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Österreichisches Museumsgütesiegel, © http://www.museumsguetesiegel.at

Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum#

6444 Längenfeld, Lehn 24 6444 Längenfeld, Lehn 24


Das bäuerlich-sozialkundliche Museum in Lehn bei Längenfeld lässt Arbeitswelt und Alltag im Ötztal bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts erleben. Der Kern des Museums ist ein Paarhof mit einem Vorrats-Speicher. Im sozialen Kontrast zum behäbigen Mittelflurhaus steht das geblockte Seitenflurhaus. Der Komplex wird ergänzt durch landwirtschaftliche Anlagen, betrieben durch die Wasserkraft des Lehnbaches.

Der Paarhof ist die am meisten verbreitete Hofform im Ötztal. Das Mittelflurhaus aus dem 17. Jahrhundert mit seinem gewölbten Hausgang und Keller ist das Hauptgebäude der Museums-Anlagen. Es wurde in massiver Steinbauweise errichtet und war bis 1951 bewohnt. Die Einrichtung und Ausstattung der Wohnräume entsprechen den Wohn-Verhältnissen um 1900. Der obere Hausgang und einige Räume dienen als Ausstellungsräume und sind speziellen Themen gewidmet: Milchverarbeitung, Wollverarbeitung, Flachsverarbeitung, Schulstube um 1920, Hof-Werkstatt mit Geräte-Sammlung. Der Stall ist in der traditionellen Ständer-Bohlen-Bauweise errichtet und zeigt einen "Galt-Brunnen", wie er für die Viehtränke gegraben wurde. Im Stadel darüber sind verschiedene landwirtschaftliche Geräte sowie Transportmittel und -Fahrzeuge ausgestellt. Der Pfostenspeicher mit Ötztal-typischen Konstruktionsmerkmalen stammt aus der Zeit um 1500. Vorratsspeicher wurden abseits der Hofanlage errichtet, um in Brandfällen das Überleben mit den wichtigsten Lebensmitteln zu sichern. Das Seitenflurhaus aus der Mitte des 17. Jahrhunderts war bis 1965 bewohnt. Der Einfachheit des Äußeren entspricht auch die Innenausstattung, z.B. die lichtarme Rauchküche mit dem Fußboden aus Steinplatten und gestampftem Lehm.

Die mit der Wasserkraft des vorbei fließenden Lehnbaches angetriebene Säge ist nicht nur Schaustück sondern auch für museumseigene Zwecke in Betrieb. Sie soll 1827 aus der "Dorfer Au" hierher verlegt worden sein.Die Stockmühle wurde um 1700 gebaut und 1945/46 von den sechs Besitzern renoviert, die sie schließlich dem Museum schenkten. Der Mühlstein und das darüber ebenfalls horizontal gelagerte Mühlrad haben eine gemeinsame Achse. Die Ursache für das "Klappern der Mühle" liegt im Rüttel-Mechanismus für das Sieb. Die Schwinghütte (Schwinger) diente der Flachsverarbeitung.

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