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Von Luang Prabang den Mekong entlang#

Eine Flussfahrt in Laos#

von Günther Jontes

Die Bilder wurden vom Autor in den Jahren 2003 uns 2009 in Laos aufgenommen. Sie sind Teil des Archivs „Bilderflut Jontes“. Die abgebildeten dekorativen Textilien und Gewänder sind Bestandteil der ethnographischen Sammlungen des Verfassers.

Mekong
Mekong
Alle Länder Südostasiens haben Anteil an Meeresküsten. Nur eines nicht. Laos ist ein Binnenstaat. Durch sein Staatsgebiet fließt aber einer der mächtigsten Ströme der Erde, der Mekong. An Einflussgebiet, Länge und Wassermenge steht er weltweit an zwölfter Stelle und durchquert auf seinem Lauf sechs Länder. Er ist etwa 4500 km lang. Sein Einzugsgebiet als Lebensader Südostasiens beträgt etwa 800.000 km². Der Mekong, auf Laotisch Mac Nam Khong, ist auf einer Länge von 200 km auch Grenzfluss zwischen Burma/Myanmar und Laos. Er ist einer der artenreichsten Wasserläufe der Erde. In ihm leben nicht weniger als 1200 Fischarten, darunter der vom Aussterben bedrohte Mekong-Riesenwels, der größte Süßwasserfisch überhaupt.

Fließt er über bestimmte geologische Untergründe, so färbt sich sein Wasser rot. Das geschah auch in den zahlreichen Kriegen unter denen Laos zu leiden hatte.

Da war es echtes Blut

Laos ist daher trotz seiner Binnenlage ganz intensiv mit den Wassermassen der Erde verbunden. Dieser Staat, heute Demokratische Volksrepublik Laos,(auf Lao Sathanalat Paxthipatai Paxaxon Lao) ist mit seinen 236.800 km² etwa dreimal so groß wie Österreich, hat aber nur 6,7 Millionen Einwohner. Dieses Land mit seiner langen Geschichte hatte im 20. Jahrhundert unendlich Böses zu ertragen. Vorerst zwar noch traditionsreiches Königreich innerhalb des französischen Indochinas, wurde es durch die Machtübernahme durch den von Vietnam ausgehenden Kommunismus in den Strudel des Vietnamkrieges hineingezogen. Hier verlief der für die Versorgung des Vietcong lebenswichtige Ho Tschi Minh-Pfad, was wiederum zur Folge hatte, dass Laos von der US-Luftwaffe stärker bombardiert wurde als Deutschland während des gesamten Zweiten Weltkriegs. Mit dem Ende des Vietnamkrieges übernahmen die Kommunisten, die Aufstandsbewegung des Pathet Lao, die Herrschaft und beseitigten die Monarchie. Die Folgen der Kriege sind bis heute spürbar: Verwüstung durch Bomben, Minenfelder, chemische Entlaubung von Wäldern, ein Übermaß an invaliden Menschen und mit Missbildungen geborenen Kindern. Der Mekong wurde hier zu einem der blutigsten Flüsse der Welt.

Da die kommunistische Zwangs- und Mangelwirtschaft das Land an den Rand der Existenz brachte, sah sich das Regime in den letzten Jahren gezwungen, eine gewisse Liberalität wirken zu lassen, was auch zur Folge hat, dass Laos seiner kulturellen und landschaftlichen Schönheiten wegen auch langsam vom Tourismus entdeckt wird. 1991 wurde die Fremdenverkehrswirtschaft sogar privatisiert. Der Mekong spielt dabei eine große Rolle, denn an seinem Ufer liegt die alte Königsstadt Luang Prabang, seit 1995 Weltkulturerbe der UNESCO und Hort herrlicher buddhistischer Klöster und Tempel. Ein Beispiel davon gibt der Vat Visounarath mit seinen eleganten Dachbekrönungen, Reliquienpagoden, mit Gold eingelegten Türen und Toren.

Mekong
Mekong
Mekong
Mekong
Mekong
Mekong

Vielköpfige Drachen und Schlangen erfüllen Schutzfunktionen. Die Himmelsrichtungen werden von wohlmeinenden riesenhaften Fabelwesen bewacht:
Mekong
Mekong
Mekong
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Eine typisch laotische Form der Darstellung des historischen Buddhas ist die der Regengewährung mit gesenkten Armen. Reich verzierte Fächer werden von den Mönchen verwendet. Sie sollen vor das Gesicht gehalten verhindern, dass sie Frauen ansehen, was ihr Ethos verbietet:
Mekong
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Diese sonst so friedfertige Religion des Theravada-Buddhismus droht den Sündern auch in Wandbildern furchtbare Jenseitsstrafen an:
Mekong
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Auch der Vat Xanthong zählt zu den Wunderwerken laotischer Architektur:
Mekong
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Hier wird auch der Wagen mit der Urne aufbewahrt, in welcher zur Zeit der Monarchie die Leiche des Königs zur Verbrennungsstätte geführt wurde
Mekong
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Von Luang Prabang aus kann man mit Booten den Mekong stundenlang bis zum buddhistischen Wallfahrtsheiligtum Pak Ou befahren. Die Flusskähne sind oft als richtige Wohnboote ausgestattet und dienen vor allem dem Binnentourismus:
Mekong
Mekong
Mekong
Mekong
Mekong
Die Ausnützung auch kleiner Uferparzellen für den Gemüseanbau zeigt die Notwendigkeit der Erweiterung der Nahrungsbasis mit allen Mitteln.

Wie sehr der Fluss die Ufer abträgt, um mit diesen Schlammmassen sein Delta immer weiter ins Meer vorzuschieben, zeigen die bizarr erodierten Bäume mit dem freigelegten Wurzelwerk:

Mekong
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Auch hier wird bereits Raubbau an hochstämmigem Edelholz betrieben.
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Bambus, die Universalpflanze schlechthin, gibt es hingegen in genügender Menge
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Gehöfte schmiegen sich an die Ufer
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Mekong
Elegante Boote dienen dem Individualverkehr auf dem Fluss
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Ziel der Fahrt ist das Kalksteinmassiv von PakOu mit seinen Höhlen.
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Diese sind etwa 25 km von Luang Prabang entfernt und nur über das Wasser erreichbar

Buddhistische Wallfahrer bringen als Votivgaben Buddhastatuen unterschiedlichster Größe. Die Handhaltung dieser Figuren des historischen Buddha Shakyamuni, darunter auch die der Regengewährung, verweisen auf bestimmte Anliegen der Pilger. Häufig sind auch Darstellungen von Löwen, denn der Buddha wird auch als Löwe aus dem Hause des Fürstengeschlechtes der Shakya bezeichnet:
Mekong
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Während der Zeit der Unterdrückung der Religion durch den rigiden Kommunismus brachten viele Laoten ihre Hausbuddhhas hierher, um sie vor Schändung und Zerstörung zu retten:
Mekong
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Reliefs von seltsamen Kriechtieren lassen als Deutung offen, dass es sich hier um Symbole des Bösen handelt, das es zu bezwingen gilt

Den Fluss begleiten Dörfer, die auf der ersten Höhenstufe über diesem liegen und alles besitzen, was zu einem von Landwirtschaft und Handwerk bestimmten Gefüge notwendig ist. Ein kleiner buddhistischer Schrein dient den spirituellen Bedürfnissen, die Schule der Grundbildung der Jugend. Sehr einfache Holzbehausungen auf Stelzen legen ihre Palmblattdächer ab und zeigen schon zwar dauerhafte, aber grundhässliche Bedachungen aus Wellblech. Fleißige Frauen sind mit dem Weben an einfachen Webstühlen beschäftigt, aufgebreitete Chilischoten beweisen Garten- und Feldwirtschaft. Und alle Leute sind sehr freundlich zu Besuchern.
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Das wohlgepflegte und gehegte Tempelchen...
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... mit seiner hübschen Dachzier
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Die Schule als Stolz des Dorfes
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Dorfplatz
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Chili als Vorgeschmack der brennend scharfen Speisen...
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... Zum Trocknen aufgelegt
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Hier entstehen die schönen Weben
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Weberin am Werk
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Der Bub und die Hunde
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Ein freundlich lächelndes Angesicht...
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... zeigt im Lachen die verheerenden Folgen des Betelkauens

Ein anderes Dorf wiederum hat sich ganz auf das Schnapsbrennen geworfen. Reis wird vermaischt und auf primitive Weise destilliert. Das Ergebnis reift in großen Tongefäßen und wird schließlich auf Flaschen gezogen. Die Volksmedizin glaubt an die Wirkung von Reptilien, die in Alkohol eingelegt als Medizin gelten. Die vielen Menschen aus dem Westen wenden sich voller Ekel davon ab. Die Einheimischen sind da anderer Meinung.
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Markttag in Luang Prabang
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Unansehnlich, aber viel schmackhafter als eine im Schiffsbauch gereifte Banane
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Reis als Grundlage jedes Überlebens und Gesättigtseins
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Tamarindenschoten voller süßsaurer Fruchtigkeit
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Drachenfrüchte, auch schon bis zu uns gelangt
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Zitrusfrüchte
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Chili, je kleiner desto schärfer
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Pilze aus den Wäldern
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Bananenblüten, ein begehrtes Gemüse
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Bohnenschoten fein gebündelt
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Wird alles verkauft werden?
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Die zarten Spitzen der Bambusstaude
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Insektenlarven eiweißreich und wohlschmeckend
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Fische aus der Karpfenfamilie
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Fisch an Fisch
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Der Wels: Seine Hässlichkeit wird nur durch seinen Wohlgeschmack übertroffen
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Wie schön dargeboten!
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Rambutan, die Haarfrucht und Litschi
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Zwergauberginen
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Fleisch, Fisch und die Gurken gleich daneben
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Getrocknete Böden von Lotoswurzeln
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Und wieder Fisch, Fisch, Fisch
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Auch häufchenweise wird Chili nicht milder
Mekong
Selbst Saufüssl und –schwanzl kann man essen
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Auberginen
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Feilschen
Mekong
Frösche schmecken nicht nur den Franzosen. Aber die waren immerhin hier einmal Kolonialherren
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Schlau verpackt können sie nicht mehr zwicken
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Bambussprossen als Gemüse
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Mekong
Bereits fein geschnitten
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Und hier alles, das man im Haus und auf dem Feld als Werkzeug braucht

Während Lebensmittel und Gebrauchsartikel am Tagmarkt zu haben sind, werden Textilien und Kleidungen des Nachts auf einem eigenen Webermarkt, aber auch tagsüber in Weberdörfern angeboten. Dabei fallen besonders hübsche Wandbespannungen mit figuralen Applikationen und Weben mit Darstellungen aus dem bäuerlichen Alltag auf.
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Immer wieder Elefanten, die kraftvollen Arbeitstiere
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Die Minderheitenvölker in Laos unterscheiden sich in ihrer Kleidung von einander. Auffällig sind der schwarze oder dunkelblaue Fond des Gewandes und die wunderschön gestickten Bordüren mit ihren floralen Motiven:
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