünde darin, zu sagen, jawohl, das Gedächtnis ist konstruiert, und genau deshalb müssen wir mit einem guten Urteilsvermögen an die Dinge herangehen. Ich hoffe, dass es mit der Einführung des Verfallsdatums gelingt, eine solch vernünftige Beziehung zur Vergangenheit herzustellen.

Auch zur Zukunft?

Ja. Wir leben in der Sekunde. Und blenden Vergangenheit und Zukunft immer stärker aus. Wir setzen immer mehr Jetztzeit-Sprech-akte. Da müssen wir einfach wieder zurückkommen zu einer Situation, in der wir uns bewusst werden, dass wir uns über lange Zeiträume entwickeln, und dass die Zeit unser Freund ist.

Könnte mit dem Verfallsdatum auch ein Kriterium für die Bewertung von Information durch die Suchmaschinen entstehen?

Ich habe vor einem Jahr zu den Leuten von Google gesagt: Der gewinnt, dem es gelingt, eine Suchmaschine so umzuprogrammieren, dass die Ergebnisse besser auf der Zeitachse dargestellt werden. Gerade personenbezogene Informationen sind oftmals nicht mehr zutreffend, weil sich die Menschen mit der Zeit ja verändern. Es mag richtig sein, dass jemand vor zehn Jahren zu schnell gefahren ist und einen Verkehrsunfall verursacht hat. Aber das ist heute für diese Person irrelevant, da sie ihr Verhalten völlig geändert haben kann. Trotzdem würde man bei Google noch immer auf Zeitungsberichte von vor zehn Jahren stoßen. Aber ich habe mit Freude gesehen, dass es bei Google-Labs jetzt eine neue Darstellung gibt – nämlich nach Zeit geordnete Suchergebnisse. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Die Datenschützer schreien auf, wenn der Staat Fingerabdrücke für den Pass will. Aber was sind zehn Fingerabdrücke gegen all die digitalen Fingerabdrücke, die ich im Netz hinterlasse? Bewegt sich die Datenschutz-Debatte in unserem Land überhaupt auf einem zeitgemäßen Niveau?

Naja, man schießt eben auf das, was man kennt. Es entspricht dem alten Datenschutzparadigma, auf den Staat zu schießen. Aber heute geht es nicht mehr um den Datenschutz in der Privatsphäre, sondern um die viel größere Frage der Kontrolle über die Information. Hier muss das ganze Wissen, der gesamte Ansatz von Datenschutz verändert werden.

Für die meisten ist Internetnutzung noch learning by doing.

Das ist ja grundsätzlich nicht schlecht. Wir müssen lernen, mit dem neuen Werkzeug umzugehen. Dazu bedarf es neuer Kulturtechniken. Wir sind in der Zeit des Umbruchs. Es geht um das Erlernen einer neuen Medienkompetenz. Und es muss ein Problembewusstsein entstehen – das ist eine Aufgabe der Politik. Für mich besteht die Aufgabe der Politik nicht darin, auf etwas zu reagieren, was die „Kronen Zeitung“ schon geschrieben hat. Die Politik muss – wie ein Longrange-Radar – Probleme schon erkennen, bevor sie die Bevölkerung betroffen haben und muss politische Lösungen anbieten, bevor die Bürger geschädigt werden.

Dazu bräuchte es aber eine andere Kompetenz von Politikern.

Ich sage nur: Das ist eure Aufgabe und jetzt wisst ihr, wie stark ihr bisher versagt habt.

Sie sind Professor in Harvard, der Nummer 1 im weltweiten Universitätsranking. Warum ist die universitäre Forschung in Amerika so weit vor der europäischen?

Weil sie die notwendigen inhaltlichen und strukturellen Voraussetzungen zu Forschung hat. Das Gehalt für die Professoren ist dabei nicht das Wichtige. Vielmehr wird an den amerikanischen Universitäten sehr ernsthaft versucht, den Grund von Entwicklungen und Problemen zu erkennen, zu erforschen und sich nicht mit der halben Wahrheit zufrieden zu geben.

Man arbeitet also an den amerikanischen Unis gründlicher als an den europäischen?

Ja. Und die Qualitätsanforderung ist höher. Die Produkte des akademischen Betriebes müssen durch nachhaltige Qualitätsfilter hindurch – „Peer reviews“ etwa (Beurteilung durch gleichrangige Kollegen, Anm.). Auch darüber lässt sich Negatives sagen, aber das sind Qualitätsfilter. In einem kleinen Land wie Österreich läuft alles noch viel stärker über soziale Kontakte.

Der Abstand der Forschungsqualität wird also noch weiter wachsen.

Man müsste eben einer Reihe von Leuten sagen, dass sie nicht qualifiziert sind. Außerdem geht es um Forschungsgelder und Strukturen. Wenn heute die Universitätsbibliotheken Montag bis Freitag von 8 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr offen haben, und in Harvard haben sie von 6.30 Uhr früh bis zwei Uhr in der Nacht offen, und zwar sieben Tage in der Woche, und wenn alle Unibibliotheken in Harvard Freihand-Bibliotheken sind, wo man einfach hineingeht und sich das Buch holt, anstatt Formulare auszufüllen wie bei uns, dann ist die Forschungsmöglichkeit effektiver und effizienter. So gibt es vieles, was sich hier verändern müsste. Wenn ich einen freien Universitätszugang habe, dann muss ich überlegen, wieviele Kapazitäten bei einer beschränkten Anzahl von Lehrenden dadurch gebunden werden. Und wenn die Universitätsverwaltung sehr kompliziert strukturiert ist, dann bindet das auch Arbeitskraft. Es geht also nicht um Gehälter und personelle Ausstattung, sondern um Strukturen, die in Österreich sehr viel administrativer angelegt sind als in den USA. Deshalb ist man hier weniger heiß darauf, Forschung zu betreiben, die im harten internationalen Forschungswettbewerb bestehen kann.

Der freie Unizugang ist also auch lähmend?

Unter den heutigen Voraussetzungen – beschränkte Ressourcen in der Lehre – heißt das, dass es zu wenig Ressourcen für die Forschung gibt. Wenn man sie aber schafft, muss man von denen, die forschen, qualitativ hochwertige Arbeit verlangen. Es geht nicht, dass man Ressourcen freischaufelt und dann sagt: ihr dürft weitermachen wie bisher.

Wir haben wenige Unis für sehr viele Studenten.

Die Universitäten sollten signifikante Studiengebühren verlangen. 360 Euro sind keine Studiengebühr. Ein paar Tausend Euro im Jahr wären es.

Was nichts kostet, ist nichts wert?

Ja, ganz richtig. Außerdem entstünde ein gewisser Filter.

Sozialer Art?

Nein. Ich bin massiv dafür, dass gemäß den Leistungen viele Vollstipendien eingeführt werden. Überspitzt gesagt: Wer gescheit ist, zahlt nichts, wer dumm ist, muss zahlen. Und: Unis müssten sich ihre Studentinnen und Studenten aussuchen können und sich auch spezialisieren können. Sie müssten sich auch entscheiden können, ob sie eher forschungs- oder eher praxisorientiert sein wollen.

Ist das bei der geringen Zahl von Universitäten überhaupt möglich?

Ich hoffe sehr, dass der österreichische Universitätsmarkt europäischer wird. Anders wird es nicht gehen. So wie nicht zu erwarten ist, dass ein durchschnittlicher Passant einen Weltrekord im 100- Meter-Lauf aufstellt, ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass aus einer österreichischen Universität eine Eliteuniversiät wird. Es ist absurd zu glauben, wir könnten aus dem Stand eine österreichische Eliteuniversität schaffen.

Sie halten also nichts von Neugründungen wie der Elite-Universität in Gugging?

Ich halte nichts von einem Schnellen Brüter Gugging, der in fünf Jahren Spitzenniveau erreicht haben soll. Das ist absurd. Harvard hat dazu 350 Jahre gebraucht. Und 28 Milliarden Dollar Stiftungsvermögen. Einen solch langen Atem braucht man dafür!

Zur Person:#

Viktor Mayer-Schönberger: Wenn ein österreichischer Wissenschafter seit zehn Jahren an der renommierten Harvard-Universität unterrichtet, dann ist das schon außergewöhnlich. Aber außergewöhnlich ist dieser 42-Jährige aus Zell am See in jeder Hinsicht. Matura mit Auszeichnung, Jusstudium ebenso, habilitiert sich, daneben entwickelt er die legendäre Ikarus-Software – weil er mit dem Computer aufgewachsen ist, denn der Vater hatte im Jahr der Geburt des Sohnes den ersten Computer ins Haus gebracht, damals eine bestaunt-belächelte „Spinnerei“. Schnell wurde Mayer-Schönberger bekannt, weil er Recht und Informatik zusammenbrachte. Studienaufenthalte in Harvard, an der London School of Economics – bei Anthony Giddens – folgen. Er unterrichtet, publiziert und bewirbt sich schließlich 1998 in Harvard und erhält die Professur. Der Österreicher ist international gesucht: Die neue Berliner „European School of Management and Technology“ (ein deutscher „Gugging“-Versuch) will ihn abwerben, aber nach einem Gastsemester entscheidet er sich, in Harvard zu bleiben. Im kommenden Jahr wird er daneben ein Forschungsinstitut in Singapur leiten. Ganz ungewöhnlich für einen erfolgreichen Österreicher: Es gab auch hierzulande Auszeichnungen für ihn, u.a. war er 2001 „Mann des Jahres“ in Salzburg.

Wiener Zeitung, Samstag, 4. Oktober 2008