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Bohrgänge, Bohrlöcher
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Manchmal kann man Fossilien finden. die mehr oder wenig stark angebohrt sind. Diese Spuren haben unterschiedliche Tiere hinterlassen. Auch der Grund für das Anbohren ist sehr verschieden. Die Bohrgänge können als Versteck vor Feinden aber auch vor der Brandung dienen.
Sie können auch Überbleibsel der Nahrungssuche sein. Neben den Kalkschalen von Fossilien werden auch Kalksteine angebohrt. Die Bohrungen werden entweder mechanisch oder chemisch durchgeführt.
Bohrgänge sind aber nicht nur auf Fossilien beschränkt. Man kann sie auch heute noch bei einem Strandspaziergang entdecken, wenn man die angeschwemmten Muschelschalen oder Schneckengehäuse genauer betrachtet.

Bohrschwämme
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Bohrlöcher59.jpg
© Wolfgang Danninger
durchbohrte Koralle© Wolfgang Danninger
durchbohrte Koralle© Wolfgang Danninger
Sehr häufig findet man die feinen Bohrlöcher des Bohrschwammes aus der Gattung der Cliona in Schalen oder Felsen. Manchmal blieben nur die Bohrgänge erhalten, die wie ein feines Netz die ursprünglichen Schalen erahnen lassen. Dieses Netz ist dadurch entstanden, dass die Bohrgänge aufgefüllt wurden und später die Kalkschale durch Erosion aufgelöst wurde. Übrig geblieben sind nur die aufgefüllten Bohrgänge wie auf dem 2. Bild. Der Bohrschwamm hat hier eine Koralle durchbohrt.
Siehe auch unter Cliona.

Bohrmuscheln
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angebohrte Bryozoe © Wolfgang Danninger
Nototeredo© Wolfgang Danninger
Nototeredo© Wolfgang Danninger

Auch Muscheln können in Kalksteinen, Bryozoen und dickeren Muschelschalen Gänge bohren. Die bekanntesten Vertreter sind die Seedattel (Pholas) dactylus,und der Felsenbohrer (Petricola sp.). Die Gänge dienen ihnen als Schutz vor Räubern und als Wohnhöhle. Der Schiffsbohrwürmer Teredo bohrt in das Holz. Anders als der Name des Schiffsbohrwurmes zu sagen scheint und das Aussehen vermuten lässt, gehört dieses Tier zu den Muscheln. Ihnen dient das Holz als Nahrung. Zur Zeit der Holzschiffe sind viele Schiffe durch die Zerstörung des Holzes untergegangen. Da die Gangbreite mit dem Wachstum des Schiffbohrwurms (Nototeredo) wächst, ist von außen also beim Eintritt des Tieres in das Holz kaum etwas zu erkennen.

Bohrwürmer
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Wurmgänge258.jpg
© Wolfgang Danninger

Bohrwürmer befallen auch lebende Tiere. Die Gänge sind an den wurmförmigen Windungen erkennbar.

Räuberische Schnecken
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Entenmuschel.jpg
angebohrte Entenmuschel© Wolfgang Danninger
© Wolfgang Danninger
© Wolfgang Danninger
Pecten© Wolfgang Danninger
Pecten© Wolfgang Danninger
Kegelschnecke© Wolfgang Danninger
Kegelschnecke© Wolfgang Danninger
mehrere Bohrversuche© Wolfgang Danninger
mehrere Bohrversuche© Wolfgang Danninger

Räuberische Schnecken, die mit einer Raspel Löcher in die Schalen bohren und dann die Opfer aussaugen, finden ihre Opfer an unterschiedlichsten Stellen: im Sand, wo sie darin lebende Muscheln suchen, aber auch auf dem Meeresgrund. Man kann sogar aufgrund der Form der Bohrlöcher feststellen, wer der Täter war. Ein konisches Bohrloch stammt von der Mondschnecke Lunatia Natica, ein zylindrisches von den Stachelschnecken.
Leicht zu erlegen sind die "Sandmuscheln", da sie sich nur sehr langsam fortbewegen können. Dies trifft auch auf die festgewachsenen Muscheln wie die Austern zu, die die häufigsten Opfer sind. Ihr einziger Schutz ist eine dicke Schale, die bis zu einigen cm Dicke erreichen kann. Das schützt nicht nur vor starker Brandung. Bei manchen Arten werden die Schalen dicker als der lebende Teil der Muschel. Mit der lamellenartige Struktur der Schalen können die Schalen zudem die Raubschnecken täuschen, da an mehreren gefundenen Schalen Bohrungen dann gestoppt wurden, nachdem die Schnecke einen Zwischenraum der Lamellenschicht angebohrt und dann wohl vermutet hat, die Muschel wäre leer also bereits ausgesaugt.
Manche Schalen weisen mehrere Bohrlöcher auf, was keinen Sinn ergibt, aber vielleicht erkennt die Schnecke nicht, ob eine Muschel bereits vorher überfallen und ausgesaugt wurde.
Es wurden auch andere räuberische Schnecken wie die giftige Kegelschnecke (Conus) überfallen. Selbst ihr hochgiftiger Stachel hat ihnen offenbar nichts genützt.

© Wolfgang Danninger
© Wolfgang Danninger
Bei dem Steinkern der Muschel Crassatella ist ein sonderbarer Stiel erkennbar, der auf den ersten Blick nicht so leicht erklärbar ist. Steinkerne sind Ausfüllungen von Gehäusen, die mit der Zeit versteinern. Wird dann die umgebende Schale aufgelöst bleibt der Kern als Fossilabdruck erhalten. Bei diesem Beispiel wurde auch das Bohrloch ausgefüllt und blieb als Stiel erhalten.

Bissspuren#

Seekuhrippen© Wolfgang Danninger
Seekuhrippen© Wolfgang Danninger

Megalodon© Wolfgang Danninger
Megalodon© Wolfgang Danninger
Häufig sind Nagespuren an fossilen Rippen zu finden. Seekühe waren eine häufige Beute des ausgestorbenen Riesenhais Megalodon, der um einiges Größer als der rezente Weiße Hai ist. Seine Zähne erreichten eine Länge von über 30 cm.

Weitere Beispiele siehe Bohrlöcher.