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LEBENSDATEN#

1862 Gustav Klimt wird als Zweitältester von sieben Kindern am 14. Juli in Baumgarten geboren (heute Wien XIV., Linzer Straße 247). Mutter: Anna Klimt, geb. Finster (1836-1915); Vater Ernst Klimt (1834-1892) ist Graveur und zieht mit seinen Eltern als achtjähriger Knabe aus Nordböhmen nach Wien.

1876-83 Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, Malklasse bei Ferdinand Julius Laufberger (1829-1881) und Julius Victor Berger (1850-1902) gemeinsam mit dem um zwei Jahre jüngeren Bruder Ernst (1864-1892) und Franz Matsch (1861-1942).

1879 Mitarbeit an der Ausführung des Festzuges von Hans Makart (1840-1884) zu Ehren der Silbernen Hochzeit des Kaiserpaares.

1883 Gründung der "Künstlercompagnie" mit Bruder Ernst und Franz Matsch. Gemeinsames Atelier in Wien VI., Sandwirtgasse 8.

1888-92 Ausstattungen der „Künstlercompagnie“ für verschiedene Theater in der Monarchie, das Kunsthistorische Museum und die Hermesvilla in Wien.
 
1892 Ateliergemeinschaft übersiedelt. Neues Atelier Wien VIII., Josefstädter Straße 21. Tod des Vaters und des Bruders Ernst.

1894 Auftrag zu den Fakultätsbildern in der Aula der Wiener Universität gemeinsam mit Franz Matsch. Künstlerische Entfremdung von Franz Matsch und Auflösung der Ateliergemeinschaft.

1897 Austritt aus der „Genossenschaft Bildender Künstler Wiens“. Gründungsmitglied und erster Präsident der Wiener Secession.

1898 Erste und zweite Ausstellung der Secession mit Werken Gustav Klimts. Gründung der Zeitschrift „Ver Sacrum“. Ehrenmitglied der International Society of Painters, Sculptors and Engravers, London (Präsident James Mc Neill Whistler). Erste Landschaftsbilder entstehen.

1899 Vollendung des Musikzimmers im Palais Dumba, „Schubert am Klavier" (1945 verbrannt). Maria Zimmermann, Mutter zweier seiner Söhne Klimts, ist dargestellt.

1900 Ausstellung der 1. Fassung des Fakultätsbildes "Philosophie" in der Wiener Secession (wie “Medizin“ und „Jurisprudenz“ 1945 verbrannt): Kunstskandal in Wien und Goldmedaille bei Pariser Weltausstellung. Japanische Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler im Ausstellungsgebäude der Wiener Secession. Beginn regelmäßiger Sommeraufenthalte am Attersee gemeinsam mit Familie Flöge. Durch verwandtschaftliche Beziehungen der Familien Flöge und Klimt entwickelt sich eine lebenslange Freundschaft zwischen Gustav Klimt und Emilie Flöge (1874-1952), die mit ihren Schwestern ab 1904 einen Modesalon in Wien führt.

1902 14. Ausstellung der Secession: Beethovenfries. Klimt trifft Auguste Rodin in Wien.

1903 Gründung der Wiener Werkstätte. Zwei Reisen nach Ravenna, Beginn des Arbeitens mit Goldfarbe.

1905 Zurücklegung des Auftrags für die Fakultätsbilder und Rückzahlung des Honorars an den Auftraggeber, das Unterrichtsministerium. Austritt der "Klimt-Gruppe" aus der Wiener Secession (Gustav Klimt, Josef Hoffmann, Otto Wagner, Kolo Moser u.a.). Ablehnung der von der Akademie der Bildenden Künste vorgeschlagenen Ernennung zum Professor seitens des Ministeriums. Beginn der Entwurfsarbeiten für den Mosaikfries im Palais Stoclet in Brüssel, Ausführung Wiener Werkstätte.

1908 Ausstellung auf der „Ersten Wiener Kunstschau“ in temporären Ausstellungspavillons von Josef Hoffmann. Klimt hält die Eröffnungsrede, sein noch unfertiges Gemälde „Der Kuss“ wird von der Österreichischen Staatsgalerie erworben.
 
1911 Fertigstellung des „Stocletfries“ in Brüssel. Reisen nach Paris, Madrid und Toldeo in einer Phase des stilistischen Wandels, Abkehr vom „Goldenen Stil“ zugunsten leuchtender Farben. Teilnahme an der „Internationalen Kunstschau“ in Rom, erster Preis für „Tod und Leben“.

1912 Durch Vermittlung des Malers Felix Albrecht Harta mietet Klimt ein ebenerdig gelegenes Biedermeierhaus inmitten eines weitläufigen Gartens in Wien XIII, Feldmühlgasse. Teilnahme an der „Großen Kunstausstellung“ in Dresden. Präsident des „Bundes Österreichischer Künstler“.
 
1913 Kijiro Ohta, japanischer Maler, besucht Klimt. Bericht 1914 in der Zeitschrift „Bijutsu Shinpo“ (dt.: Kunstneuigkeiten).

1915 Tod der Mutter, bei der Klimt zusammen mit seinen Schwestern wohnt. „Tod und Leben“ wird im Atelier in der Feldmühlgasse umgearbeitet. Arthur Schnitzler besucht Klimt im Atelier.

1916 Ausstellungsbeteiligung in der Berliner Secession mit Schiele, Kokoschka und Faistauer.

1917 Ehrenmitglied der Akademien der Bildenden Künste in Wien und München. Vorbereitung für eine Ausstellung österreichischer Kunst in Stockholm. Zunahme der Zahl kleinformatiger Frauenbildnisse. Experimente mit verschiedenen Stilmitteln.
 
1918 Gustav Klimt erleidet am 11. Januar in seiner Wohnung Wien VII., Westbahnstraße 36, einen Schlaganfall. Er stirbt am 6. Februar im Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Das Begräbnis findet drei Tage später auf dem Hietzinger Friedhof statt. Entsprechend seinem Wunsch wird Klimts Sarg quer gebettet.


Curriculum Vitae - Gustav Klimt
Gustav Klimt, 1. Seite zum „Curriculum Vitae“, eigenhändiger Entwurf, 1893

klimt_signatur.png
Gustav Klimt, Signaturen aus Briefen und Schriftstücken. Obere Reihe: 1903 und 1909 - Mittlere Reihe: 1915 und 1917 - Untere Reihe: 1917

Gruppenfoto
Foto: Moritz Nähr, Gruppenaufnahme der Secessionisten im Hauptsaal der Secession (Zweiter von links: Gustav Klimt im Stuhl sitzend), 1902

Klimt Vistenkarte
Gustav Klimt, Visitenkarte, 1913

Klimt Fernrohr
Foto: Gustav Klimt mit Fernrohr am Bootshaus der Villa Paulik (Attersee), 1903

Signets
Gustav Klimt, Entwürfe von Signets, 1913

Wasserrose
Gustav Klimt, Gedicht „Wasserrose“,1917
Friede
Gustav Klimt, „Friede?“, Eintragung im Notizbuch 1917