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Eine Traumprinzessin für die Welt#

Mädchen aus dem Volk wird eine Windsor – Kate Middleton könnte ähnlich populär wie Lady Di werden#


Von der Wiener Zeitung (Dienstag 19. April 2011) freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Von

Alexander U. Mathé und Michael Schmölzer


Verlobungsfotos der Royals
Die Rolle der "Prinzessin der Herzen" war jahrelang unbesetzt
© epa

Kate und William haben weltweit wenig Konkurrenz.#

Milliarden werden Hochzeit via TV verfolgen.#

Wien/London. Wird Kate die neue Diana? Millionen Mädchen träumen weltweit davon, Prinzessin zu sein und mit ihrem Prinzen glücklich bis ans Ende ihrer Tage zu leben. Viele von ihnen werden sich diesen Traum bis weit ins erwachsene Alter bewahren. Mit dem Tod von Lady Diana verlor die Welt ihre letzte Traumprinzessin. Nun könnte Catherine "Kate" Middleton diese Lücke ausfüllen, wenn sie am 29. April um 11 Uhr Ortszeit in der Westminster Abbey in London mit Prinz William Mountbatten-Windsor vermählt wird.

Lady Di, Williams Mutter, hatte alles, was es braucht, um eine "Prinzessin der Herzen" zu sein: Sie war jung, hübsch, stilsicher und charismatisch. Diese Eigenschaften bringt Kate Middleton ebenfalls mit – auch wenn sie mit 29 Jahren verhältnismäßig älter heiratet als Diana, die ihr Ja-Wort bereits im zarten Alter von 20 Jahren gab.

Mit ihrer nicht-adeligen Herkunft erhöht Middleton den Identifikationsfaktor "normaler" Mädchen und nährt den Traum, eine reale Chance auf einen Prinzen zu haben und selbst zur Prinzessin zu avancieren. Auch bei Lady Di war man stets bemüht, das Mädchen, das eigentlich aus der Hocharistokratie stammte, als einfaches Mädchen von nebenan zu präsentieren, das von der Queen erst mühsam in Sachen höfisches Leben unterwiesen werden musste.

Im englischen Boulevard laufen bereits Vergleiche zwischen Kate und Diana, in denen Erstere sogar noch über die legendäre Princess of Wales gestellt wurde.

Und noch einen Vorteil hat Kate Middleton: Sie hat eine reine Weste vorzuweisen. In der Zeit zwischen Dianas Tod und Kates Hochzeit hat es an Prinzenhochzeiten nicht gemangelt. Doch stets gab es Faktoren, die die Prinzessinnen nicht ganz so märchenhaft erscheinen ließen, egal ob es sich dabei um eine bereits erfolgte Scheidung (Spanien), Ausschluss des Brautvaters von der Hochzeit (Niederlande) oder Kontakte ins Drogenmilieu und ein uneheliches Kind (Norwegen) handelte. Andere wieder wie Rania von Jordanien oder Mary von Dänemark waren und sind schlicht nicht ausreichend medial präsent. "Waity Katie" hingegen – so ein Spitzname (übersetzt etwa: die wartende Kathi) stand zwei Jahre lang in der Warteschleife zum Traualtar. Der Druck sei einfach zu groß gewesen, heißt es. Doch es brachte den Vorteil, dass Kate der breiten Allgemeinheit bereits bestens bekannt ist.


Neue Zwanglosigkeit

Kate Middleton dürfte es als Traumprinzessin im Endeffekt etwas leichter haben als Lady Di. Denn sie ist von so manchen Zwängen befreit. So sah sich etwa Dianas Onkel noch vor der Hochzeit genötigt, öffentlich zu erklären, dass seine Nichte noch Jungfrau sei. Unannehmlichkeiten dieser Art muss Kate nicht fürchten. So kursieren in den Medien etwa Fotos von ihr mit ihren Ex-Freunden. Alles völlig problemlos: Die wurden auch gleich zur Hochzeit eingeladen.

Man muss nicht von Adel sein, um mit einer Einladung für die noble Hochzeit bedacht zu werden. Auf der Gästeliste finden sich rund 1000 Personen aus dem Freundeskreis der Brautleute, angeblich sind Kate Middletons Briefträger ebenso wie der Besitzer des Pubs in dem Heimatort der Braut eingeladen. Der als "Mister Bean" bekannte Komiker Rowan Atkinson hat es ebenso bis zum Royal Wedding geschafft wie der Fußballer David Beckham und seine Frau Victoria. Vermutlich nicht eingeladen ist aber Williams Tante Sarah "Fergie" Ferguson. Die Ex-Frau von Charles’ Bruder Prinz Andrew ist das Enfant terrible der Royals und war zuletzt durch das Anhäufen von Schulden und Alkoholeskapaden aufgefallen. Da stellt sich die Frage, ob der trink- und rauflustige deutsche Skandalprinz Ernst August von Hannover vergeblich auf eine Einladung warten wird, auch wenn er die Bezeichnung "Prinz von Großbritannien und Irland" im Namen führt.

Sicher ist jedenfalls, dass zig-tausende Touristen extra nach London reisen werden, während weltweit Milliarden das Spektakel via TV verfolgen. Der pensionierte Air-Force-Major George Filer ist davon überzeugt, dass selbst Außerirdische den weiten Weg nach London nicht scheuen werden. "UFOs tauchen bei Ereignissen von großer nationaler Bedeutung häufig auf", weiß der Experte für nicht-terrestrische Flugobjekte. Zuletzt seien UFOs über Libyen und im vom Tsunami heimgesuchten Teil Japans gesichtet worden.

Zuletzt wurde bekannt, dass Kate Middleton bereits in aller Stille für ihren großen Auftritt in knapp zwei Wochen geübt hat. Allerdings nicht mit Prinz William, sondern mit dessen jüngerem Bruder Harry. Beide führten die kleinen Brautmädchen und -buben durch die Westminster Abbey, um sie an alles zu gewöhnen. "Dies war eine von vielen Übungen, die stattfinden werden, und es war nicht die erste", bestätigte ein Palastsprecher. Kates Schwester und Trauzeugin Pippa war bei der Probe dabei. Ihre letzte Nacht vor der Hochzeit will Kate Middleton übrigens in einem Hotel verbringen – ohne den Bräutigam selbstverständlich, dafür ist erneut Schwester Pippa dabei und Mutter Carol. Dieses Detail sickerte in London durch und wurde umgehend von der Boulevardzeitung "Sun" aufgegriffen. Der Buckingham-Palace wollte die Indiskretion nicht bestätigen, ob Kate die Buchung der königlichen Suite im noblen Goring-Hotel unter diesen Umständen aufrechterhalten wird, ist unklar.

Ihre ersten Tage als frisch Vermählte wollen William und Kate jedenfalls ganz nationalbewusst auf den Isles of Scilly vor der Küste Cornwalls verbringen. Die Scillies bestehen aus mehr als 50 Inseln, von denen nur fünf bewohnt sind, ein wenig mehr als 2000 Menschen leben hier. Nach Trauung und Hochzeitsreise werden Kate und William auf der nordwalisischen Insel Anglesey wohnen. William ist hier bei der Royal Air Force stationiert und wird seinen Dienst als Rettungspilot weiter ausüben.

Wiener Zeitung, Dienstag 19. April 2011