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Der Himmel und sein Licht über Tibet #

von

Günther Jontes

Das Hochland von Tibet ist eine der unwirtlichsten Gegenden der Erde. Gerade noch nicht Wüste, sondern Steppe.

Karges Weideland für das Vieh nomadisierender Menschen, für Getreideanbau kaum fruchtbar genug um die benötigten Körnerfrüchte ernten zu können und außerdem reduziert auf die Gerste, mit welcher man alles mögliche tun, nur kein Brot backen kann. Dafür genügend Milchfett, um Millionen von Butterlampen brennen und Seen von Buttertee kochen zu können.

Aber bei aller Kargheit des Bodens spannt sich über diesem Land ein reiner Himmel seltener Klarheit und Bläue, auf dem sich über den mit ewigem Schnee bedeckten Gipfeln Wolkengebirge aufbauen, die der menschlichen Phantasie keine Grenzen setzen, darin einen Kosmos himmlischer Wesen und Ruhebetten der Buddhas, Bodhisattvas, Dakinis und Kinnaras zu erkennen. Selber unter strahlendem Firmament zu stehen und in der Ferne Regengüsse niederrauschen zu sehen, selber vom Sturm umweht zu sein und Schneefahnen über den Gipfeln zu beobachten.

Das alles bietet sich einem dar, wenn man nur die Augen zu öffnen weiß. Und wenn der Potala, der Winterpalast und die Grablege der Dalai Lamas in Lhasa Lhasa , in seiner ganzen überwältigenden Größe vom Abendlicht erfasst wird, bekommt man ein Gefühl dafür, was diese Hochlandmenschen empfinden, wenn sie auf solche Weise Himmel und Erde durch das Himmelslicht verbunden sehen.

potala
Der Potala-Palast in Lhasa war während der Zeit der zentraltibetischen Regierung Ganden Phodrang (1642–1959) offizielle Residenz und Regierungssitz der Dalai Lamas. Der riesige Palast liegt auf dem Berg „Mar-po-ri“, der sich 130 Meter über Lhasa , der Hauptstadt des autonomen tibetischen Gebietes, erhebt.

In der folgenden Bildzusammenstellung geht es aber um einen neuen, ungewöhlichen Blick auf Tibet. Nicht auf die Religion, nicht auf die Klöster und die einzelnen Menschen, sondern auf das Land wie es die Menschen geformt hat und formt. Bilder, die einem Blick nach vorne und oben ensprechen und die aber gerade dadurch einen tiefen Einblick ins Land erlauben.

Also, angelehnt an die uralte gaelischen Weisheit "Mo shuile togam suas" ("let us now lift upward our eyes") nun: zu den Bildern!