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Ankerit ("Braunspat")#

Ankerit
Ankerit, Steirischer Erzberg, Steiermark, Inv.Nr. E1347, Naturhistorisches Museum Wien, Mineralogisch-Petrographische Abteilung


Formel: Ca(Fe,Mg,Mn)(CO3)2

Weitere Information:



Meist braunes, dem Dolomit ähnliches Karbonat, mit höherer Dichte. Ankerit kommt in vielen karbonatischen Eisenlagerstätten gemeinsam mit Siderit vor, z.B. Steirischer Erzberg als sogenannte "Rohwand".


Typlokalität: Steirischer Erzberg Erzberg , Steiermark, Österreich


Name: Benannt nach dem österreichischen Geognosten Matthias Joseph Anker (6.5.1771 (1.5.1772?), Graz – 3.4.1843). Sohn eines Chirurgen von einfachen Vermögensverhältnissen. Anker erhielt nur dürftigen Elementarunterricht und musste nach den ersten zwei Grammatikalklassen bei einem Wundarzt in die Lehre treten. Erst nach Vollendung seiner Lehrjahre konnte sich der junge strebsame Mann unter Beihilfe seines älteren Bruders durch im Selbststudium sowohl in der Arzneikunde, wie in der Philosophie einige gründlichere Kenntnisse erwerben, sodass er in Wien, wohin er sich seiner weiteren Ausbildung wegen begab und wo er seinen Lebensunterhalt durch Musikstunden zu erwerben gezwungen war, dennoch schon nach zwei Jahren 1793 die Magisterwürde der Chirurgie erlangte. Familienverhältnisse riefen ihn plötzlich zur Übernahme der elterlichen Praxis nach Stainz. Hier war er einige Jahre als Chirurg tätig.

1807 erhielt er einen Ruf als Kreiswundarzt nach Graz und damit begann die intensivere Wiederaufnahme seiner wissenschaftlichen, vornehmlich mineralogischen Studien. Schon 1808 erschien ein erster schriftstellerischer Versuch: "Ueber die Art und Weise, ein unbekanntes Fossil zu bestimmen". Gleichzeitig wurde die Ordnung der Mineralien des Lyceums nach dem Mohs’schen Systeme in seine Hände gelegt. Rasch folgte (1809–1810) eine 2. Schrift: "Kurze Darstellung einer Mineralogie von Steyermark oder systematische Aufzählung steiermärkischer Fossilien, mit Angabe ihrer Fundörter…". Als 1811 Erzherzog Johann das Landesmuseum "Johanneum" in Graz gründete und der berühmte Mineraloge Friedrich Mohs (Naturhistorisches Museum Wien: Friedrich Mohs) selbst dahin als Professor berufen wurde, erhielt das junge Institut an Anker einen ungemein rührigen und eifrigen Kustos. Durch den steten Umgang mit Mohs war es Anker gelungen, seine Kenntnisse in der Mineralogie so zu erweitern, sodass er 1824 nach dem Abgang von Mohs an dessen Stelle zum Professor der Mineralogie und wirklichen Kustos am Johanneum treten konnte. Als Lehrer wusste sich Anker durch seinen persönlichen Umgang mit seinen Schülern die größte Wirksamkeit zu sichern, während ihm zahlreiche Reisen und Ausflüge im Land das Material zur Herstellung der ersten geologischen Karte der Steiermark, einer sehr verdienstvollen Arbeit, lieferten (1835).

Bald folgten: "Kurze Darstellung der mineralogisch- geognostischen Gebirgs-Verhältnisse der Steiermark" und eine zweite „Geognostische Karte“. In Folge seines Alters trat er 1840 vom Lehrstuhl der Mineralogie zurück, behielt jedoch seine Stellung als Kustos. - aus: Mittheil. des hist. Vereins f. Steiermark 1850. S. 243. Bermann, Oester. Biogr. Lex. I. Bd.

Literatur zur Person:
Flügel, H. W. (2004): Mathias Josef Anker, Arzt, Mineraloge und Geognost der Biedermeierzeit in Graz.- Joannea Min. 2: 55–81. Elektronische Version (mit Portrait)
Wikipedia
Allgemeine Deutsche Biographie 1953
Allgemeine Deutsche Biographie 1875
Deutsche Biographien