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Rosa Rose#


Rosa_Wildrose
© Wolfgang Danninger

Wann wird es wohl gewesen sein, dass einem Menschen zum ersten Mal die Schönheit einer Rose aufgefallen ist?
War sie einfach oder war es bereits eine gefüllte Rose? Wir wissen es nicht. Es kann aber durchaus sein, dass durch eine Laune der Natur eine gefüllte oder halbgefüllte Rose entstanden ist. Möglich ist dies durch eine Mutation (eine spontane Änderung des Erbmaterials) oder durch die Kreuzung zweier Wildrosenarte). Auf diese Weise entstehen in der Natur immer wieder neue Formen und Farben von Pflanzen. Die meisten verschwinden wieder, außer sie besitzen durch die neuen Erbanlagen einen Überlebensvorteil. So kann es sich bei der eingangs beschriebenen ersten Rose zugetragen haben, dass eine besonders schöne Rosenform vom Menschen ausgelesen wurde. Erst später ist die bewusste Züchtung von Rosen zu erwarten. Durch Auslese von Mutationen und Kreuzung verschiedener Rosensorten und Arten sind völlig neue Kulturrosen entstanden.
Das Hauptverbreitungsgebiet der Wildrosen liegt in Asien und erstreckt sich nach Europa und Nordamerika, also über die ganze Nordhalbkugel vom 20. bis zum 70. Breitengrad mit vielen verschiedenen Rosenarten, die ein breites Genspektrum besitzen.

Fresken aus dem minoischen Kreta zeigen erste Rosendarstellungen. Herodot (ca 450 v Chr) erwähnt eine 60 blättrige Rose in Makedonien, Plinius ( + 79 n Chr)beschreibt mehrere Rosensorten, die er nach dem Ort der Herkunft benennt, wie die Rose von Milet, von Campania oder von Coroniola. Er erwähnt auch eine hundertblättrige Rose. Diese ist nicht mit der heutigen Zentifolie zu verwechseln, die erst um 1600 entstanden ist. Es dürfte sich um eine Damaszener Rose handeln. Eine Zuordnung dieser Rosen in die heutige Nomenklatur ist wegen der dürftigen Beschreibungen mit viel Unsicherheit verbunden. In der Sekundärliteratur taucht auch oft eine Rose von Paestum auf, die zweimal geblüht haben soll. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um keine remontierende Rose sondern um einen Übersetzungsfehler. Das Wort bifera könnte auch besonders reichlich tragend statt 2 mal tragend bedeuten.
Erst die mittelalterlichen Gartenrosen, soweit es sie bis heute gibt, können wissenschaftlich klassifiziert werden. Es sind die sogenannten historischen Rosen, die wieder modern geworden sind. Alba Rosen, Damaszener Rosen, Essigrosen , die selteneren Moschusrosen und die Zentifolien bzw die aus ihr entstandenen Moosrosen sind Liebhabern historischer Rosen ein Begriff. An der Entstehung der meisten historischen Rosen waren die heimischen Wildrosen als Kreuzungspartner beteiligt. Eine reine Europäerin ist die Essigrose. In den Damaszener-, Alba-Rosen und Zentifolien sind auch nichteuropäische Wildrosen eingekreuzt.

Rosa MmeBoll
Mme Boll © Wolfgang Danninger

Das Farbspektrum der frühen historischen Rosen beschränkte sich auf weiße bis rote Blütenfarben.
Erst als die Araber die gelbblühende Rosa foetida nach Europa gebracht haben, gab es gelbblühende Rosen. Bei uns und in Frankreich hieß sie Kapuzinerrose, in England Austrian Copper. 1590 wird Rosa foetida var. bicolor (Austrian Yellow) schriftlich erwähnt. Erst 1830 entstand die gefüllte Form Rosa foetida var persiana (Persian Yellow).

Ende des 18. Jahrhunderts gab es 30-40 Rosensorten, Anfang des 19.Jahrhunderts bereits 200 und weitere Klassen wie die Bourbon Rosen, Portlandrosen, Noisetterosen, Remontanthybriden und Teerosen, die durch Kreuzung mit asiatischen Rosen entstanden sind. Die neuen Rosen besaßen die Fähigkeit der zweimaligen Blüte. Doch auch sie wurden durch modernere Rosen wie die Teehybriden verdrängt. Die erste Teehybride entstand 1867 La France.

Wegen der hohen Zahl an Rosenzüchtungen, es sollen heute um die 12.000 Sorten existieren, wurden die Gartenrosen in Klassen eingeteilt:
Historische Rosen
Moderne Rosen dazu gehören:
--Strauchrosen mit den Englischen Rosen,Rugosa Hybriden, Moschus Hybriden ,...
--Beetrosen mit den Teehyriden ( Edelrosen), Polyantha Rosen, Floribundarosen
--Zwergrosen
--Bodendeckerrosen
--Kletterrosen
Wildrosen